Rhein-Pfalz Kreis Rosen als Dank

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Nach der neuesten Liste des Rhein-Pfalz-Kreises vom 30. September muss die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim damit rechnen, bis zum Jahresende noch 114 Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. Das hat Bürgermeister Michael Reith (SPD) dem Lambsheimer Ortsgemeinderat auf Anfrage mitgeteilt. Ihren Dank für Asyl haben zehn Männer aus Syrien mit einer Blumenaktion zum Ausdruck gebracht.

Noch habe man das Glück, ausreichend Wohnungen und Zimmer für Asylbewerber zur Verfügung zu haben. Wenn sich bewahrheite, dass der Rhein-Pfalz-Kreis am Jahresende – auf die Kommunen nach einem bestimmten Schlüssel verteilt – 1700 Migranten aufgenommen haben muss, werde es problematisch. „Wir wollen und bekommen keine Container mehr, und die letzte Lösung ist die Nutzung von Turnhallen“, so Reith. Gemeinsam mit dem Rhein-Pfalz-Kreis arbeite man an der Anmietung von weiteren Objekten, um die Unterbringung von 114 Personen in Wohnungen und Zimmern gewährleisten zu können. Der Bürgermeister räumte ein, dass es in den zwei Sammelunterkünften der VG durchaus Reibereien unter den Bewohnern gebe und versprach, den Gemeinderat stärker über die Entwicklung auf dem Laufenden zu halten. Laut Statistik hat die VG in diesem Jahr 43 Flüchtlinge aufgenommen, das sind rund 27 Prozent des Solls von 157 Personen. Unterdessen läuft das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde auf hohem Niveau. In Lambsheim beispielsweise sorgen rund 30 Bürger dafür, dass die Wohnungen in Schuss gehalten werden, dass Familien gut betreut werden und dass Deutschkurse stattfinden können. Wie sehr die Neuankömmlinge den Sprachunterricht brauchen und schätzen, hat vergangene Woche eine rührende Initiative von jungen Syrern gezeigt. Nach Angaben von Margit Stadler und Martin Eberle hatten zehn Männer, die im Hotel Delphi wohnen, beschlossen, ein Zeichen des Danks für die Gastfreundschaft in Deutschland zu setzen. „Sie haben Blumen und Karten gekauft, und wir haben ihnen geholfen, ihren Textvorschlag in korrektem Deutsch umzusetzen“, berichtet Martin Eberle. Mit Erlaubnis der Heimleitung hätten sie dann die Senioren im Lamundisstift besucht und jedem eine Blume und eine Dankeskarte überreicht. „Die Heimbewohner waren sehr gerührt und haben sich gefreut“, so Eberle, besonders als die Syrer den Text selbst vorgelesen hätten. „Danach wurde noch bei Kaffee und Kuchen geplaudert.“ Margit Stadler, die Koordinatorin des Lambsheimer Initiativkreises, bestätigt Eberles Eindruck, dass sich die Männer nach wenigen Monaten in Deutschland schon sehr gut in der fremden Sprache verständigen können. „Sie sind mit großer Begeisterung und Motivation dabei“, sagt Stadler. Auch der Aufruf an die Bürger, CD-Spieler zu spenden, sei erfolgreich gewesen. Die brauchen die Sprachschüler, um sich außerhalb des Unterrichts mittels Lern-CDs mit der richtigen Aussprache zu beschäftigen. „Was sie lesen und schreiben, müssen sie auch hören“, verdeutlicht Margit Stadler das Problem. Zuweilen seien die Flüchtlinge frustriert, wenn sie ihre deutschen Mitbürger nicht richtig verstehen. „Wir erklären ihnen dann, dass das meist am Pfälzer Dialekt liegt.“ Die Versorgung mit gespendeten Fahrrädern sei im Moment ebenfalls gesichert, berichtet die Lambsheimerin. Bedarf werde es aber wohl wieder geben, wenn mehr Zuwanderer im Ort einträfen. „Die Räder sind für sie wichtig, weil sie damit so mobil sind wie andere mit dem Auto“, erläutert Margit Stadler. „Außerdem sind die Fahrkarten für Zug und Bus recht teuer.“ Mit dem Rad könnten die Flüchtlinge nach Frankenthal und Ludwigshafen fahren, wo es Geschäfte mit Lebensmitteln aus ihrer Heimat gebe, oder zu den Vereinen, in denen die meisten schon integriert seien. Stadler: „Der Weg vom Hotel Delphi am Lambsheimer Bahnhof bis zur Eintracht, wo viele Fußball spielen, ist zu Fuß doch recht weit.“ (ww)

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