RHEIN-PFALZ-KREIS RHEINPFALZ Plus Artikel Spargelbauern hoffen auf Sonnenschein

Tut sich momentan noch schwer beim Wachstum: Spargel.
Tut sich momentan noch schwer beim Wachstum: Spargel.

Mit zunehmenden Kalenderwochen wächst die Lust auf das beliebteste Frühlingsgemüse in der Region: der Spargel. Mit Prognosen sieht’s aktuell allerdings schlecht aus. Wind und vor allem Nässe haben schlechten Einfluss auf das Wachstum.

So richtig wagt keiner der Landwirte im Speyerer Umland eine Vorhersage zu Erntebeginn, Menge und Qualität des Spargels zu treffen. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern vielmehr, weil sie nicht können. Zu unstet ist das Wetter, zu vage der Ausblick. Tatsache ist: Der Regen muss aufhören.

Armin Ackermann vom gleichnamigen Hof in Waldsee erklärt der RHEINPFALZ, wie es eigentlich laufen sollte: „Ende Oktober, Anfang November werden normalerweise die Dämme hochgezogen und Folien drübergelegt. Dann hat man Ende März, Anfang April den ersten Spargel.“ Die Theorie ist das eine. Die Praxis sieht diesmal anders aus. „Wir können nicht auf die Felder. Es ist zu nass“, sagt Ackermann. Quintessenz: Weder Dämme noch Folie konnte er aufbringen. „Wir müssen noch zehn Tage warten, bis wir rein können – vorausgesetzt, der Regen hört auf“, betont er. Der Landwirt tut sich daher schwer, eine Aussage über die bevorstehende Saison zu treffen.

Das geht Tim Ballreich vom Martinshof in Dudenhofen nicht anders. „Der Grundstein aus dem vergangenen Jahr ist zwar gelegt, aber im Moment sind wir etwas hinterher“, formuliert er den aktuellen Stand. Was gebraucht wird, ist klar: „Sonne.“ Was nicht gebraucht wird ebenfalls: „Der Wind muss aufhören, da der die Temperatur aus dem Boden nimmt.“ Die Spargelzeit stehe und falle mit dem Wetter der kommenden drei, vier Wochen. Trotzdem bleibt Ballreich optimistisch, was den Erntebeginn auf den 30 Hektar voller Königsgemüse angeht: „Anfang April schaffen wir vielleicht.“ Nicht abzuschätzen seien Qualität und Menge. Letzteres wiederum bestimme den Preis.

Das bestätigt Andreas Degen vom Merkelhof Schwegenheim. „Wenn das Angebot steigt, fallen die Preise“, merkt er generell zum Spargelkauf an. Er selbst suchte sich am Dienstag eine Alternative zur Feldarbeit, da auch ihn das Wetter bei dieser ausbremste. „Ich mach jetzt Brennholz für den nächsten Winter“, erzählte er von seiner Alternativbeschäftigung. Degen geht davon aus, dass es zunächst „nicht die Menge Spargel“ geben wird. Mitte, spätestens Ende April soll das Gemüse aber gut im Verkauf sein. „An Ostern ist das Geschäft immer gut“, hofft Degen auf genug Vorrat zum Fest. Ostersonntag fällt 2020 auf den 12. April.

Der Dudenhofener Landwirt Roni Zürker hat ebenso Hoffnung: „Ich denke, dass wir bis Anfang April den ersten Spargel haben.“ Sonne tue jetzt unbedingt Not. „Aktuell bringen wir die Folien nicht so schnell hoch, wie wir es gerne hätten“, macht Zürker deutlich. Bleibt also nur eines: Daumen drücken – sowohl bei den Bauern, als auch bei den Spargelliebhabern.

Mehr zum Thema
x