Rhein-Pfalz Kreis Platanen werden zum Zankapfel

Bleiben sie oder werden sie gefällt? Walter Altvater stört sich an der Vorgehensweise der Verwaltung bei diesem Thema.
Bleiben sie oder werden sie gefällt? Walter Altvater stört sich an der Vorgehensweise der Verwaltung bei diesem Thema.

«Mutterstadt.» Müssen die Platanen entfernt und durch neue Bäume ersetzt werden, wenn der Vorplatz der Neuen Pforte neu gestaltet wird? Das ist nicht sicher, könnte aber passieren. An dieser Möglichkeit hat sich in der Sitzung des Mutterstadter Bauausschusses am Dienstagabend eine lange, teils leidenschaftliche Debatte entzündet. Jetzt sollen Probebohrungen den genauen Zustand der Platanen ermitteln.

Walter Altvater (Grüne) hatte bereits bei den Haushaltsberatungen im Gemeinderat vorige Woche das angeblich geplante Herausreißen der Platanen bemängelt. Und : Er hatte die beiden Gutachten über die Bäume sowie die Gemeindeverwaltung kritisiert. Die beiden „im Auftrag unserer Dorfhäuptlinge erstellten Gutachten“ seien rein spekulativ und arbeiteten mit unsauberen rhetorischen Tricks. Die Feststellungen darin bezeichnete Altvater als bewusste Irreführung des Gemeinderats, die darin – sowie im Bauausschuss und Ältestenrat – heraufbeschworene Gefahr als fiktiv. Zudem arbeiteten nicht alle Abteilungen im Rathaus gut und solide wie die Kämmerin, und der Ortsspitze vertraue er nicht. Äußerungen, die schon im Rat Unmut ausgelöst hatten. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) wies diese Vorwürfe nun in der Sitzung des Bau- sowie des Landwirtschafts- und Umweltausschusses zurück. Von Seiten der Verwaltung sowie der politischen Gremien hatte und habe niemand die Absicht, die Platanen ohne plausiblen Grund zu entfernen. Die Fachabteilung habe Bedenken geäußert, dass die Bäume die anstehenden Arbeiten eventuell nicht unbeschadet überstehen könnten, und daher eine externe Expertenmeinung eingeholt. Aus Sorgfalt habe der Bauausschuss – mit der Stimme Altvaters – am 5. Dezember ein weiteres Kurzgutachten beauftragt. Im Ältestenrat sei bereits eine Probebohrung angeregt worden, um das Wurzelwerk zu sichten. In den Unterlagen für die Ausschusssitzung habe die Verwaltung zwar ihren Standpunkt erläutert – dass die Baumgruppe nicht zu erhalten ist und neu gepflanzt werden sollte –, aber bewusst keinen Beschlussvorschlag gemacht. Den Gutachtern öffentlich Nichtwissen vorzuwerfen, halte er für bedenklich. „Ihnen und der Verwaltung eine bewusste Irreführung des Gemeinderats zu unterstellen, weise ich als völlig unbegründet und haltlos zurück“, erklärte Schneider. Daneben halte er es für bedenklich, dafür der Verwaltungsspitze das Misstrauen auszusprechen und ganzen Abteilungen schlechte Arbeit zu unterstellen. Zudem habe die Verwaltung den Platz und vor allem das Umfeld der Platanen in den vergangenen Tagen mehrmals intensiv besichtigt und festgestellt, dass die Wurzeln der Bäume vor den Geschäften einige Pflasterteile angehoben haben. „Aus fachlichen und Transparenzgründen haben wir auch Kontakt mit der Unteren Landespflege bei der Kreisverwaltung aufgenommen“, sagte Schneider. Die sei nach einer Gesetzesänderung zwar nur noch für Naturdenkmäler zuständig, trotzdem habe die Gemeinde die einst zuständige Expertin anhören wollen. Laut Bauabteilungsleiter Werner Klein empfahl sie, den Belag zu öffnen und das Wurzelwerk genau zu untersuchen. Hier legte Altvater nach. Er habe ebenfalls mit der Expertin telefoniert und ihr, anders als Klein, nicht nur einen Auszug vorgelesen, sondern die kompletten Gutachten zur Verfügung gestellt. Die, sagte er, habe sie daraufhin als wertlos eingestuft. Weiterhin kritisierte er, dass die Verwaltung sich erst jetzt an die Kreisverwaltung wandte. Schneider erinnerte daran, dass dies freiwillig war und keine Pflicht bestand. Er empfinde es als eigenartig, dass die Mitarbeiterin einem Bürger mehr Informationen gab als einer anfragenden Behörde. Er, betonte er, werde das aber klären. Was folgte, war eine lange Debatte. Um Wortlaute und genaue Formulierungen. Darüber, wer wann wen angerufen hatte. Und die Kompetenz verschiedener Experten. Doris Stubenrauch (SPD) hob hervor, dass die Platanen das Ortsbild prägten und wichtige Luftfilter sowie Schattenspender seien. Parteigenossin Hannelore Klamm stellte klar, dass bei einem Unfall mit den Bäumen nicht der Rat verantwortlich sei, sondern die Verwaltung geradestehen müsse. Einig waren sich Ausschussmitglieder wiederum, bei der Neugestaltung des Platzes wegen hoher Anschaffungs- und Folgekosten auf das ursprünglich angedachte Wasserfontänenfeld zu verzichten.

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