Bobenheim-Roxheim Pausensport und Nachhilfe: Schüler erhalten Förderpreis

Engagiertes Quartett (v.l.): Matilde Luisetto, Niklas Würfel, Medina Arkan und Gianna Dunger.
Engagiertes Quartett (v.l.): Matilde Luisetto, Niklas Würfel, Medina Arkan und Gianna Dunger.

Vier Schüler der Realschule plus Bobenheim-Roxheim erhalten den Uli-Schäfer-Förderpreis des Sozialvereins Kunterbunt. Ausgezeichnet wird damit ihr Engagement auf mehreren Ebenen, wie der Verein mitteilt. Auf dessen Mitgliederversammlung wird derweil um Hilfe für ein Kita-Projekt gebeten.

Tischtennisrundlauf, Badminton und Seilspringen: All das bieten Medina Arkan, Gianna Dunger, Matilde Luisetto und Niklas Würfel regelmäßig in der zweiten großen Pause für ihre Mitschüler an. Dem Sozialverein Kunterbunt zufolge besorgen sie dafür die notwendigen Sportgeräte selbst, betreuen den Pausensport und bringen im Anschluss alles zurück zu den Lehrern – und das bereits seit der Pandemie. „Auch bei schulischen Themen sind sie jederzeit bereit zu helfen, sie geben schwächeren Schülern Nachhilfe und betätigen sich als Streitschlichter“, heißt es in der Begründung des Vereins zur Vergabe des Förderpreises. Neben „sehr guten schulischen Leistungen“ seien sie zudem privat in verschiedenen Vereinen aktiv.

Alle vier erhalten vom Sozialverein für ihr Engagement nun eine Medaille, eine Urkunde sowie einen Geldbetrag. Für die Auszeichnung vorgeschlagen hat die Schüler die eigene Schule. Weil für das Basketball-Angebot der Realschule plus derzeit kein entsprechender Ball zur Verfügung stehe, sponsort die protestantische Kirchengemeinde zudem zwei Basketbälle.

Fachkräftemangel führt zu Betreuungsausfall

Bei der Preisübergabe während der jüngsten Mitgliederversammlung des Sozialvereins hielt Sandra Fernow, Lehrerin der vier Schüler und Initiatorin des Projekts „Bewegte Pause“, die Laudatio für die Jugendlichen. Mit dem nach Uli Schäfer, verstorbener Gemeindediakon und langjähriger Vorsitzenden des Vereins, benannten Preis werden in Bobenheim-Roxheim regelmäßig Kinder und Jugendliche ausgezeichnet, die sich im besonderen Maße sozial engagieren.

Die Mitgliederversammlung nutzt der Verein auch, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und einen Ausblick auf 2024 zu geben. So ist beispielsweise im Bericht des Familienbüros zu erfahren, dass die Betreuungsangebote in den Oster- und Herbstferien aufgrund des Fachkräftemangels weiterhin nicht stattfinden. „Es ist uns leider nicht gelungen, eine pädagogische Fachkraft, die wir mindestens für die Betreuung benötigen, zu finden“, heißt es im Bericht.

Kita-Projekt gefährdet

Neben Einzelfallhilfen deutscher Familien sei die Arbeit des Familienbüros weiterhin durch Asylarbeit geprägt. Als „großes Problem“ werden dabei die langen Bearbeitungszeiten der Anträge beim Jobcenter empfunden. Oft trete der Verein in Vorleistung, weil Geflüchtete die erste Zahlung vom Jobcenter erst sehr spät erhielten. Der Aufruf des Vereins, Fahrräder für Geflüchtete zu spenden, sei „überaus erfolgreich“ gewesen.

Ein bewährtes Projekt des Sozialvereins ist hingegen gefährdet. Die musikalische Förderung in Kitas wird zwar wieder vollständig angeboten, weil eine weitere Musikpädagogin gefunden und finanziert wird. Dauerhaft könne der Verein das aber nicht alleine stemmen, er sucht deshalb nach Spendern.

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