Speyer / Umland Schwimmen teilweise wieder erlaubt

In der Schlicht seit Mittwoch wieder erlaubt: schwimmen. Im Wasser und am Badestrand gelten aber weiterhin das Abstandsgebot und
In der Schlicht seit Mittwoch wieder erlaubt: schwimmen. Im Wasser und am Badestrand gelten aber weiterhin das Abstandsgebot und die Kontaktbeschränkungen.

Die Badeseen in Rheinland-Pfalz waren in den vergangenen Wochen gesperrt. In der neuesten Corona-Bekämpfungsverordnung sind sie jedoch nicht mehr erwähnt. Das heißt im Umkehrschluss, dass wieder geschwommen, geplanscht und sich gesonnt werden darf. Allerdings noch nicht überall.

„Wir öffnen die Badeseen wieder“, verkündete Patrick Fassott (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinauen, am Mittwoch nach einer Besprechung mit den Ortsbürgermeistern auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Ortsbürgermeister sind für die Gewässer zuständig, weil sie den Ortsgemeinden gehören. Die Schlicht in Neuhofen war bereits am Mittwoch wieder für Besucher zugänglich, an den anderen Badeseen in der Verbandsgemeinde – Blaue Adria (Altrip), Steinerne Brücke (Neuhofen), Marxweiher und Wolfgangsee (Waldsee) – wurden die Verbotsschilder im Laufe des Tages weggeräumt. In diesen Gewässern kann am Donnerstag wieder geschwommen werden. Auch die Liegewiesen und Parkplätze dürfen laut Fassott wieder genutzt werden.

Der Bürgermeister wies aber darauf hin, dass gemäß der Corona-Bekämpfungsverordnung auch für Badeseen das Abstandsgebot und die Kontaktbeschränkungen gelten. Heißt: Personen, die nicht in einem Haushalt leben, müssen 1,5 Meter Abstand zueinander halten. Zusammen am Strand sitzen oder im Wasser schwimmen ist nur mit Menschen, die im eigenen Haushalt leben, und mit Personen aus einem weiteren Hausstand erlaubt. Das Ordnungsamt werde dies auch kontrollieren, sagte Fassott.

Binsfeld-Seen noch gesperrt

Im nur ein paar Kilometer entfernten Speyerer Binsfeld sieht die Sache dagegen anders aus. Wie Stadt-Sprecherin Lisa Eschenbach auf Anfrage mitteilte, bleibe der Status quo noch erhalten. Heißt: Erfrischen im Wasser – wie mit den Füßen im Nass stehen – ist zulässig, baden noch nicht. Sonnen und sich im Naherholungsgebiet aufhalten sind aber erlaubt. Hintergrund ist, dass sich die Stadt Speyer einem Vorstoß der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises anschließt. Die Kreisverwaltung möchte laut Pressesprecherin Kornelia Barnewald die Öffnung der Seen gerne kreisweit einheitlich regeln. Zudem werde ein kreisweites Hygienekonzept angestrebt, bestätigte Barnewald am Mittwoch noch einmal der RHEINPFALZ und nannte als möglichen Inhalt zum Beispiel eine Beschränkung der Personenanzahl an den Badestränden. Dazu finden laut der Kreissprecherin Gespräche statt – auch mit den benachbarten Städten Speyer und Ludwigshafen sowie dem Kreis Germersheim. Denn am Mechtersheimer Badesee gibt es ein Ufer, das auf Römerberger Gemarkung und somit im Rhein-Pfalz-Kreis liegt, und eins, das sich auf Lingenfelder Gebiet im Landkreis Germersheim befindet. Wann mit der Öffnung und dem Konzept gerechnet werden kann, steht laut Barnewald noch nicht fest. Auch im Norden des Rhein-Pfalz-Kreises begrüßte ein Verbandsbürgermeister eine einheitliche Regelung zur Öffnung. Dort sind der Lambsheimer Weiher und der Silbersee in Bobenheim-Roxheim ebenfalls noch bis auf Weiteres geschlossen.

Zurück in den Süden des Kreises: Manfred Scharfenberger (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, sagte am Mittwoch auf Anfrage jedoch, dass er von einem Mitarbeiter der Kreisverwaltung bereits grünes Licht für die Öffnung des Mechtersheimer Badesees bekommen habe. Schwimmen und Sonnen werden dort in den nächsten Tagen wieder erlaubt sein. Dafür werde es auch Absprachen mit der Verbandsgemeinde Lingenfeld geben, damit die Öffnung der beiden Ufer einheitlich erfolge.

Kommentar: Flickenteppich

Der Vorstoß der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises, die Öffnung der Badeseen einheitlich zu regeln, ist gut gemeint. Er wurde jedoch zu spät und teilweise gar nicht kommuniziert. Nun gibt es für die Bürger wieder einen Flickenteppich mit unterschiedlichen Regeln. Dieser kann aber schnell beseitigt werden, bevor die Temperaturen wieder zum Schwimmen einladen. Denn eigentlich müsste jedem klar sein, dass das Abstandsgebot und die Kontaktbeschränkungen entscheidend sind, um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermindern.

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