Rhein-Pfalz Kreis Pass, Spitze, Tooooor
Ein Pass, Spitze und... Toooor! Sieht richtig gut aus, was die Mädchen da beim Hallenturnier in Lambsheim spielen. Schulteams aus dem Rhein-Pfalz-Kreis kickten bei einem Turnier in der Karl-Wendel-Schule gegeneinander.
Stellungsspiel, Ball laufenlassen, auch mal aus der Distanz abziehen – alles fast wie bei den Großen. Sogar einen echten Verbandsschiedsrichter in schwarzer Dienstkleidung gibt es. Am Spielfeldrand sitzt ein Mann mit einem Mikrofon und verkündet, wer als Nächstes spielen wird. Er heißt Philipp Kettenbach und organisiert für die Schulbehörde Sportveranstaltungen wie dieses Hallenfußballturnier. Es sei das sechste Turnier nur für Mädchen, erzählt er, für Jungs gebe es das Turnier seit zehn Jahren. Spielen die denn unterschiedlich, will ich von ihm wissen. „Die Mädchen gehen unbedarfter an die Sache heran, nicht so verbissen“, sagt der Lehrer aus Dudenhofen. Tatsächlich geht es weniger körperlich zu, dafür spielen die Mädchen gut zusammen, es gibt kaum Alleingänge. Sechs Teams aus der Region haben sich angemeldet, gespielt wird jeweils elf Minuten. Die Auswahl der Karl-Wendel-Schule ist dabei, ihr Auftaktspiel gegen die Mädchen der Grundschule Schifferstadt Nord haben sie 0:1 verloren. Anna (10) ist Fan vom BVB und mag am liebsten Marco Reus. Sie spielt bei der Eintracht Lambsheim. Helene (8) spielt ebenfalls bei der Eintracht: „Eigentlich sollte mein kleiner Bruder in den Fußballverein, ich durfte nicht. Aber dann hatte mein Bruder überhaupt keine Lust und ich wollte unbedingt“, erzählt sie. Was ihr Bruder heute spielt, möchte ich wissen. „Tennis!“, lacht Helene. Auch sie findet Marco Reus gut, ist aber sonst eher für die Bayern. Milena ist ebenfalls für die Bayern, ihr Liebling heißt folgerichtig Thomas Müller. Außer Fußball spielt sie noch Tennis und turnt: „Das habe ich von meinen großen Brüdern“, sagt sie. Leoni (10) spielt auch für die Lambsheimer, sie findet Jerome Boateng und Manuel Neuer toll, hat jedoch keinen Lieblingsverein. „Nicht mal den FCK?“ fragen die anderen. Nein, auch den nicht, sagt Leoni. Nur Männer als Vorbilder? Ich kratze mich am Biberkopf. Dabei gibt es doch ganz tolle Fußballerinnen wie Alexandra Popp oder Dzsenifer Marozsán. Naja, vielleicht dauert das noch ein bisschen. Erstmal müssen die Mädchen aus Lambsheim gegen die Rheinschule Bobenheim-Roxheim ran: „Versucht mal, ein Tor zu schießen, sonst wird es eng“, sagt Sportlehrerin Anja Blum. Das wirkt. Kaum ist die erste Minute um, da klingelt es schon im Tor der Roxheimer. Jubel auf der einen, Frust auf der anderen Seite. Trotzdem bleibt es fair. „Das läuft flüssiger, die Jungs liegen eigentlich ständig auf dem Boden“, sagt Philipp Kettenbach. Nach einer spannenden Endphase machen die Lambsheimer kurz vor Schluss mit dem 2:0 den Sack zu. Zum Schluss reicht es für sie immerhin noch für Bronze. Gewinner mit elf Punkten aus fünf Spielen wird die Grundschule Schifferstadt Nord, knapp vor der Rehbachschule Neuhofen mit zehn Punkten.