Rhein-Pfalz Kreis Nur eine Übergangslösung

Dass die Baumgruben in Mutterstadt mit Beton gefüllt wurden, war im Netz Stein des Anstoßes für eine Diskussion. Bürgermeister H
Dass die Baumgruben in Mutterstadt mit Beton gefüllt wurden, war im Netz Stein des Anstoßes für eine Diskussion. Bürgermeister Hans-Dieter Schneider erklärt: Die Verfüllung der alten Baumgruben sei nur eine vorübergehende Lösung.

«Mutterstadt.» „Da war mal Erde, und darin standen die Bäume im Pfalzring. Statt die Bepflasterung mit Knochensteinen anzupassen, wird einfach Beton hineingekippt ... Und da regen sich Kommunalpolitiker über Steingärten auf.“ So kommentiert Jens Schmidt ein Foto von einer der mit Beton verfüllten Baumgruben im Pfalzring gegenüber der Einmündung Nibelungenstraße. Dieses hat er in der Facebook-Gruppe „Mutterstadt (heutige und ehemalige)“ zur Diskussion gestellt. Die Kommune habe vor längerer Zeit angekündigt, die Bäume angeblich wegen einer Krankheit zu entfernen, sagt Jens Schmidt. Was den Mutterstadter stört, sei, dass die alten Baumgruben nicht fachmännisch dem Gehweg angepasst, sondern mit Beton ausgegossen wurden. Kontakt mit der Gemeindeverwaltung habe er deswegen nicht aufgenommen, räumt Jens Schmidt auf Nachfrage ein. Es hätten sich aber Ratshausmitarbeiter Stefan Bummel und SPD-Ratsmitglied Hannelore Klamm im sozialen Netzwerk Facebook zu Wort gemeldet. Bummel habe mehrfach auf seine Fragen geantwortet, „jedoch nichts Eindeutiges mitgeteilt“. Klamm habe angekündigt, der jetzige Zustand im Pfalzring werde nicht so bleiben. Auf die Angelegenheit angesprochen, reagiert Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) ein wenig genervt. „Das ist wieder mal typisch. Wir haben das Thema bereits am 27. März bei einer Bürgerversammlung im Palatinum ausführlich erläutert. Damals ging es auch um die erforderliche Fällung von Bäumen in der Schifferstadter Straße sowie um die Gestaltung des Vorplatzes der Neuen Pforte“, sagt er. Die Versammlung sei am 22. März auf der Titelseite des Amtsblatts groß angekündigt worden, der Bericht darüber darin am 12. April erschienen. „Der Veranstaltung sind diejenigen, die jetzt bei Facebook diskutieren, aber leider ferngeblieben. Das Amtsblatt haben sie anscheinend auch nicht gelesen.“ Dem Mutterstadter Amtsblatt-Bericht ist zu entnehmen, dass sich rund 120 Bürger an jenem Märzabend über die drei Themen im Palatinum informierten. Sie und aufmerksame Leser haben daher gewusst, dass die 17 Kugelakazien – ebenso wie die Kugelakazien in der Schifferstadter Straße – so stark von Fäulnis und Schädlingen befallen waren, dass ihre Standsicherheit nicht mehr länger gewährleistet war. Aus Sicherheitsgründen sind die Bäume deshalb gefällt und ihre Stümpfe vor zwei Wochen entfernt worden. Daneben bestätigt Schneider Klamms Aussage: Die Verfüllung der alten Baumgruben ist nur eine vorübergehende Lösung. Während die Bäume in der Schifferstadter Straße noch dieses Jahr ersetzt werden, erfolgen die Ersatzpflanzungen im Pfalzring erst nächstes Jahr. „Wir wollen Bauminseln am Fahrbahnrand schaffen und so den Verkehr auf die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer abbremsen“, erklärt Schneider. Das nötige Geld stehe im aktuellen Haushalt aber nicht bereit, weshalb das Vorhaben erst 2019 umgesetzt werden könne. Bei dieser Gelegenheit werde der Gehweg komplett erneuert. „Es hätte keinen Sinn ergeben, das jetzt zu machen und dann nächstes Jahr erneut alles aufzureißen.“ Aus diesem Grund habe die Kommune als Übergangslösung die alten Baumgruben mit Beton aufgefüllt, um den Gehweg eben zu gestalten, damit nicht zuletzt Passanten mit Kinderwagen oder Rollator ihn wieder sicher benutzen können. Das hatte sein Mitarbeiter Stefan Hummel von der Bauabteilung – entgegen Schmidts Auffassung – in der Facebook-Diskussion genauso dargestellt. Das geht aus einem Diskussionsauszug hervor, der der RHEINPFALZ vorliegt.

x