Rhein-Pfalz Kreis Pflanzen fliegen ins All
Limburgerhof. Angefangen hat alles mit einer Labor-AG an der Schule. Jetzt ist das Projekt von Raphael Schilling, David Geray und Maria Koch, das zeigen soll, ob Pflanzen in der Schwerelosigkeit Wurzeln schlagen, auf der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Die Teenager hatten sich dazu am BASF-Agrarzentrum in Limburgerhof vorbereitet (wir berichteten).
Am Sonntagmorgen haben die Pflanzenstecklinge – eingebettet in kleine Container – an Bord einer unbemannten SpaceX-Rakete vom Kennedy-Space-Center in Florida aus ihren Weg ins Weltall angetreten, wie die BASF informiert. 30 Tage lang sollen die Pflanzen auf der ISS verbringen. Danach will das Trio auswerten, wie sich die Schwerelosigkeit auf das Wachstum der Stecklinge ausgewirkt hat. Würden sich die Pflanzen im Weltraum tatsächlich vermehren, wäre das laut BASF ein beachtlicher Fortschritt für die Bereitstellung von Nahrungsmitteln für lange Weltraummissionen wie etwa die Reise zum Mars. „Wir freuen uns riesig, dass es uns gelungen ist, unser Experiment zur ISS zu schicken“, sagt Maria Koch. Entstanden war das Projekt einst aus einer Jugend-forscht-Arbeit an einem agrarwissenschaftlichen Gymnasium in Ravensburg. Gemeinsam mit ihren beiden Mitstreitern hatte Koch hier über die „vegetative Vermehrungsfähigkeit von Pflanzen im Orbit“ geforscht. Mittlerweile studieren Raphael Schilling, David Geray und Maria Koch Agrarwirtschaft. Bei der BASF in Limburgerhof wurde ihr Projekt quasi „reisefertig“ gemacht. Als Referenzobjekt hat das Trio eine zweite Versuchsreihe auf der Erde angesetzt. So sollen die unterschiedlichen Entwicklungen bei der Wurzelbildung vergleichbar bleiben. Und auch für die BASF-Experten ist das Experiment im Weltall keine Alltäglichkeit. „Das ist der spannendste Feldversuch, an dem ich je teilgenommen habe“, sagt Sebastian Rohrer. In der Forschung gehe es zwar immer darum, neue Ideen zu testen. Bisher hätten die Experimente des Chemiekonzerns aber immer auf der Erde stattgefunden. |aier