Rhein-Pfalz Kreis Mutterstadt: Platanen vor Gemeindezentrum müssen weg

Die Platanen vor dem Mutterstadter Gemeindezentrum kommen weg – auch wenn das einige Mutterstadter Bürger nicht so toll finden.
Die Platanen vor dem Mutterstadter Gemeindezentrum kommen weg – auch wenn das einige Mutterstadter Bürger nicht so toll finden.

Die Mutterstadter Mitte ist ein schmuckes Örtchen geworden. Findet der Bürgermeister – und finden auch viele Menschen im Ort. Doch die Verwandlung des Zentrums ist noch nicht ganz abgeschlossen. Auf dem Platz vor dem Gemeindezentrum geht es weiter. Was genau geplant ist, hat die Verwaltung den Einwohnern am Dienstagabend vorgestellt. Im Fokus stehen vor allem kaputte Bäume.

«Mutterstadt.» Größter Diskussionspunkt bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend war die geplante Entfernung der neun Platanen, die momentan das Bild des Platzes vor der Neuen Pforte in Mutterstadt prägen. Gutachten zweier Sachverständiger empfehlen, mindestens fünf der Bäume wegen Fäulnis und zu enger Pflanzung zu entfernen. Durch die Entfernung der Betonmäuerchen um die Platanen im Zuge der Neugestaltung könnten diese den Halt verlieren und im schlimmsten Fall umkippen. Auch weiß man bei den vier übrigen Bäumen nicht, wie lange diese noch stehen könnten. „Die große Mehrheit des Gemeinderats hat entscheiden: Lasst uns das gleich richtig machen und neu pflanzen“, sagte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD).

Wenig Platz im Beton

Die acht neuen Bäume sollen in einer Sandfläche gepflanzt werden, wo sie mehr Platz und Wasser zur Verfügung haben als unter den Betonplatten. Auch wenn viele Redner aus dem Publikum gerne wieder Platanen auf dem Platz gesehen hätten, ist laut Schneider unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen, dass erneut welche gepflanzt werden. Platanen seien ökologisch nicht so wertvoll wie andere Baumarten, da sie kein heimischer Baum sind und keinen Nistplatz für Vögel bieten, heißt es von der Gemeindeverwaltung. Welche Baumart gepflanzt wird, wird noch in Absprache mit der Naturschutzbehörde festgelegt. Dabei orientiert man sich an der Studie „Stadtgrün 2021“ aus Bayern, die die Verträglichkeit verschiedener Bäume mit verschiedenen klimatischen Bedingungen und Schädlingen untersucht hat.

Platz für Wochenmarkt

Mit dem Vorplatz der Neuen Pforte wird die Neugestaltung des Mutterstadter Ortskerns abgeschlossen, der erste Abschnitt ist bereits seit Sommer 2017 fertig und belebt die Gemeinde. Die Zielsetzung für die Neugestaltung aus dem Jahr 2011 sieht einen ebenen Platz für den Wochenmarkt und weitere Veranstaltungen vor. Dazu werden laut Planung die Treppe, die bislang den Rathausvorplatz mit dem Marktplatz verbindet, sowie weitere Stufen und Mäuerchen auf dem Platz entfernt. Der Platz vor der Neuen Pforte wird so auch für Fahrzeuge, beispielsweise Beschicker des Wochenmarkts, befahrbar. Der Platz wird genau wie der Gehweg mit gelbem und grauem Granit belegt. Wenn die Treppe weg ist, soll der Eingang der Bücherei auf die Südseite des Gebäudes verlegt werden, wo er von der Straße aus besser erkennbar ist. Vor der Bücherei wird ein Holzdeck angebracht, das als Bühne dienen kann. Die drei achteckigen Pavillons vor der Bücherei werden entfernt. „Wir wollen eine helle, gut einsehbare Fläche“, sagte Michael Heger vom Kaiserslauterer Stadtplanungsbüro Werkplan.

Neue Bäume in den Sraßen

Neben der Bushaltestelle soll eine Pergola aus einer leichten Glas- und Stahlkonstruktion aufgebaut werden, die zum hellen und freundlichen Klima des Platzes beitragen soll. Darunter sind Sitzbänke für Wartende sowie eine öffentliche Toilette geplant. Bedenken, dass die Toilette die falsche Klientel anziehen würde, kamen die Planer damit entgegen, dass die Anlage nur nach einem Münzeinwurf zugänglich sein würde. Ein Vorschlag aus dem Publikum war außerdem die Installation von Spielgeräten für Kinder. „Eine sehr gute Anregung“, fand Bürgermeister Scheider. Neben dem Vorplatz der Neuen Pforte war auch der Pfalzring Thema. Dort sollen die Robinien, die in den 1980er-Jahren gepflanzt wurden, gefällt und durch mindestens genauso viele Bäume wie in der Anfangszeit ersetzt werden. Die Bäume, die Faulstellen an Wurzeln und Kronen vorweisen oder von Schädlingen befallen sind, könnten leicht umgestoßen werden und stellen daher ein Risiko dar. „Wir haben in den letzten Monaten einige Stürme gehabt, wenn da etwas passiert, sind wir als Gemeinde haftbar“, sagte Schneider. Die neu gepflanzten Bäume sollen in Pflanzgruben an der Straße gepflanzt werden und damit vor allem im Bereich der Schule den Verkehr beruhigen. Die Planung befindet sich hierbei allerdings noch in der Anfangsphase: Das Projekt wird in den Haushalt für 2019 aufgenommen. Auch in der Schifferstadter Straße müssen 13 Kugelakazien, die Faulstellen haben oder von Schädlingen befallen sind, gefällt werden. Die Ersatzpflanzungen können noch in diesem Jahr an gleicher Stelle vorgenommen werden, teilte die Verwaltung mit.

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