Rhein-Pfalz Kreis Schallschutz und Bäume gefordert
Die Einwände gegen die Erweiterung des Netto-Markts waren Thema der Beindersheimer Gemeinderatssitzung am Dienstag. Unter anderem verlangen die Raumordnungsbehörden ein Einzelhandelskonzept für die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim.
Das Unternehmen Netto will seinen bestehenden Markt abreißen und auf rund 1060 Quadratmetern Verkaufsfläche einen neuen bauen sowie einen 60 Quadratmeter großen Backshop (wir berichteten). Der Bebauungsplanentwurf dazu hatte im Juli bei der Verbandsgemeinde ausgelegen. Über die eingegangenen Stellungnahmen berichtete am Dienstag Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD). Ein in der Nähe wohnendes Ehepaar befürchtet zusätzlichen Lärm durch Lieferwagen früh morgens. Deshalb hat der Gemeinderat nun beschlossen, dass der Bauherr einen Schallschutz gegenüber der Wohnbebauung nachweisen muss. Die Stadt Frankenthal befürchtet, dass ihren Einkaufsmärkten Kaufkraft entzogen wird. Laut einem Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung ist mit Blick auf drei Netto-Filialen in Frankenthal ein Kaufkraftabfluss nur dann zu erwarten, wenn der neue Beindersheimer Netto abgewanderte Kundschaft aus dem Ort zurückgewinnen würde. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd und der Verband Region Rhein-Neckar sehen in der Erweiterung „eindeutig die Schwelle der Großflächigkeit überschritten“, wie es in ihrer Stellungnahme heißt. Vereinbart wurde deshalb, dass der neue Markt als Lebensmittel-Nahversorgung im neuen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim ausgewiesen und für die gesamte VG ein Einzelhandelskonzept vorgelegt wird. Das heißt ein Plan, wo welche Märkte zur Versorgung der Bevölkerung notwendig sind. Unterdessen wird das Bebauungsplanverfahren allerdings fortgeführt und nicht unterbrochen. Weitere Stellungnahmen bezogen sich unter anderem auf die mit der SGD abzustimmende Entwässerung sowie auf Brand- und Naturschutz. Als Ausgleichsfläche für die Erweiterung sind 439 Quadratmeter südlich des Sportplatzes vorgesehen, zudem muss auf dem Marktgelände für jeweils acht Parkplätze ein Baum mit mindestens 18 bis 20 Zentimeter Stammumfang gepflanzt werden. Der nächste Schritt im Verfahren ist nun die erneute Offenlegung des geänderten Bebauungsplans sowie eine Information der Behörden. Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU) hofft, dass im April mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. (cei)