Rhein-Pfalz Kreis Ruhepark wird bald eröffnet

Am 3. Mai wird beim Beindersheimer Friedhof der Ruhepark eingeweiht. Nach welchen Regeln dort Bestattungen stattfinden können, hat der Ortsgemeinderat am Dienstagabend festgelegt. Unter den 20 Bäumen kann die Asche von bis zu 320 Verstorbenen beigesetzt werden.
Wie mehrfach berichtet, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr ein 8500 Quadratmeter großes parkähnliches Gelände am Friedhof in eine Begräbnisstätte verwandelt. Nach dem Vorbild von Friedwald und Ruheforst soll es dort möglich sein, Urnen im Wurzelbereich von Bäumen beizusetzen. Die Nachfrage nach solchen Grabstätten, über denen einfach nur Gras wächst und die daher keine Pflege durch die Hinterbliebenen benötigen, wird stetig größer. „Ruhepark“ nennt die Gemeinde das Gelände, mit dem sie in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim eine Vorreiterrolle einnimmt. In der Ratssitzung am Dienstag ging es darum, das neue Angebot in die Beindersheimer Friedhofsatzung aufzunehmen. Sobald die Neufassung veröffentlich ist, können im Ruhepark Bestattungen stattfinden. Unter jedem der 20, mit einer Registriernummer versehenen Bäume wird es acht Plätze für biologisch abbaubare Urnen geben. Ein Platz kann auch zweifach belegt werden. Die Gemeinde wird ein Verzeichnis führen, aus dem hervorgeht, wer welchen Grabplatz gekauft hat und wer dort bestattet wurde. „Am Baum selbst wird keine Namenstafel angebracht“, erläutert Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU) auf Anfrage. „Es wird in der Nähe eine Art Gedenktafel geben, an der kleine Beschriftungstafeln angebracht werden.“ Gegen eine Gebühr können Angehörige darauf den Namen sowie das Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen anbringen lassen. Auch kirchliche Symbole sollen erlaubt sein. Möglich ist aber auch eine vollkommen anonyme Bestattung. Gepflegt wird der Platz unter dem Baum von der Ortsgemeinde. Grabschmuck darf dort nur in den ersten drei Wochen nach der Beisetzung abgelegt werden. Der überarbeiteten und am Dienstag beschlossenen Friedhofsgebührensatzung zufolge kostet ein 25 Jahre genutzter Platz unter einem Baum 180 Euro plus eine Verwaltungsgebühr von 100 Euro. Laut Thomas Wey wird der Ruhepark am Sonntag, 3. Mai, um 11.30 Uhr mit kirchlicher Beteiligung eingeweiht. Im Zuge der Satzungsänderung regte Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) am Dienstag an, die auf dem Beindersheimer Friedhof geltenden Ruhe- und Nutzungszeiten von jeweils 25 Jahren zu verändern, um innerhalb der Verbandsgemeinde eine einheitliche Regelung hinzubekommen. Dann habe es die Verwaltung einfacher bei der Ausstellung von Graburkunden und Gebührenbescheiden. Weil laut Verwaltung das betreffende Computerprogramm veraltet ist und die örtlich unterschiedlichen Regelungen schlecht verarbeiten könne, wurden in der Vergangenheit einigen Kleiniedesheimer Bürgern falsche Bescheide und Urkunden ausgestellt (wir berichteten am 8. April). Wie Bürgermeister Reith jetzt sagte, hat eine Überprüfung ergeben, dass in fünf Ortsgemeinden die Ruhe- und Nutzungszeiten gleich sind, nur Beindersheim weiche ab. Dort verbleiben Leichen und Aschen 25 statt 20 Jahre in der Erde, und das Recht zur Nutzung eines Grabs läuft über 25 statt 30 Jahre. Der Gemeinderat will eine Änderung allerdings nicht überstürzen. CDU-Mitglied Rainer Zotz sprach sich dafür aus, zuerst die Bürgermeister-Dienstbesprechung in dieser Sache abzuwarten. Unterstützung bekam er von Bernd Stalla (FWG): „Es kann ja sein, dass die anderen Ortsgemeinden lieber unsere Fristen übernehmen wollen.“ (ww)