Waldsee Neubaugebiet nimmt langsam Gestalt an

Grob eingezeichnet: Diese Flächen am nordwestlichen Ortsrand von Waldsee sollen bebaut werden.
Grob eingezeichnet: Diese Flächen am nordwestlichen Ortsrand von Waldsee sollen bebaut werden.

Die Planung für das lang ersehnte letzte Stück der Ortsumfahrung von Waldsee und das entstehende Neubaugebiet ist weit fortgeschritten. Einige Fragen sind aber noch offen.

Bevor der Bebauungsplan für ein geplantes Neubaugebiet erstellt werden kann, muss eine Gemeinde ein städtebauliches Konzept sowie ein Verkehrskonzept erstellen lassen. Darin wird festgelegt, wie das Neubaugebiet aussehen soll, wo zum Beispiel die Straßen verlaufen, wie es an die bestehenden Straßen angebunden wird, wo Einfamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser, bei Bedarf auch Kitas gebaut werden sollen, ob Lärmschutz benötigt wird, wo geparkt werden darf und wo es grün bleibt. Das haben das Büro Firu und die Verkehrsplaner von Infra-Team in Abstimmung mit dem Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Waldsee gemacht und die Ergebnisse nun vorgestellt.

Die Ortsumfahrungsstraße führt vom Kreisel am Wasgau am westlichen Ortsrand bis an die Einmündung Rehhütter Straße/Landesstraße 533, wo ein neuer Kreisel gebaut werden soll. Die Umfahrung soll die Straßen im Ort deutlich entlasten, aber keine Rennstrecke für Raser werden, auch weil die Straßen in das Neubaugebiet sowie einige Grundstückszufahrten von ihr abzweigen. „Das erreicht man mit einem etwas kantigen Verlauf mit engen Radien“, erklärt Verkehrsplaner Maurice Eisenbarth von Infra-Team.

Neubaugebiet: Rund 8,6 Hektar groß

Die neue Straße schließt rund 8,6 Hektar Baugebiet ein. Im südlichen Bereich bis zur Höhe Lerchenstraße ist das nur ein schmaler Streifen. Dafür sieht Städteplaner Kevin Brüll von Firu eine Doppelhausbebauung wie in der Albert-Einstein-Allee vor, mit Grundstückseinfahrten und Stellplätzen am Straßenrand. Von Höhe Lerchenstraße bis etwa Höhe Eduard-Mörike-Straße ist das Neubaugebiet breiter. Dort sieht der Plan eine Ringstraße vor, die an zwei Stellen in die neue Ortsumgehung mündet. 25 Mehrfamilienhäuser hat Brüll dort in lockerer Anordnung eingeplant. Keine Hochhäuser, stellt er klar. Die Hälfte dieser Häuser habe vier Wohneinheiten, manche acht. Im gesamten Neubaugebiet sollen die Häuser im Schnitt zwei Geschosse haben, die Mehrfamilienhäuser noch ein Staffelgeschoß obendrauf. Die Parkplätze in diesem Bereich können zum Teil an den Gebäuden sein und zusätzlich in einer Sammelgarage.

Der daran anschließende nördliche Teil des Baugebiets ist wieder deutlich schmaler. Hier geht es dann an der Umgehungsstraße weiter wie in der Albert-Einstein-Allee. An einer dazu im Neubaugebiet parallel laufenden Straße sollen noch mal Reihenhäuser und Doppelhäuser gebaut werden können. Auf eine ursprünglich mal angedachte Lärmschutzwand oder einen Lärmschutzwall könne verzichtet werden, erklärt Brüll, weil die Häuser für passiven Lärmschutz sorgen müssten.

Wichtig: Wo ist die Feuerwehr?

Dieses Konzept, das der Gemeinderat Ende März beschließen muss, regelt noch keine Details. Das wird dann im Bebauungsplan gemacht. Dort werden unter anderem Grundstücksgrößen festgelegt. Es wird festgeschrieben, wie die Häuser aussehen dürfen. Die Gemeinde könne damit auch verhindern, dass ein Investor Grundstücke aufkauft und Wohnblocks baut, die nicht im Sinne der Gemeinde sind.

Wichtig wäre es jetzt noch, so Brüll, dass der Standort für das neue Feuerwehrhaus festgelegt wird. Im Moment gibt es zwei Alternativen: ein Grundstück am Kreisel beim Wasgau und eines an der Einmündung der Rehhütter Straße. Beide liegen an der neuen Ortsrandstraße. Es wäre von Vorteil, wenn der Bebauungsplan für das Neubaugebiet und den Feuerwehrstandort in einem Verfahren gemacht werden könnte. „Den Standort muss die Verbandsgemeinde bestimmen“, sagt Brüll, der den Standort am Wasgau-Kreisel bevorzugen würde.

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