Rhein-Pfalz Kreis Ran an die Schwimmnudel

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Maxdorf. Hermann Rockstroh kennt fast jeden der etwa 60 Seniorenschwimmer im Kreisbad Maxdorf persönlich. Vor mittlerweile zehn Jahren hatte er als damaliges Mitglied des Kreisseniorenbeirats die Idee zur Wassersportgruppe. Am 6. März feiern die Senioren nach dem Training ihr Jubiläum mit einem kleinen Empfang.

„Schneller“ schallt es von der Längsseite im Kreishallenbad Maxdorf herüber. Dabei heißt das Bad nach einer Entscheidung des Kreistages im Dezember 2016 „Heidespaß“. Übungsleiterin Annette Maier hält eine blaue Schwimmnudel in den Händen und macht ihrer Seniorengruppe die Übungen vor: Mit schnellem Schritt joggt sie auf der Stelle, legt die Nudel weg und „boxt“ mit den Händen nach unten. 20 Minuten Wassergymnastik gibt es hier jeden Montag, seit zehn Jahren. Die Senioren machen mit, drücken ihre Arme kräftig gegen den Wasserwiderstand abwechselnd nach unten. Im Schwimmerbecken grault derweil Hans-Jürgen Thiele durchs Wasser. Der 77-Jährige war jahrelang leistungsmäßig Schwimmer, „er war ein Kandidat für die Olympischen Spiele“, sagt Rockstroh. So schnell, wie er seine Bahnen zieht, nicht nach links und nicht nach rechts schaut, spürt man noch immer den Ehrgeiz. Erwin, Lothar und die anderen lassen es beim Aquajogging dagegen ruhiger angehen. „Hier kann jeder so mitmachen, wie er es noch kann und will“, sagt Rockstroh. Das sei der Vorteil des Seniorenschwimmens 60 plus, das der Seniorenbeirat des Rhein-Pfalz-Kreises 2007 ins Leben rief. Jeden Montagmorgen ist das Bad für die Senioren reserviert. Sie treffen sich, um gemeinsam aktiv zu bleiben, aber auch um zu plaudern: „Die soziale Komponente ist das Wichtigste“, erklärt der frühere BASF-Angestellte Rockstroh. Er selbst hat diese Erfahrung als langjähriger Vorsitzender der TSG Maxdorf gemacht: Von 1989 bis 2004 leitete er den Verein. „Ich bin kein großer Schwimmer“, sagt er über sich selbst. „Aber ich war der Mann vom Sport.“ Also fiel die Wahl auf ihn, als der Kreisseniorenbeirat ein neues Sportangebot entwickeln wollte. Der Gedanke „Senioren gestalten für Senioren“ motiviert ihn und Ilse Wegmann noch heute. Die Rentnerin ist als Seniorenbeirätin der VG Lambsheim-Heßheim mittlerweile stark in die Organisation eingebunden. „Aber das ist schon sein Kind“, sagt sie. Rockstroh lächelt versonnen: „Dabei habe ich ja auch einen Sohn und zwei Enkel.“ 2013 stand die Initiative auf der Kippe. 2008 wurde das Bad wegen einer Generalsanierung geschlossen, die Organisatoren zogen mit ihren Teilnehmern in das Schifferstadter Kreisbad um. Aus geplanten zwei Jahren Umbauzeit wurden am Ende fünf. 2013 sollte es weitergehen. Doch Hermann Rockstroh zog in eine andere Verbandsgemeinde und gab den Vorsitz im Seniorenbeirat der VG Maxdorf und die Mitgliedschaft im Kreisseniorenbeirat ab. „Ich war froh, dass sich Ilse gemeldet hat“, sagt er, „ohne sie wäre das hier nicht möglich“. Denn sie war gleich dabei, als er einen Nachfolger und Unterstützer suchte. Vor der Eingangstür fährt der Bürgerbus der VG Lambsheim-Heßheim vor. Acht schwimmbegeisterte ältere Herrschaften steigen aus und betreten das Bad. Langsam füllt sich der Vorraum, die Kassierer um Thiele, Lothar Armbrust und Peter Bloss haben ordentlich zu tun. So geht das seit einiger Zeit jeden Montag – auch ein Werk von Ilse Wegmann. Sie organisiert die Fahrten. Auch für die Großniedesheimerin ist gesellschaftliches Engagement nicht neu. Wegmann saß von 1984 bis 2010 für die SPD im Ortsgemeinderat. Die Politik sei nie seine Sache gewesen, erklärt dagegen Rockstroh. Er hat aber festgestellt: „Den Politikern muss man was bieten.“ Deswegen setzte er schon als Vereinsvorsitzender auf Eigeninitiative und ist auch jetzt noch von den umgesetzten Projekten überzeugt. Das ist auch der Ruder-Olympiasieger Alois Bierl. 1972 gewann er in München die Goldmedaille mit dem „Bullenvierer“, so stark war er mit seinen Teamkollegen damals. Als junger Mann kam er nach Maxdorf. Rockstroh der aus der Leichtathletik kommt, ruderte dort mit ihm. Heute schwimmt Bierl regelmäßig im Kreisbad, joggt durchs Wasser und macht auch bei der Gymnastik mit. „Schwimmen ist durch den Auftrieb für Senioren eine der besten Sportarten und verbessert durch den Wasserwiderstand auch die Muskeln“, erzählt Rockstroh. Selbst bei (ehemaligen) Leistungssportlern.

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