Rhein-Pfalz Kreis Neue Pforte: Platanen sollen weg
«Mutterstadt.» Die Platanen auf dem Platz vor der Neuen Pforte fällen, die Genehmigung hierfür bei der Kreisverwaltung beantragen und das Pflanzen neuer Bäume später mit der Behörde abstimmen: Dieses Vorgehen haben der Mutterstadter Bauausschuss sowie der Landwirtschafts- und Umweltausschuss am Dienstag beschlossen. Kritik kam von den Grünen.
Mehrere Platanen auf dem Vorplatz der Neuen Pforte besitzen verfaulte Wurzeln beziehungsweise sind von Stammfäulnis betroffen. Statt in die Tiefe sind zudem viele Wurzeln zur Seite gewachsen, unter der Betonplatte entlang. Das hatten die beiden Gutachten zum Zustand der Bäume bereits vermutet, mehrere Untersuchungen vergangene Wochen bestätigten es nun. Beim Freilegen der Wurzeln waren Vertreter der Ratsfraktionen, eine Expertin der Kreisverwaltung als Unterer Naturschutzbehörde und einer der Gutachter zugegen. Dabei stellte sich heraus, dass für fünf der neun Platanen eine Fällgenehmigung erteilt würde, wenn ein begründeter Antrag gestellt wird. Bei den verbleibenden vier Platanen habe ein Wackeltest gezeigt, dass ihre Standfestigkeit nach dem Entfernen der Stahlbetonplatte und des Pflasters nicht mehr gewährleistet wäre, sagte Sachbearbeiter Stefan Bummel von der Bauabteilung. Sie müssten mit aufwendigen Vorkehrungen wie Erdankern gesichert werden. „Ohne könnten wir dafür keine Verantwortung übernehmen, unserer Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommen“, sagte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Allerdings würden die Bäume bei den anstehenden Arbeiten zur Neugestaltung des Platzes laut Bummel unweigerlich beschädigt und wären durch die Verletzungen anfälliger für Pilzbefall und Wurzelfäule. Da sie zudem den Spielraum bei der geplanten Neugestaltung des Platzes stark einschränken würden, empfehle die Verwaltung, auch für diese vier Bäume eine Fällgenehmigung zu beantragen, erläuterte der Sachbearbeiter. Daneben wies Bummel daraufhin, dass bei der Ortssanierung statt der vorgeschriebenen 22 bereits 42 Bäume neu gepflanzt wurden. Darüber hinaus sollten die Platanen ja nicht ersatzlos entfernt, sondern durch jüngere, gesunde und für eine solche Umgebung besser geeignete Stadtbäume ersetzt werden. Als denkbare Arten nannte er Magnolien und Maulbeerbäume, derartige Details seien aber später zu klären. Walter Altvater (Grüne) kritisierte, dass der Bebauungsplan vom 31. Mai 2002 den Erhalt der Platanen festlege. Mit ihrer Fällung würde die Gemeinde daher gegen ihren eigenen Bebauungsplan verstoßen. Zudem habe Bummel die Aussagen der Expertin von der Kreisverwaltung nicht vollständig wiedergegeben. Sie habe die Bäume ebenfalls als erhaltenswert bezeichnet und erläutert, dass der vorgenommene Wackeltest nicht ausreiche, um die Standfestigkeit zu beurteilen. Dafür müsste ihr zufolge, so Altvater, zunächst die Betonplatte entfernt und dann getestet werden. Bürgermeister Schneider gab zu bedenken, dass die bisherigen Ausgrabungen durch den Bauhof schon 15.000 Euro kosteten. Weitere Untersuchungen und Sicherungsvorkehrungen müsse eine Fachfirma erledigen, was die Kosten steigere. „Mit dem Geld könnten wir locker die Neuanpflanzungen bezahlen“, sagte er. Ulf-Rainer Samel (CDU) hielt die Platanen nicht für erhaltensfähig. Zumal die Gemeinde ihnen ein ökologisch mindestens gleichwertiges Konzept mit Bäumen entgegensetze, die ihre Aufgaben deutlich besser erfüllen würden. „Ich verstehe nicht, dass wir darüber so lange diskutieren.“ Das sahen die meisten Ausschussmitglieder ebenso. Die Grünen stimmten gegen die Fällung (Elias Weinacht, Umweltausschuss) und enthielten sich (Else Wentz, Bauausschuss).