Maxdorf Martin Westrich ist Naturbotschafter an Kita und Schule

Naturbotschafter Martin Westrich mit den Vorschulkindern der Bärengruppe in der Kita St. Fransziskus in Maxdorf. Die Fünf- bis S
Naturbotschafter Martin Westrich mit den Vorschulkindern der Bärengruppe in der Kita St. Fransziskus in Maxdorf. Die Fünf- bis Sechsjährigen zeigen stolz ihre gebastelten Schmetterlinge und die Insekten-Tattoos.

Als ehrenamtlicher Naturbotschafter geht Martin Westrich regelmäßig in die Kita St. Franziskus in Maxdorf. Der 65-Jährige möchte die Kinder mit seiner Begeisterung für Tiere und Pflanzen anstecken. Bei den Vorschülern der Bärengruppe geht dieser Plan auf.

„Wir bleiben der Natur auf der Spur“, sagen die Kinder der Bärengruppe im Chor. In ihrem Tonfall schwingt Vorfreude mit. Der Begrüßungsspruch ist zugleich ein Versprechen. Schließlich soll das Interesse für Pflanzen und Tiere nicht nur ein Strohfeuer sein, sondern auch im weiteren Leben der Jungen und Mädchen eine Rolle spielen.

In den vergangenen Monaten hatten die Vorschulkinder der Kita St. Franziskus in Maxdorf regelmäßig Besuch von Martin Westrich. Der 65-Jährige ist zertifizierter Naturbotschafter und setzt sich als solcher dafür ein, dass die Kita-Kinder Wissen über die Natur, aber auch praktische Erfahrungen mit ihr sammeln.

An diesem Vormittag stehen bei den Fünf- bis Sechsjährigen Schmetterlinge im Mittelpunkt. „Die gibt es überall auf der Welt, außer in der Antarktis“, erklärt der Maxdorfer und fügt hinzu, dass es über 3000 verschiedene Arten gibt. Gänzlich unbekannt sind die Insekten den Kindern natürlich nicht. Ein Mädchen hat schon mehrere Zitronenfalter beobachtet. Und ein Junge hat genau hingeschaut: „Die haben so einen Stachel“, berichtet er.

Warum das Tagpfauenauge so große Augen hat

Als Westrich aufklärt, dass es sich dabei um einen Rüssel handelt, müssen einige Vorschüler kichern. Richtig beeindruckt sind sie aber, als sie hören, dass die Färbung der Flügel oft eine wichtige Funktion hat. Etwa die großen „Augen“ beim Tagpfauenauge, die ihn vor Fressfeinden schützen sollen. „Wenn Vögel die sehen, bekommen sie Angst“, erklärt der Naturbotschafter.

Später beim Basteln entscheidet sich Niklas für diesen Schmetterling, „weil der diese Methode hat, um Feinde abzuwehren“. Bei den anderen Jungs kommt der Admiral gut an, auch wenn sein Name schon mal kreativ in Adrimal geändert wird. Die Mädchen greifen mehrheitlich nach dem Kleinen Fuchs. Der Schwalbenschwanz bleibt unbeachtet, bis Gruppenleiterin Marie Galla sich seiner annimmt.

Es ist ein ausgewogener Mix aus Wissensvermittlung und Spaß, mit dem Martin Westrich den Kita-Kindern die Tiere näherbringt. Dabei geht es ihm vor allem darum, bei den Kindern ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welchen Wert Tiere und Pflanzen in der Natur haben. „Was man kennt, das schützt man“, ist der 65-Jährige überzeugt.

Für den Naturschutz setzt der leidenschaftliche Bergwanderer sich schon länger ein – als Gründungsmitglied des Vereins ArtenErben, der in der Verbandsgemeinde Maxdorf Projekte für mehr Biodiversität umsetzt. Bereits in der Altersteilzeitphase habe er überlegt, wie er sein Leben als Rentner gestalten wolle, sagt der Diplom-Ingenieur, der zuletzt als Abteilungsleiter bei Siemens in Karlsruhe angestellt war. Er wurde auf die vom Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz angebotene Ausbildung aufmerksam und bewarb sich dafür. Inzwischen habe er auch schon einen Freund für die kostenlose Ausbildung und das ehrenamtliche Engagement begeistern können, freut er sich.

Hochbeete werden gebaut, Naschhecken gepflanzt

Seit 2021 hat Westrich rund 35 Mal die Kita St. Franziskus besucht und dabei bereits mit den Kindern Hochbeete gebaut, eine Naschhecke gepflanzt und ihnen etwas über verschiedene Lebewesen erzählt. Im Lise-Meitner-Gymnasium war er ebenfalls aktiv, indem er mit Schülern Wildbienenhotels gebaut hat. Und um Bienen wird es auch am Sonntag, 14. Juli, an seinem Stand bei der Kirche Kunterbunt in Maxdorf gehen, die ab 15 Uhr auf dem Rasensportplatz stattfindet.

Sein Engagement in der Kita möchte der Naturbotschafter auch künftig fortsetzen. Schließlich sind nach den Sommerferien wieder neue Vorschulkinder in der Bärengruppe. Und Aktionen für die Kleineren sind ebenfalls in Planung. Niklas, Aurelia und ihre Freunde sind derweil wieder um einige Informationen reicher. Sie wissen nun, dass der Weg zum Schmetterling vom Ei über die Raupe und die Puppe führt. Und dass die Raupen sich von Blättern ernähren, während die Schmetterlinge Nektar aus den Blüten saugen. Mit ihrem Rüssel. „Wie ein Elefant“, findet Aurelia.

Die Kinder freuen sich sichtlich über ihre selbst gebastelten Schmetterlinge und die Insekten-Tattoos auf ihren Armen. „Das Strahlen der Kinder ist mein größter Lohn“, erklärt der 65-Jährige. Besonders gern erinnert er sich aber an einen Ausflug zum Imker, den er mit einer anderen Gruppe gemacht hat. Auf die Frage, wer denn der beste Freund der Biene sei, habe ein Junge statt der Lösung „Blume“ die Antwort gegeben: „Der Herr Westrich!“

Zur Sache

Mehr Informationen zum Ehrenamt des Naturbotschafters und zur kostenlosen Ausbildung gibt es im Internet unter: www.kita-naturbotschafter.de.

x