VG Römerberg-Dudenhofen
Sicherheitsdebatte: „Spart euch das Geld“
Günter Müller ist seit 25 Jahren Vorsitzender des Männergesangvereins Frohsinn Mechtersheim und gehört seit mehr als 20 Jahren dem Ortskartell an. Zurzeit ist er als Beisitzer im Vorstand aktiv. Er hinterfragt die Anschaffung von Zufahrtssperren für Feste und die damit verbundenen Kosten. Müller kann nicht verstehen, warum die Verbandsgemeinde für viel Geld Barrieresysteme anschaffen will. Damit sollen Zufahrten beim Mechtersheimer Fasnachtsumzug und dem Weihnachtswaldbasar in Dudenhofen versperrt werden.
Der Vereinsvertreter ist der Meinung, dass es quergestellte Lastwagen beziehungsweise Feuerwehrfahrzeuge als Absperrungen auch tun. In anderen Kommunen sei diese Vorgehensweise üblich. Müller nennt als Beispiele den Fasnachtsumzug in Westheim und den Rheinland-Pfalz-Tag in Neustadt: „Wieso darf beim Rheinland-Pfalz-Tag mit mehr als 200.000 Besuchern ein quergestellter Lkw die Hauptzufahrt blockieren? Wieso reichen beim Westheimer Faschingsumzug ein Feuerwehrfahrzeug sowie Metallgitter als Absperrung? Wieso muss dagegen beim Mechtersheimer Umzug mit zirka 3000 bis 5000 Zuschauern die Strecke mit sehr teuren und aufwendig zu montierenden ,Armis one“-Absperrungen gesichert werden?“, fragt er.
Dass die Sicherheit bei Veranstaltungen im Vordergrund stehe, stellt Müller nicht infrage. Er kritisiert aber, dass sich Verantwortliche in der Verwaltung hinter Gesetzen und Paragrafen versteckten und damit den Vereinen das Organisieren von Festen unnötig schwer machten. Der Ortskartell-Vertreter fordert von den Verantwortlichen in der Verwaltung mehr Augenmaß. Denn 100-prozentige Sicherheit gebe es nicht. Ansonsten müssten auch bald Netze über Veranstaltungsgelände gespannt werden, damit mit Drohnen kein Unheil angerichtet werden könne, sagt Müller überspitzt.
Er wünscht sich, dass die Verbandsgemeinde die rund 181.000 Euro für die „Armis-one“-Sperren spart und das Geld „besser in Kindergärten und die Infrastruktur investiert“. Der Verbandsgemeinderat hatte bereits im Frühjahr den Kauf der Barrieren bei zwei Enthaltungen beschlossen. Damals war mit Kosten von 145.000 Euro kalkuliert worden. Die Sperren sind jedoch teurer als angenommen. Jetzt müssen die politischen Fraktionen entscheiden, ob die angekündigten Mehrkosten im Haushalt bereitgestellt werden.

