Rhein-Pfalz Kreis Mehr Gewerbe und ein lang ersehnter Lift

Die neu gestaltete Ortsmitte kommt bei den Mutterstadtern gut an, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider.
Die neu gestaltete Ortsmitte kommt bei den Mutterstadtern gut an, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider.

«Mutterstadt.»Das Gewerbegebiet erweitern, die Pestalozzi-Grundschule generalsanieren, den Platz vor der neuen Pforte neu gestalten, den Bauhof verlegen: Die Liste der Projekte, die sich Mutterstadt fürs neue Jahr vorgenommen hat, ist lang, die Höhe der Investitionen rekordverdächtig. Oder wie es Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) mit Blick auf 2017 und 2018 formuliert: „Es war viel, und es kommt viel.“

Rund elf Millionen Euro sind die Mutterstadter auszugeben bereit, damit ihre Gemeinde wächst und gedeiht. Ein erheblicher Teil davon fließt mit 4,5 Millionen Euro in die neuen Gewerbeflächen nördlich des Sportparks. „Hier haben wir mit dem Kauf aller Grundstücke einen Durchbruch erzielt“, berichtet Bürgermeister Hans-Dieter Schneider. Bis Mitte des Jahres soll die Erweiterungsfläche erschlossen und bezugsfertig sein. „Es gibt schon etliche Interessenten“, sagt er. Lange beraten und geplant, soll der Vorplatz der Neuen Pforte umgestaltet werden und nahtlos an die bereits neu gestaltete Ortsmitte anknüpfen. Kosten wird das wohl zwei Millionen Euro. Ebenso teuer wird ein neues Rückhaltebecken zur Abwasserbeseitigung, das im Blockfeld entstehen und das Kanalsystem weiter entlasten soll. Für 1,1 Millionen Euro will die Kommune ihren Bauhof vom jetzigen Standort neben der Pestalozzi-Grundschule ins Gewerbegebiet verlegen, und zwar neben das Umspannwerk der Pfalzwerke. Neben der Schule soll stattdessen eine neue Kita angesiedelt werden, während der mehr als 100 Jahre alten Grundschule eine grundlegende Frischzellenkur bevorsteht. Das Gebäude soll energetisch saniert, mit neuen Fenstern versehen, barrierefrei ausgebaut und um zwei Unterrichtsräume erweitert werden. Für die beiden Vorhaben plant die Gemeinde einen gemeinsamen Architektenwettbewerb. Die Bauarbeiten an der Schule sollen binnen Jahresfrist beginnen und gehen bis 2020 weiter. Allein dieses Jahr sind dafür 450.000 Euro vorgesehen sowie 200.000 Euro zum Vorbereiten des Kita-Neubaus. In den Fuhrpark der Feuerwehr steckt die Gemeinde 825.000 Euro, unter anderem in ein Hilfeleistung-Löschfahrzeug und einen neuen Wechsellader. Eine Überraschung hat Schneider auch parat: „Wir bekommen endlich den Fahrstuhl am Haus der Vereine.“ Das habe er zwar schon länger Jahr für Jahr versprochen, aber im ersten Quartal solle es jetzt tatsächlich so weit sein. „Das alles abzuarbeiten, ist schon eine Herausforderung für unsere Mitarbeiter“, sagt der Bürgermeister. Doch die Mühen lohnten sich, das sei 2017 deutlich geworden. Die Mutterstadter hätten stets großes Interesse an den Baustellen und den vielen Veranstaltungen zum 1250. Dorfjubiläum gezeigt – in die insgesamt 165.000 Euro flossen. Die Galas der Vereine seien sogar derart gut angekommen, dass sie wiederholt werden sollten. „Die Leute identifizieren sich sehr mit ihrer Gemeinde“, resümiert Schneider und berichtet stolz, dass das Konzept der neuen Dorfmitte bisher aufgehe: „Unser Zentrum wurde belebter und ist ein beliebter Treffpunkt.“ Außerdem versucht die Kommune nach Angaben von Schneider, technologisch Schritt zu halten. Nach dem allgemeinen Anschluss ans Breitband-Internet sollen 2018 auch noch die letzten weißen Flecken im Gewerbegebiet beseitigt werden. Die Pfalzkom habe in Mutterstadt ein zweites Hochsicherheitsrechenzentrum in Betrieb genommen, und beim Thema E-Lade-Stationen nehme die Kommune ebenfalls eine Vorreiterrolle ein. „Wir wollen bei neuer Technik vorne mit dabei sein, da wir überzeugt sind, dass das mal ein wichtiger Standortfaktor wird“, erklärt der Bürgermeister. Deshalb beteilige sich die Gemeinde am Smart-Home-Pilotprojekt der Pfalzwerke. Dabei geht es um die digitale Steuerung des eigenen Zuhauses – sei es von der Couch aus oder aus der Ferne.

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