Rhein-Pfalz Kreis Probleme werden komplexer

«Mutterstadt.»In Krisensituationen möchte Christine Franz die erste Ansprechpartnerin sein. Wenn Arbeitslosigkeit droht, deren Alltag zur Last wird oder die neue Heimat noch fremd ist, berät sie und vermittelt wenn nötig an Hilfseinrichtungen weiter. „Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit ist die Krisenintervention“, sagte die Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte im Mutterstadter Sozialausschuss. Eine Herausforderung ihrer Arbeit: Soziale Probleme werden immer komplexer.
In den vergangenen Jahren hat die Unterbringung der Asylbewerber die Flüchtlingsarbeit in Mutterstadt beherrscht. Inzwischen verschiebt sich laut Sozialarbeiterin Christine Franz der Fokus auf ihre Integration in die und ihre Teilhabe an der Gesellschaft. Es gehe darum, ihnen grundlegende Regeln und Werte zu vermitteln, die in Deutschland gelten. Das sei oft gerade beim Thema Frauen wichtig. Daher hat Franz passend zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht im Jahr 2018 über die Rechte und rechtlichen Möglichkeiten von Frauen in der Bundesrepublik informiert und aufgezeigt, dass Frauen in Deutschland die gleichen Rechte haben wie Männer. Unterstützt wird Franz bei diesem Teil ihrer Arbeit unter anderem von einer arabischsprechenden Vollzeitkraft, einem Mitglied des Athletenclubs Mutterstadt und Sachbearbeiterinnen aus dem Rathaus. „Die meisten Asylbewerber sind sehr bemüht und haben schnell über Sprachkurse die deutsche Sprache erlernt“, berichtet sie. Ehrenamtliche Sprachvermittler werden weiter benötigt. Zusätzliche Hürden für Asylbewerber stellen die Suche nach einer Wohnung und einem Arbeitsplatz dar. Zu Konflikten mit Nachbarn kommt es Franz zufolge bei dezentral untergebrachten Asylbewerbern wegen Mülltrennung und dem Einhalten von Ruhezeiten, zu Problemen in der Sammelunterkunft wegen handgreiflichen Streits, Sachbeschädigung und mangelnder Hygiene. Die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer sei stark gesunken, doch die verbliebenen würden zweimal im Monat den Begegnungstreff „Solidarität“ organisieren. Dieser solle 2019 neu konzipiert werden, um das Interesse zu steigern. Ebenfalls geplant ist das Projekt „Musik und Lieder ohne Grenzen“ mit dem Handharmonika-Club. Behinderte Menschen Damit Menschen mit Behinderung daran teilnehmen können, muss das öffentliche Leben im Dorf frei zugänglich sein, findet Christine Franz. „Denn Inklusion kann nicht ohne Barrierefreiheit funktionieren“, betont sie. Politik und Verwaltung seien daher aufgefordert, etwaige Hindernisse zu erkennen und abzubauen. Thema bei einem Aktionstag seien Inklusion im Sport und bauliche Veränderungen im Ortskern gewesen. Gleichstellung Ihr Ziel: Frauen und Mädchen über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren und eventuellen Benachteiligungen entgegenzuwirken. Dazu tauscht sich Christine Franz rege mit ihren Kolleginnen im Rhein-Pfalz-Kreis aus, mit denen sie frauenspezifische Veranstaltungen plant. Die Feierlichkeiten zu 30 Jahren Gleichstellung im Landkreis etwa fanden in Mutterstadt statt. Senioren Die wöchentlichen Angebote für ältere Mitbürger wie Gymnastik- und Yoga-Kurse finden guten Anklang, ebenso etablierte Veranstaltungen wie Faschingskehraus und Weihnachtsfeier sowie Aktionen der Kirchengemeinden. „Dennoch stellt sich die Frage nach innovativen Angeboten, um den Interessen und Belangen der neuen Generationen von Senioren gerecht zu werden“, sagt Franz.