Rhein-Pfalz Kreis Mit 109 „Sachen“ durch den Ort
«Mutterstadt.» Da sich Anwohner über ständig zu schnell fahrende Autos beschwert haben, hat die Gemeinde Mutterstadt in mehreren Straßen im Ort das Tempo gemessen. Mit den Ergebnissen hat sich nun das Gremium für Verkehrsfragen befasst. Demnach halten sich die meisten Fahrer an geltende Limits, eine Minderheit nicht – darunter einige halsbrecherische Extremfälle.
Hier erfolgten Messungen vom 29. Januar bis 5. Februar und dann wieder bis 20. Februar. Es wurden rund 7700 Fahrzeuge erfasst, die mit durchschnittlich 25 beziehungsweise 23 Kilometern pro Stunde in der Tempo-30-Zone unterwegs waren. „Mit diesem Durchschnitt können wir zufrieden sein, mit der Spitze nicht“, bemerkte der Beigeordnete Volker Strub (FWG) zur Auswertung. Denn die rasantesten Temposünder passierten das Messgerät mit 58 und 68 „Sachen“. Daneben hatte ein Bürger schlechte Sichtverhältnisse aufgrund eines neu errichteten Zauns an der Ecke Johannes-Sefrit-Straße bemängelt und vorgeschlagen, den Zaun zu verkürzen oder einen Verkehrsspiegel aufzustellen. Laut Verwaltung ist der Zaun jedoch baurechtlich nicht zu beanstanden. Ein solcher Spiegel sei nicht erforderlich und verleite nur zu zu schnellem Abbiegen. Daher lehnte das Gremium den Vorschlag ab. Neustadter Straße Ein Mutterstadterin hatte hier zwischen den Einmündungen Uhland- und Gartenstraße einen Tempo-30-Abschnitt beantragt sowie eine Überquerungshilfe an der Einmündung Blockfeldstraße. Bei der Geschwindigkeitsmessung vom 5. bis 9. Januar waren mehr als 25.000 Fahrzeuge im Schnitt mit 37 Kilometern pro Stunde unterwegs, erlaubt sind 50. Der Spitzenreiter allerdings schaffte hier 109. „Es gibt solche Leute, die leider schwer zu erwischen sind. 109 Stundenkilometer am helllichten Tag kann ich mir nicht erklären“, kommentierte Strub diesen krassen Einzelfall. Da es sich bei der Neustadter Straße um eine Landesstraße handelt, müssen etwaige Anordnungen mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) abgestimmt werden. „Da sind solche Durchschnittswerte natürlich ein schwaches Argument, obwohl die Gehwege dort sehr schmal sind“, wand er ein. Die Überquerungshilfe an dem breiten Einmündungstrichter der Blockfeldstraße sei hingegen äußert kompliziert. Hier gelte es unter anderem die Schleppkurven der Linienbusse zu beachten. Die Beiratsmitglieder zweifelten an der Umsetzbarkeit und an dem Sinn eines solchen Vorgehens an dieser Stelle. Wenn überhaupt, so meinten sie, dann sei eine Überquerungshilfe etwas weiter in die Blockfeldstraße hinein sinnvoller. Der Tenor im Gremium war letztlich, einen Fachmann zu dieser Frage zurate zu ziehen und den Tempo-30-Abschnitt zumindest beim LBM zu beantragen. Medardusring Aufgrund vieler Beschwerden über Raser nahm die Gemeinde hier gleich drei Messungen vor (20. bis 27. September 2017, 9. bis 16. Oktober und 19. bis 27. Dezember). Erfasst wurden insgesamt 34.000 Fahrzeuge. Sie waren durchschnittlich 31, 33 und 32 Kilometer pro Stunde schnell. Damit könne man zwar noch leben, erklärte Strub. Aber es habe zu viele Autos gegeben, die mehr als 40 oder 50 Kilometer pro Stunde fuhren. Die schlimmsten Raser durchquerten die Tempo-30-Zone mit 69, 93 und 76 „Sachen“. Weitere Straßen Noch in weiteren Mutterstadter Straßen wurde gemessen. Ergebnisse: Hillensheimer Straße, Messung vom 9. bis 19. November, Durchschnittstempo 24 Kilometer pro Stunde, Spitzenreiter 60; Schulstraße: 4. bis 9. Januar, Durchschnitt 26 Kilometer pro Stunde, Spitze 64; Trifelsstraße: 12. bis 14. sowie 22. bis 27. Januar, Durchschnitt 28 und 26 Kilometer pro Stunde, Spitze 58 und 45. Erlaubt ist jeweils Tempo 30.