Rhein-Pfalz Kreis Reith: Kein Parkplatz geht verloren
Um Überschwemmungen vorzubeugen, wird in der Heßheimer Kieskaut ein erdüberdecktes Regenrückhaltebecken gebaut. Am Dienstag informierte die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim im Bürgerhaus die Anwohner. Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD) konnte den rund 50 Anwesenden gleich eine Sorge nehmen: Es gebe keine Vollsperrung über ein Jahr, wie es versehentlich in der RHEINPFALZ geheißen hatte. Bis Ende Dezember sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.
Dass die Verwaltung nicht früher über das Projekt informierte, wurde kritisiert. „Wir haben keine Notwendigkeit gesehen“, meinte Verbandsbürgermeister Michael Reith (SPD). Doch jetzt wolle man das Gesamtpaket vorstellen. Das Betonbecken fasst rund 200 Kubikmeter und soll Wasser bei starken Regenfällen ableiten, wie sie statistisch etwa alle 20 Jahre vorkommen. Laut Planer Jürgen Neubeck von IPR Consult Neustadt wird es unter dem Parkplatz in der Kieskaut gebaut. An der schmalen Südseite soll daneben ein Abschlagbauwerk als Schacht über dem Regenabwasserkanal entstehen. Wenn das Regenwasser nicht schnell genug von der Straße abfließen kann, wird es dort in das Becken geleitet. Ist der Kanal wieder leer, kann es über den Kanal abgeschlagen, also leergepumpt werden. „Es geht kein Parkplatz verloren“, betonte Bürgermeister Reith, man wolle vielleicht durch eine bessere Aufteilung noch ein, zwei Plätze dazugewinnen. Hier hakte Ortsbürgermeister Karl Neunreither (SPD) ein: Die Gestaltung des Parkplatzes in der verkehrsberuhigten Kieskaut sei Angelegenheit der Ortsgemeinde. Der Rat werde darüber beraten; grundsätzlich solle das Gesamtbild erhalten bleiben. Weil unter dem Parkplatz eine Gasleitung umgelegt werden muss, nutzen Stadtwerke und Pfalzgas die Gelegenheit, Stromkabel unterirdisch zu verlegen sowie die teils aus den 60er-Jahren stammenden Gasleitungen zu sanieren. Die wartungsintensiven Dachständer für Strom könnten jedoch erst in gut zehn Jahren abgebaut werden, wenn der ganze Ort unterirdisch versorgt sei, sagte der Stadtwerke-Vertreter. Kosten entstünden den Anwohnern keine. Auch eine Erhöhung der Abwassergebühren schloss Reith aus, das rund 720.000 Euro teure Bauwerk sei im Wirtschaftsplan vorgesehen gewesen. Die Arbeiten werden in drei Abschnitten ausgeführt. Im August soll die Zufahrt zur Kieskaut für etwa fünf Wochen voll gesperrt werden. Eine einwöchige Sperrung könnte nochmals bei den Arbeiten am Schacht zum Abschluss erfolgen. Sorgen bereiteten den Bürgern und zwei Gewerbetreibenden Anlieferungen und mögliche Einsätze von Feuerwehr und Rettungsdienst. Sanitäter könnten während der Vollsperrung den Fußweg nutzen – auch mit fahrbarer Pritsche, erklärte Reith. Den Anwohnern sollen an der Treppe zur Alten Straße Parkplätze für kurzzeitiges Be- und Entladen zur Verfügung gestellt werden. Es wird überlegt, Gewerbetreibenden einen Radlader bereitzustellen. Dazu sollen noch Gespräche stattfinden. Mülltonnen werden von der Sammelstelle vom Bauunternehmen zur Straße gebracht und wieder zurück. Baufirmen seien bei Problemen immer zugänglich gewesen, lautet die Erfahrung in der Verbandsgemeinde. Reith forderte auf, „auch Hilfe zu ersuchen“. (cei) Termin Jede Woche dienstags, 14 Uhr, ist Baustellentermin vor Ort. Bürger können dort ihre Anliegen vorbringen.