Rhein-Pfalz Kreis Noch viele Plätze zu vergeben

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Ob sich der im April an den Kurpfalzplatz umgezogene Bobenheim-Roxheimer Flohmarkt dort erfolgreich etabliert hat, darüber gehen die Meinungen noch immer auseinander. In den Sommerferien war offenbar wenig los, etliche Beschicker trauern noch dem früheren Platz im Südring hinterher. Andere halten den Markt jetzt für gemütlicher.

Der Hobbyhändler aus Worms packt seine Ware vorzeitig wieder in den Kombi, weil „tote Hose“ ist, wie er sagt. Dennoch ist der Frührentner zufrieden. Er hat am diesem Donnerstag einige Kartons mit Playmobil-Spielzeug an den Mann gebracht. Der 59-Jährige bedauert, dass ein neuer Standort her musste (wir berichteten). Nur 200 Meter Luftlinie liegen zwischen dem Parkplatz bei Aldi und Globus und dem neuen Platz im Gemeindezentrum, „aber hier fehlen einfach die Synergien mit den großen Geschäften, die es im Südring gibt“, sagt der Wormser. Dort konnten die Kunden direkt neben dem Flohmarkt parken. „Jetzt kommen zwar weiterhin Stammkunden, aber keine Leute mehr, die während ihrer alltäglichen Einkäufe mal schnell bei uns reinschnuppern.“ Er schätzt, dass durch den Umzug etwa ein Drittel der Kundschaft verloren ging. Die Verkäuferin nebenan nickt, als sie ihre Ware im Wagen verstaut: „Neben dem Globus war`s besser. Da konnten wir Flohmarktverkäufer nebenbei selbst unsere Großeinkäufe erledigen.“ Mit den Einnahmen an diesem Tag, die gerade einmal die Standgebühr decken, ist die 71-Jährige aus Hemsbach an der Bergstraße unzufrieden: „Ich kann meine heutigen Kunden an einer Hand abzählen“, sagt sie. Positiver sieht Susi Knies den Umzug auf den Kurpfalzplatz: „Das ist ein kleiner, feiner Flohmarkt, bei dem es familiär zugeht. Die Stimmung ist erholsam, die Leute schauen, lassen sich Zeit.“ Wichtig sei ein kontinuierliches Angebot, „denn wenn wir verlässlich Qualität anbieten, kommen die Leute auch wieder“. Die Landwirtsfrau aus Bobenheim ist die einzige Anbieterin von Lebensmitteln und Speisen auf dem Markt und muss ihre Kaffeekanne häufig auffüllen, denn ansonsten gibt es auf dem Platz vormittags kein gastronomisches Angebot. Das Eiscafé öffnet um 14 Uhr, das Bistro Babo um 15 Uhr, und für die seit März geschlossene Pizzeria hat sich immer noch kein Nachfolger gefunden. Eine Passantin erinnert sich, dass der Betreiber des Eiscafés die Öffnungszeit mal probehalber auf 10 Uhr vorverlegt hatte, als der Flohmarkt auf den Kurpfalzplatz gezogen war. Doch anscheinend habe sich das nicht rentiert. Gerda Weis, die den Flohmarkt für den Messe- und Marktveranstalter Rudolf Reis überwacht, ist zufrieden mit der Entwicklung, auch wenn am alten Standort am Südring meist 90 bis 100 Verkaufsstände aufgebaut waren und jetzt nur 40. Relativ zufrieden wirkt der Vorsitzende des Bobenheim-Roxheimer Gewerbevereins, Thomas Lätzsch. Natürlich gehe es im Gewerbegebiet im Südring sehr viel lebhafter zu. Er ist aber schon froh, dass sich die Leerstände auf dem Kurpfalzplatz von sechs auf zwei reduziert haben, wie er sagt. Für ein lebendiges Dorfzentrum wünscht sich Lätzsch mehr Einzelhändler im Pfalzring. Auch würde er es begrüßen, wenn der Kurpfalzplatz auf Wegweisern ins Zentrum namentlich genannt würde. |ous

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