Rhein-Pfalz Kreis Pünktlich geliefert

„Tue Gutes und rede darüber“, heißt es so schön, vor allem in der Politik. Wer diesen Spruch nicht beherzigt, darf sich nicht wundern, wenn in der heutigen Kommunikations- und Informationsgesellschaft sein Licht unterm Scheffel steht. Ein Beispiel dafür hat gestern die Verwaltung der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim geliefert, als sie auf einen Artikel über die FWG Lambsheim reagierte. Die Freien Wähler ohne Gemeinderatsmandat wünschen sich Zugang zu Informationen über die Themen von Ratssitzungen und vermuten, dass das versprochene Rats- und Bürgerinformationssystem auf der Homepage der VG noch ein Weilchen auf sich warten lassen wird (wir berichteten gestern). Sie haben wohl noch die RHEINPFALZ-Berichte über die Verzögerungen bei der Auftragsvergabe für ein neues Homepage-Programm vor Augen – oder andere Vorhaben, die seit der Fusion noch nicht in trockenen Tüchern sind. Jedoch: Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat die Verwaltung ihre Hausaufgabe, noch im ersten Quartal dieses Jahres ein Infosystem in die alte Homepage zu integrieren, tatsächlich gemacht. Darüber hat Bürgermeister Michael Reith (SPD) aus dem Urlaub heraus gestern mit allem Drum und Dran informiert. Demnach können sich Mandatsträger, Bürger und auch die Lambsheimer FWG seit 31. März im Internet anschauen, was in den kommenden Sitzungen der Räte und Ausschüsse öffentlich verhandelt wird, und zwar samt Erläuterungen, Beschlussvorlagen und Anhängen. Außerdem kann man recherchieren: Was hat der Ortsgemeinderat XY am 3. September 2013 beschlossen? Wer sitzt für welche Partei im örtlichen Landwirtschaftsausschuss? Wo wohnt CDU-Fraktionsmitglied Max Mustermann und welchen Beruf hat er? Um sich über vergangene und anstehende kommunalpolitische Diskussionen und Entscheidungen ein Bild zu machen, geht man am besten auf die Internetseite www.lambsheim.de. Manch einer wird vielleicht schon per Zufall auf das neue Infoangebot gestoßen sein oder hat von Bürgermeister Reith per E-Mail davon erfahren, weil er Mitglied des Verbandsgemeinderats ist. Allen anderen wurde die Freischaltung des digitalen Rats- und Bürgerinformationssystems noch nicht kommuniziert. „In den nächsten Sitzungen auf der Ebene der Ortsgemeinden werden deren Mandatsträger informiert“, schreibt VG-Chef Reith. Danach seien dann die Bürger an der Reihe, indem sie im nächsten Amtsblatt etwas über das System und seine Möglichkeiten lesen könnten. Dank der Freien Wählergruppe aus Lambsheim haben die RHEINPFALZ und deren Leser nun einen Wissensvorsprung. Darüber hinaus hat Michael Reith noch verraten, dass zwei Informationstechniker im Rathaus mit Hochdruck an der Sache gearbeitet haben, um das Versprechen einzulösen. Nach und nach würden noch weitere Daten hochgeladen, sodass eine Recherche sogar bis zurück ins Jahr 2001 möglich werde. Schätzungsweise ab Mai werde die Verwaltung keine Sitzungsunterlagen auf Papier mehr verschicken. Soll heißen: Die Bürgervertreter müssen sich die Schriftsätze von der Homepage herunterladen und selber ausdrucken.