Rhein-Pfalz Kreis Neuer Anlauf für Tankstelle
«Neuhofen.»Können Auto- und Lkw-Fahrer bald wieder in der Gemeinde tanken? Das erscheint möglich: Laut Ortsbürgermeister Ralf Marohn (FDP) möchte ein Investor auf der freien Fläche zwischen Gartenbau Frosch und Aldi-Filiale eine Tankstelle errichten. Dafür ist ein Bebauungsplan nötig. Den Aufstellungsbeschluss soll die Gemeindeverwaltung für die Ratssitzung im November vorbereiten.
Erneut eine Tankstelle im Dorf anzusiedeln, darüber werde schon seit Jahren diskutiert, sagte Ortsbürgermeister Ralf Marohn. Die bisherigen Verhandlungen seien jedoch gescheitert, und selbst nach der Ansiedlung des Union Bauzentrums Hornbach hätten sich keine Interessenten gefunden. Er selbst habe bereits in seiner Zeit als Ortsbeigeordneter Gespräche mit der Firma Frosch geführt, die nach seinem Ausscheiden aber nicht fortgesetzt worden seien. Nach seiner Wahl zum Ortsbürgermeister habe er sie wieder aufgenommen, dennoch sei ein weiteres Jahr verstrichen. „Jetzt haben sich Pächter und Verpächter endlich geeinigt, aus unserer Sicht passt alles“, sagte er über das erste Konzept für eine Tankstellen-Ansiedlung, das nun im Ortsgemeinderat vorgestellt wurde. Wie Bauabteilungsleiter Frank Juchem von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Rheinauen erläuterte, möchte der Betreiber drei Zapfsäulenreihen bauen, an denen Autos und Lastwagen betankt werden können. Außerdem sehe der Entwurf eine Waschstraße, einen Verkaufsshop und Werbeanlagen vor. Die Zufahrt zur Tankstelle auf dem rund 3000 Quadratmeter umfassenden Gelände zwischen der Einfahrt zur Firma Frosch und dem Aldi-Areal soll demnach über den geplanten Verkehrskreisel an der Einmündung der Industrie- in die Jahnstraße erfolgen. „Wir müssen festlegen, welches Warensortiment, welche Betriebszeiten und welche Werbeanlagen wir zulassen“, benannte er die anstehenden Aufgaben des Rats. Der Betreiber wolle natürlich rund um die Uhr geöffnet haben, ergänzte Marohn. Für das Vorhaben ist laut Juchem ein Bebauungsplan erforderlich. Den Aufstellungsbeschluss könne das Gremium gegebenenfalls schon in der Sitzung am 13. November fassen. Bis Dezember sollte der Vorentwurf vorliegen, im Mai 2019 könnte der endgültige Planentwurf dem Rat zum Beschluss präsentiert werden. Dann folge im Juli die Offenlage und bestenfalls im September 2019 der Satzungsbeschluss, skizzierte er den möglichen Zeitplan. Robin Hahn (CDU) sprach sich grundsätzlich für das Konzept aus. Das Interesse eines Investors belege die gestiegene Attraktivität der Gemeinde. Aber: „Die vorgesehene Zufahrt über den Geh- und Radweg geht nicht. Das ist problematisch“, meldete er Diskussionsbedarf an. Überhaupt werde die Situation in Kombination mit dem geplanten Verkehrskreisel für Autofahrer anspruchsvoll, gab er zu bedenken. „Und wo wir dabei sind: Wie steht’s eigentlich um den Kreisel?“ Der solle nach Auskunft des Landesbetriebs Mobilität jetzt gebaut werden, antwortete der Ortsbürgermeister. „Wir dürfen auf dem Schulweg keine Gefahrenstelle aufkommen lassen“, war auch Arthur Nasel (SPD) wichtig. Daneben merkte er an, dass eine moderne Tankstelle ihr Geld vor allem mit Nebengeschäften wie der Waschstraße und dem Verkauf von Lebensmitteln verdiene. Wolfgang Kraus (SPD) hielt den Standort für optimal, betonte aber ebenfalls, dass die Sicherheit der Schüler höchste Priorität haben müsse. Auch Ratsmitglieder aus den anderen Fraktionen sahen im Hinblick auf die Zu- und Ausfahrt der geplanten Tankstelle noch Beratungsbedarf. Roland Brendel (SPD) wies darauf hin, dass die Kommune zügig die Rahmenbedingungen festlegen sollte. Denn: „Der Investor möchte die zulässigen Betriebszeiten und Waren für seine Verkaufsfläche wissen. Er kauft ja nicht die Katze im Sack“, argumentierte er. Marohn zufolge wurden diese Aspekte bereits angesprochen, müssten aber mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden. Am Ende beauftragte der Rat die Verwaltung, bis zur nächsten Ratssitzung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan vorzubereiten. Einen Entwurf für den Bebauungsplan soll das Fachbüro MVV Regioplan aus Mannheim erstellen. Die Kosten von fast 23.000 Euro übernimmt der Investor.