Altrip RHEINPFALZ Plus Artikel Mehrere Fälle von Vandalismus in Altrip

Die Scheiben und Scheinwerfer des VW Käfers aus den 1960er-Jahren wurden eingeschlagen.
Die Scheiben und Scheinwerfer des VW Käfers aus den 1960er-Jahren wurden eingeschlagen.

Löcher in der Hallenfassade, ein abgerissener Blitzableiter, Scherben auf dem Rasen, Schmierereien an einer Hauswand und zerstörte Scheiben eines alten VW Käfers. Die Altriper haben derzeit mit Vandalismus zu kämpfen. Sind es Jugendliche, die im Ort wüten? Der Ortsbürgermeister warnt vor Stimmungsmache.

Der alte VW Käfer aus den 1960er-Jahren sieht arg mitgenommen aus. Alle Scheiben sind zerstört, die Scheinwerfer eingeschlagen. Und im Inneren: Kot. „Warum macht man so etwas?“, fragt Ursula Walter. Der Wagen gehört ihrem Sohn Simon. Er hat ihn von seinem Großvater geschenkt bekommen. „Das Auto hat einen großen ideellen Wert für uns. Es ist das Band unseres Sohnes zum Großvater.“ Sie ist „zutiefst traurig“, dass so etwas im Ort passiert.

In der Nacht zum Freitag vor einer Woche ist der Oldtimer beschädigt worden. Ursula Walter und ihr Mann Bernd waren zu dieser Zeit noch im Urlaub. Sie sind am Morgen verständigt worden. Die Altriperin glaubt nicht, dass der Vandalismus auf das Ehepaar persönlich bezogen war. „Das Auto ist einfach zusammengekloppt worden“, sagt sie. „Ich glaube, das war eine Truppe, die einfach Spaß daran hatte, etwas kaputt zu schlagen. Es war schlicht Zerstörungswut.“

Es ist nicht der erste Fall von Vandalismus im Ort, verdeutlicht Michael Gruber, Schatzmeister des TuS Altrip, bei einem Rundgang über das Sportgelände des Vereins am Rheindamm. Die Wände der Sporthalle sind übersät mit Löchern. Teils sind noch Dreckspuren zu sehen – es scheint, dass jemand an einigen Stellen mit dem Fuß so fest gegen die Wand getreten hat, dass der Putz gerissen ist. An anderen Stellen könnten es aufgrund der Höhe Flaschen oder Steine gewesen sein, die gegen die Wand geworfen wurden, vermutet Gruber. Der Blitzableiter wurde jüngst durchtrennt. Der Schaukasten hängt mittlerweile im Gebäude. Denn draußen wurde dreimal die Scheibe eingeschlagen. Auf Bänken am Spielfeldrand wurde Kot gefunden.

Einzäunen ist schwer möglich

Wer das alles war – Gruber weiß es nicht. Am Wochenende säßen abends Jugendliche auf dem TuS-Gelände, tränken Alkohol und zerschlügen die Flaschen. „Wenn man die Jugend im Ort anspricht, heißt es immer, es seien Gruppen von außerhalb.“ So ganz will Gruber das aber nicht glauben. Denn der Platz ist abgeschirmt und geschützt. Ein idealer Treffpunkt. Die ungebetenen Gäste ließen Musik laufen, ein Nachbar habe sich bereits bei der Polizei beschwert. Aber ohne Erfolg. Die Ruhestörer habe man nicht mehr vor Ort entdecken können.

Erste Vorkehrungen hat der Verein bereits getroffen: Die alte Stahltribüne am Spielfeldrand ist mittlerweile abgebaut. „Übers Wochenende war immer alles zugemüllt“, sagt Gruber. „Aber jetzt hat sich der Dreck auf die andere Seite verlagert.“ Zigarettenkippen und Scherben liegen auf dem Rasen hinter der Halle. Die Platzwarte, sagt Gruber, kommen mit dem Aufräumen fast nicht mehr hinterher. Und: „Wie soll man jede einzelne Scherbe finden? Aber im Sommer kann es auch mal passieren, dass Kinder hier barfuß laufen.“

Die TuSler hätten gehofft, dass sich die Gruppe einen anderen Platz sucht. Aber danach sähe es nicht aus. Was den Verein aber auch in seiner Planung einschränkt, denn eigentlich steht an, neben dem Spielfeld eine Überdachung zu bauen. Nur: Die unliebsamen Gäste würden davon profitieren. Das Gelände einzuzäunen, um sie fernzuhalten, sei keine Option. „Wie will man das abschließen?“, fragt Gruber. Und fügt an: „Das wäre unbezahlbar für uns.“ In der jüngsten Ortsgemeinderatssitzung wurde die Option einer Videoüberwachung für das Gelände angesprochen. „Wir prüfen, was möglich ist“, sagt Ortsbürgermeister Volker Mansky (parteilos).

Sind es wirklich Altriper?

Er wird regelmäßig mit den Vandalismus-Problemen konfrontiert, nicht nur, weil die beschädigte Sporthalle am Rheindamm der Gemeinde gehört. In Gesprächen mit den Bürgern käme das Thema immer wieder auf. Als Schuldige ständen derzeit ein paar Altriper Jugendgruppen im Fokus der Bewohner. Doch Mansky will Stimmungsmache vermeiden. „Dass es Jugendliche waren, möchte ich so nicht unterschreiben. Wir wissen einfach nicht, wer dafür verantwortlich ist“, betont er – und will irgendwie auch nicht glauben, dass ein Altriper Bürger in seinem Heimatort dermaßen wütet. „Wir wissen nicht, ob sie aus Altrip kommen oder nicht.“

Die Gemeinde hat die Schäden an der Sporthalle zur Anzeige gebracht, zudem einen Einbruch in der vergangenen Woche. Zwei Fenster wurden aufgedrückt und Gegenstände in den Hof gestellt. Gestohlen wurde nichts. Der Einbruch ist eine von vier ungeklärten Anzeigen wegen Sachbeschädigung, die in diesem Jahr bei der Polizeiinspektion Schifferstadt eingingen. Die weiteren Fälle: eine beschädigte Scheibe einer Bushaltestelle, ein mit Farbe besprühtes Haus und der kaputte VW Käfer.

Polizei und Verwaltung stehen in Kontakt ob der Situation im Ort. Es habe schon Kontrollen gegeben, auch auf dem TuS-Gelände, erläutert Kai Giertzsch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt. Doch Altrip sei kein Kriminalitätsschwerpunkt im Bereich der Polizeiinspektion. In Bezug auf den Bevölkerungsanteil sei Altrip in der Kriminalitätsstatistik für 2019 im Bereich der PI Schifferstadt nicht überrepräsentiert. Es gab beispielsweise 36 Sachbeschädigungen im privaten und öffentlichen Bereich. Mit einberechnet sind da schon zwölf zerkratzte Autos im August. Ob wirklich Jugendliche für den derzeitigen Vandalismus verantwortlich sind, dafür gibt es laut Giertzsch „keine konkreten Anhaltspunkte“. Aber ausgeschlossen werden könne es auch nicht.

Scherben liegen auf dem Rasen des TuS Altrip.
Scherben liegen auf dem Rasen des TuS Altrip.
Die Wände der Altriper Sporthalle am Rheindamm haben Löcher. Jemand hat die Fassade mutwillig beschädigt.
Die Wände der Altriper Sporthalle am Rheindamm haben Löcher. Jemand hat die Fassade mutwillig beschädigt.
Es sieht aus, als habe jemand gegen kräftig die Wand getreten.
Es sieht aus, als habe jemand gegen kräftig die Wand getreten.
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