Rhein-Pfalz Kreis Motivierter Teamarbeiter
«Schifferstadt.» Teamarbeit ist ganz Michael Guttings Sache. „Ich nehme mich selbst nicht so wichtig“, sagt der 30-Jährige, der am 1. August seine erste Stelle als Pastoralassistent in der Pfarrei Römerberg-Dudenhofen angetreten hat. Sein Home-Office hat er in seiner Wohnung in Schifferstadt. Denn mit einem eigenen Büro wird es wohl erst einmal nichts.
Sein Berufswunsch sei am Gymnasium in Philippsburg entstanden, erzählt Michael Gutting vom Einfluss des Religionsunterrichts in der Oberstufe auf ihn. „Neben dem Glauben hat mich die Wissenschaft interessiert“, sagt der Pastoralassistent. Bis dahin habe er weniger mit der Kirche als damit zu tun gehabt, helfen zu wollen. Seine Eltern hätten ihn und den älteren Bruder nie zum Kirchgang verpflichtet: „Ich konnte mich immer frei entscheiden.“ Erfahrungen mit katholischer Jugendarbeit bringt Gutting nicht mit. Aber den erklärten Willen, sich auszuprobieren, neue Wege zu finden, Kirche positiv darzustellen. „Vielleicht ist es gut, einen anderen Blick darauf zu werfen“, meint er. Gutting ist überzeugt, dass Kirchen-Vertreter mit ihren Angeboten zu den Leuten gehen sollten und nicht umgekehrt. Gutting sieht sich als Teamarbeiter. Glaubenskurse mit für Jugendliche interessanten theologischen Themen will er für die Römerberger Messdiener abhalten. Ältere Katholiken würden am liebsten nichts ändern, die Jugend wünsche sich mehr Vielfalt, beschreibt der Sportbegeisterte den Spagat, den er meistern will. Rund 10.000 Katholiken sind es in der Pfarrei Römerberg-Dudenhofen. Maximal fünf Jahre Berufserfahrung könne er in Römerberg-Dudenhofen sammeln, weist Gutting auf die zeitlich begrenzte Stelle hin. Seinen bisherigen Ausbildungsweg habe er in der Speyerer Dompfarrei Pax Christi absolviert. Innerhalb der nächsten drei Jahre schließt er die Ausbildung zum Pastoralreferenten inklusive Dienstprüfung ab. Nun aber freut er sich auf die vor ihm liegende Gemeinde- und Projektarbeit. Sogar die sechs Wochenstunden Religionsunterricht in den dritten Grundschulklassen findet der Pastoralassistent spannend. „Ich versuche derzeit noch, mich zurecht zu finden“, beschreibt er sein tägliches Brot auf „Kennenlern-Tour“ zwischen Kita-, Messdiener- und Jugendarbeit, Erstkommunions-Vorbereitung, Familiengottesdiensten und Religionsunterricht. Auf ein eigenes Büro in Dudenhofen müsse er wohl noch bis zum abgeschlossenen Umbau warten, weist er auf seinen ständigen Begleiter, den Laptop, hin. „Mein Home-Office ist in meiner Wohnung in Schifferstadt“, sagt er. Dort lebt Gutting mit seiner Ehefrau. Und dort will er auch bleiben.