Rhein-Pfalz Kreis Sicher auf zwei Rädern zum Ziel

Radfahrer zielsicher im Ort voranbringen – das soll durch Schilder und eine Fahrradstraße erreicht werden.
Radfahrer zielsicher im Ort voranbringen – das soll durch Schilder und eine Fahrradstraße erreicht werden.

«Mutterstadt». Eine gute Sache sei die geplante neue Beschilderung, die den Radverkehr in Mutterstadt lenken soll. Da waren sich die Mitglieder des Gremiums für Verkehrsfragen in Mutterstadt bei ihrer Sitzung am Dienstag einig. Sie wird nun schrittweise umgesetzt. Diskutiert wurden die innerörtlichen Tempomessungen durch die Polizei Schifferstadt.

Die neue Beschilderung soll den Radfahrern ein zielgerichtetes Vorankommen in Mutterstadt sichern, aber möglichst nicht auf den Hauptverkehrsachsen. Radler, die Mutterstadt nur als Durchgangsstation sehen, sollen über die Ringstraßen geleitet werden. Die Gartenstraße, die parallel zur Speyerer Straße verläuft, soll als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Allerdings sei es schwierig, einige der aus dem Süden kommenden Radler in die Gartenstraße zu leiten, sagte Beigeordneter Volker Strub (FWG). Deshalb sollen sie vom Pfalzring aus über die Eisenbahn- und Schulstraße in den Ortskern geführt werden. Von einem Bürger angeregt wurde eine Querungshilfe für Radfahrer an der Einmündung der Straße An der Fohlenweide in die Waldstraße. Dieses Thema diskutierte das Gremium kontrovers. Insbesondere Strub war der Auffassung, dass eine Querung bereits gut möglich sei. Eine Entscheidung wurde jedoch zurückgestellt, da die Waldstraße 2019 von einer Kreis- zu einer Gemeindestraße abgestuft werden soll. „Derzeit habe ich große Bedenken, dass dem Anliegen der Landesbetrieb Mobilität überhaupt zustimmt“, sagte Strub. Bei einem Ortstermin wollen sich die Mitglieder ein Bild der Lage machen. Kritisiert wurde, dass Radler bis zum Gewerbegebiet Fohlenweide gut fahren, sich innerhalb des Gebiets mit dem Rad aber nur schwer bewegen könnten. Die kurze, rund 200 Meter lange Blumenstraße stand zweimal im Mittelpunkt. Entsetzt zeigte sich Strub darüber, dass bei einer Verkehrsmessung in dieser Straße im März zwischen 16 und 17 Uhr eine Spitzengeschwindigkeit von 97 Kilometern die Stunde gemessen wurde. „Das ist Irrsinn“, sagte der Beigeordnete. Bei zwei weiteren Messungen wurden Spitzengeschwindigkeiten von jeweils 77 Kilometern pro Stunde gemessen. Die Masse der Verkehrsteilnehmer sei aber im Limit gefahren. Angeregt wurde von Bürgern das Anbringen eines Verkehrsspiegels an der Einmündung der Blumenstraße in die Speyerer Straße. Ob dies sinnvoll ist, soll ebenfalls bei einem Ortstermin erörtert werden. Strub stand dem Anliegen eher ablehnend gegenüber, Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) eher aufgeschlossen. Eine kleinere Diskussion entzündete sich an den Tempokontrollen durch die Schifferstadter Polizei in Mutterstadt. Gerald Smogulla (CDU) waren diese nicht häufig genug. „Sind wir nicht so schützenswert wie die Bürger in Ludwigshafen?“, lautete seine provokative Frage. Er meint, in Ludwigshafen werde dichter kontrolliert, auch mit stationären Messanlagen. In Mutterstadt werde häufig kontrolliert, widersprachen der Vertreter der Polizei, Marc Klenk, sowie Beigeordneter Strub. Mutterstadt dürfe die Tempomessungen aufgrund seiner Einwohnerzahl nicht in eigener Regie übernehmen, sagte Strub. Eine Ausweitung der Kontrolltätigkeit sei mit personellem Aufwand verbunden, sagten die Polizisten. Messungen mittels stationärer Anlagen seien innerörtlich in der Fläche nicht vorgesehen. „Die Polizei in Rheinland-Pfalz wurde totgespart. Unsere Möglichkeiten sind begrenzt“, sagte Strub.

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