Rhein-Pfalz Kreis Sie wissen, wo der Wagen steht

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«Schifferstadt.» Die Anzahl an Diebstählen, Wohnungseinbrüchen und aufgebrochenen Autos ist im Dienstbezirk der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt im vergangenen Jahr jeweils deutlich gesunken. Kummer machen dennoch professionelle Banden. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik hervor, die der stellvertretende PI-Leiter Kai Giertzsch nun vorgestellt hat.

Eine erneut leicht gesunkene Anzahl an bekannt gewordenen Straftaten und eine so hohe Aufklärungsquote wie seit 2013 nicht mehr: Kai Giertzsch wirkt durchaus zufrieden, als er die Bilanz im Detail erläutert. 4212 Vergehen hat seine Dienststelle vergangenes Jahr erfasst (2016: 4326). Von diesen Fällen haben die Schifferstadter Beamten 3488 (2016: 3565) selbst bearbeitet und die übrigen an andere Abteilungen des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen weitergegeben. Dort kümmert sich zum Beispiel die Arbeitsgruppe „Bande“ um Wohnungseinbrüche, auch Drogen-, Sexual- und Tötungsdelikte werden in Ludwigshafen weiterverfolgt. Von ihren Fällen haben die Schifferstadter mehr als die Hälfte (55 Prozent) aufgeklärt. Das ist Giertzsch zufolge die beste Quote seit 2013 (55,2 Prozent). Im Vergleich mit anderen Dienststellen und im Hinblick auf die landes- und bundesweiten Zahlen steht die Polizeiinspektion Schifferstadt ebenfalls gut da: Hochgerechnet wurden in ihrem Bezirk je 100.000 Einwohner 4680 Straftaten begangen (2016: 4926). In Rheinland-Pfalz liegt dieser Wert bei 6191, im Bundesgebiet bei 7755. Die Menschen im mittleren Rhein-Pfalz-Kreis leben also relativ sicher. Oder wie es der stellvertretende PI-Leiter formuliert: „Wir haben hier kein wirkliches Kriminalitätsproblem.“ „Endlich spürbar zurückgegangen“ kommentiert Giertzsch die 102 verzeichneten Einbrüche in Wohnungen, von denen es im Vorjahr noch 159 gab und 2015 einen Höchststand mit 167. Da zahlten sich die zentralen Ermittlungen der AG „Bande“ und die verstärkten Sonderkontrollen wohl ebenso aus wie die Präventionsarbeit der Polizei, die Wohnungsbesitzer über Schutzvorkehrungen informiere und berate. Auf Beutetour gingen die Einbrecher vor allem in Mutterstadt und Schifferstadt. Gründe dafür sieht er in der sehr guten Verkehrsanbindung der Orte, die die anschließende Flucht begünstigt, sowie im Fall Schifferstadt in der Größe der Stadt. Außerdem hat die PI Schifferstadt mit 85 merklich weniger aufgebrochene Autos registriert als noch 2016 (135), die Aufklärungsquote hat sich 2017 gegenüber dem Vorjahr von 5,2 auf fast 26 Prozent verbessert. „Das ist ein weiterhin erfreulich niedriges Niveau“, erklärt Giertzsch. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren habe es noch 400 Fälle gegeben. Der gezielte Diebstahl von Navigationsgeräten und Multifunktionslenkrädern habe sich jedoch fortgesetzt. „Dahinter stecken international agierende, professionelle Banden“, sagt er. Die wüssten ganz genau, wo die Wagen stehen, die für sie interessant sind. Besonders beliebt für deren Beutezüge seien bislang BMWs. Beim Blick auf die Bilanz der Schifferstadter Inspektion fallen zwei weitere Besonderheiten auf: der scheinbare Rückgang bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen und bei Fahrraddiebstählen. In der ersten Kategorie liege das in geänderten Erfassungskriterien begründet. „Tatsächlich bleibt das aber ein bedeutsames Feld unserer täglichen Arbeit“, stellt der erfahrene Beamte klar und nennt ein paar Zahlen: 110 Körperverletzungen und 28 Bedrohungen bei insgesamt 160 Fällen (2016: 261). Bei den entwendeten Fahrrädern sticht besonders der Unterschied zum Jahr 2011 ins Auge, als 449 Fälle gegenüber jetzt 237 erfasst worden waren. „Damals konnten wir uns noch einen Beamten leisten, der sich ausschließlich darum kümmerte“, erläutert Giertzsch. Das erlaube die Personalsituation nun nicht mehr, weshalb weniger Delikte registriert würden. Zu Gewalt gegen Polizeibeamte ist es 2017 zehnmal gekommen (2016: dreimal). Die Täter seien meistens alkoholisierte deutsche Männer. Im Internet dominiere Betrug. 155 Fälle haben Giertzsch und seine Kollegen erfasst, davon 117 solcher Vermögensdelikte. Das seien allerdings nur Straftaten, bei denen der Tatort in Rheinland-Pfalz oder zumindest in Deutschland liegt. In Sachen Internetkriminalität fänden sehr viele Fälle keinen Eingang in die Statistik, gibt er zu bedenken. Die PI Schifferstadt ist für die Stadt Schifferstadt, die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, die Gemeinden Böhl-Iggelheim, Mutterstadt und Limburgerhof sowie die Ortsgemeinden Altrip, Waldsee und Neuhofen zuständig. Ihr Dienstbezirk umfasst eine Fläche von rund 160 Quadratkilometern mit rund 91.000 Einwohnern.

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