Rhein-Pfalz Kreis Schmankerl mit Doppelmord

Michaela May (links) liest mal mit bayerischem, mal mit österreichischem Akzent aus Nicola Förgs Roman.
Michaela May (links) liest mal mit bayerischem, mal mit österreichischem Akzent aus Nicola Förgs Roman.

«Mutterstadt.» Auch im bayerischen Alpenidyll passieren Morde. Und zwei Kommissarinnen blicken in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Der Krimi „Rabenschwarze Beute“ lässt selbst hartgesottene Krimifans schlucken. Die Bestsellerautorin Nicola Förg hat in der Mutterstadter Gemeindebibliothek gemeinsam mit Schauspielerin Michaela May aus ihrem aktuellen Buch gelesen.

Michaela May hat schon nach wenigen Worten die volle Aufmerksamkeit der 170 Zuhörer. Mit geübter Stimme nimmt sie das Publikum zu Beginn mit in eine kalte Silvesternacht nach Murnau. Markus Göldner, ein bekannter Architekt und engagierter Vogelschützer, der sich viele Feinde mit seinem Kampf gegen Windkraftanlagen und Sommerfeuerwerke gemacht hat, wird in der Silvesternacht vom Balkon geschossen. Die beiden Garmischer Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl nehmen die Ermittlungen auf und stoßen schon bald auf einen zweiten Todesfall. Die vierjährige Tochter der bekannten Modebloggerin La Jolina wird erfroren aufgefunden. Dies lässt selbst die beiden erfahrenen Polizistinnen nicht kalt. Als dann auch noch die Mutter des Kindes spurlos verschwindet, stehen die Ermittlerinnen vor einem Rätsel. Nicola Förg und Michaela May sind ein eingespieltes Team. Die Schauspielerin, die gekonnt mal einen bayerischen, mal einen österreichischen Akzent einlegte, liest aus verschiedenen Kapiteln des Buchs vor. Die Autorin hilft den Besuchern durch kurze Zusammenfassungen, den Inhalt lückenlos zu verfolgen. Spannungsreich sind die Figuren, die Nicola Förg für ihren Roman geschaffen hat. Sie wirken echt und authentisch. Niemand ist perfekt, alle haben ihre Fehler. Wie im richtigen Leben. Der Zuhörer fühlt sich mittendrin in einer Geschichte, die sich genauso hier und jetzt abgespielt haben könnte. Dass sich Förg, die mit verstauchtem Knöchel nach Mutterstadt gereist ist, für den Tier- und Umweltschutz engagiert, kommt im neunten Fall der Mangold-Reihe deutlich zum Ausdruck. Geschickt bindet sie die gut recherchierten und aktuellen Themen in den spannenden Krimistoff ein. Mit scharfem, teils kritischem Blick lässt die gebürtige Allgäuerin die Zuhörer eintauchen in eine Welt aus Hass und Rache, aber auch Liebe und Vergebung. Die Lösung der packenden und aufwühlenden Geschichte wird in Mutterstadt natürlich nicht verraten. „Markus Göldner tot, das kleine Mädchen tot, La Jolina verschwunden. Wie das alles zusammenhängt, werden Sie wohl selbst lesen müssen“, sagt Förg. Im Anschluss an die Lesung, die durch eine Kooperation mit dem Kulturbüro des Rhein-Pfalz-Kreises ermöglicht worden war, folgt der Gaumenschmaus. Das Team der Gemeindebibliothek hatte für die Gäste passend zum Krimisetting ein Büfett mit bayerischen Schmankerln aufgebaut.

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