Waldsee
Pläne für Häuser im Wolfgangsee werden konkreter
Im Juni 2018 war die Idee, Häuser im See zu bauen, grundsätzlich vom Waldseer Ortsgemeinderat befürwortet worden. Inzwischen haben Gespräche mit Fachbehörden stattgefunden. Details stellte der von der Firma Rohr beauftragte Kaiserslauterer Landschaftsarchitekt Hermann-Josef Ehrenberg jüngst den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschusses vor: Es sind zehn Häuser geplant – Wochenendhäuser, die nicht dauerhaft bewohnt werden dürfen. Wie genau sie aussehen, steht noch nicht fest, aber es sollen „keine futuristischen, sondern regionaltypische Bauobjekte“ sein. Wenn möglich, sollen die Häuser energieautark sein. „Das ist ein kleines Projekt, keine Salamitaktik“, sagte Ehrenberg. Also keine weiteren Häuser, wenn die ersten stehen.
Die Gebäude werden auf Pontons im Kreis um einen kleinen runden Platz gebaut und können nicht fortbewegt werden. Die dafür benötigte Fläche beträgt zwei- bis viertausend Quadratmeter. Nur ein einziger Steg verbindet die Häuser mit der Uferlinie. Das Projekt soll zwischen Kieswerk und den letzten Wochenendhäusern am Wolfgangsee umgesetzt werden. Dadurch ist die Erschließung einfach, eine Straße ist schon vorhanden, das Stück Land, das für Parkplätze und andere Infrastruktur gebraucht wird, gehört – ebenso wie das Gewässer – der Firma Rohr.
Ende vergangenen Jahres hat bereits ein Termin stattgefunden, bei dem abgestimmt wurde, wie bei der Umweltverträglichkeitsprüfung vorgegangen wird. Für das Gebiet um den Wolfgangsee gibt es bereits einen Bebauungsplan. Der soll auch bestehen bleiben, nur für das Gebiet der Häuser auf dem Wasser soll ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan erstellt werden, wofür genauere Pläne für die Häuser erstellt werden müssen. Parallel dazu wird der Flächennutzungsplan geändert. Etwa ein bis zwei Jahr dauert das ganze Verfahren, erklärte Günter Beckermann vom Planungsbüro ISU in Kaiserslautern. „Man sollte langsam in die Gänge kommen“, empfahl er den Ausschussmitgliedern.
Die Sprecher von CDU, gkL und FDP sahen das Projekt positiv, nur von Daniell Weber (SPD) kam ein klares Nein. Damit gehe ein Gebiet für Erholungssuchende verloren, durch zunehmenden Verkehr steige die Umweltbelastung, und es gelte Flora und Fauna zu schützen, warf er ein.
1000 Tonnen CO 2 einsparen
Ein weiteres Projekt der Firma Rohr, das ebenfalls im Ausschuss behandelt wurde: Das Unternehmen möchte künftig mehr als die Hälfte seines Bedarfs mit erneuerbaren Energien decken. Dazu sollen in der Schlicht in Kooperation mit den Stadtwerken Speyer 18 Schwimmpontons mit Photovoltaik-Modulen installiert werden. Jedes dieser Einheiten, die im Norden des Kieswerkes auf dem Wasser errichtet werden sollen, ist 35 mal 22 Meter groß. Die dazu benötigte Gesamtfläche ist 1,5 Hektar groß, also etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Die gesamte Anlage bringt eine Leistung von 1,5 Megawatt. Bisher seien ähnliche Projekte vor allem in Asien verbreitet, erklärt Mathias Reinhart von den Stadtwerken Speyer. Die Firma Rohr hat, einschließlich der Wochenendhaussiedlung, einen jährlichen Strombedarf von etwa 1,09 Millionen Kilowattstunden. An einem Sommertag könnte die Firma Rohr etwa 83 Prozent ihres Bedarfs mit Solarstrom decken, rechnet Reinhart vor. An einem Novembertag seien es etwa 35 Prozent. Insgesamt könnten mit einer solchen Anlage mehr als 1000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das ist, so Reinhart, etwa so viel, wie 80.000 Buchen binden würden.
Die Ausschussmitglieder befürworteten das Projekt, nachdem geklärt war, dass Badegästen im Fall eines Kabelbruches keine Gefahr drohe und sich die Beschattung durch die Photovoltaikanlagen auf das Mikroklima im See eher positiv auswirke, da sie das Algenwachstum bremse.