Rhein-Pfalz Kreis Selbstgekocht schmeckt’s am besten
«Mutterstadt.» Wasserspritzaktionen, Holzarbeiten, Basteln – bei der Ortsranderholung in Mutterstadt wird allerhand geboten. Sie wird von der Jugendfreizeitstätte in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Mutterstadt organisiert. Das Awo-Team kocht. Zum Glück. Denn wer spielt und tobt, hat auch ordentlich Hunger.
Das letzte Essen ist gekocht. Das Awo-Team dürfte etwas geschafft sein. Dreimal am Tag gibt es in der Regel bei der Ortsranderholung Mutterstadt etwas zu essen. Und das wird frisch zubereitet. Mit diesem Angebot ist sie eine der letzten Ortsranderholungen der Region. Etwa zehn Personen arbeiten in der Küche. Ein Mann „fürs Grobe“ unterstützt die Frauen. Sie sind jeden Tag von sieben bis 16 Uhr vor Ort. Und das vier Wochen lang. Der Morgen beginnt mit einem warmen Kakao, frischen Brötchen, Marmelade und einer besonders beliebten Haselnusscreme. Frühstücksbrötchen, die nicht gegessen und hart werden, werden nicht weggeworfen. Der Schlichthof wird mit ins Ferienprogramm integriert und erhält die übrigen Brötchen für die Pferde. Vor dem Mittagessen schallt der Ruf von Heike Klag durch den Wald und die Halle: „Hände waschen, Mittagessen!“ Schnell strömen aus allen Richtungen Kinder zur Tür und auf die Toiletten. Artig wird sich in einer Reihe aufgestellt. Dieses Mal gibt es frisch gebackene Dampfnudeln. Die Rohlinge hat der Förderverein des Jugendtreffs gespendet. Zwar gibt es eine Knetmaschine in der Küche, doch die Vorbereitung mit eigener Teigzubereitung wäre zu arbeitsintensiv. „Da müssten wir schon um drei Uhr nachts anfangen, um diese Mengen herzustellen“, sagt Vera Schulz, die seit 30 Jahren mit im Team ist. 100 Dampfnudeln haben sie für die Kinder vorbereitet. Dazu gibt es eine selbst gemachte Kartoffel-Karotten-Suppe und Apfelmus. Kaum ist das Gericht bekannt, kommen Extrawünsche auf. Manche hätten die Dampfnudeln gerne auf beiden Seiten angebraten, andere mögen die Kruste überhaupt nicht und schneiden sie ab. Das Eis als Nachtisch ist ebenfalls ein Muss auf dem Speiseplan. 45 Kinder sind diese Woche da, davor waren es 100 oder 112. Bei 120 ziehen die Frauen in der Küche die Grenze. Mehr passen einfach nicht in den Speisesaal. Auf den Tisch kommt viel Gemüse und Salat. Das kommt oft als Spende von Landwirtschaftsbetrieben, der Rest wird zugekauft. Heide Frosch ist mit Unterbrechungen schon über 20 Jahre dabei. Ihre Enkel und Urenkel haben schon teilgenommen. Über den Nachmittag gibt es Snacks aus kleingeschnittenen Karotten und Paprika. Diese kommen bei den Kindern gut an. „Wir kochen Dinge, die Kinder gerne essen. Zu den Fischstäbchen und Pommes gehört da einfach der Ketchup dazu. Aber unsere Kinder essen auch sehr gerne Salat“, berichtet sie von den Vorlieben. Bei warmem Wetter stehen Wasserspiele hoch im Kurs. Aber auch ohne angeschlossenen Schlauch müssen regelmäßig Kinder getrocknet werden. Acht bis zehn Betreuer kümmern sich um die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die Betreuer werden über den Jugendtreff organisiert. Sie sind zwischen 18 und 66 Jahre alt und waren teilweise als Kinder schon mit dabei. Draußen wird gesägt, geschleift und geschnitzt. Neben den Holzarbeiten haben die Teilnehmer aus leeren Fertigteedosen Futterhäuschen für Vögel gebastelt. Der Ausflug ins Schwimmbad war bei der Hitze besonders klasse. Gut kommen aber auch Fußball und die Basketballkörbe an. Einen Ausflug zur Feuerwehr gab es ebenfalls und das Rote Kreuz zeigte, wie man Verbände anlegt. Bei so viel Programm haben die Kinder auch Hunger. 100 Dampfnudeln sind schnell verputzt.