Schifferstadt Mörderische Schwestern meucheln im Schreiwer-Hais’l

Auf der Parkbank am (symbolischen) Teich: Heidi Moor-Blank (links) und Kirsten Sawatzki.
Auf der Parkbank am (symbolischen) Teich: Heidi Moor-Blank (links) und Kirsten Sawatzki.

Mörderische Schwestern zu Besuch im Schreiwer-Hais'l: Wenn Heidi Moor-Blank und Kirsten Sawatzki sich treffen, wird gemeuchelt und gestorben. Manchmal sogar märchenhaft.

Das Publikum hat den Besuch der literarischen Serienmörderinnen Heidi Moor-Blank und Kirsten Sawatzki am Sonntag im Schreiwer-Hais'l vollzählig überlebt. Nicht nur das, die Zuhörer wurden gut unterhalten. Die Krimi-Autorinnen haben nicht bloß einige Fälle vorgestellt, sondern auch spannende Einblicke in die Arbeit des Krimi-Schreibens gegeben.

„Es ist gar nicht so einfach, Geschichten zu finden, die so logisch sind, dass sie passiert sein könnten und trotzdem neu und originell sind“, erklärt Heidi Moor-Blank. Blöd ist aber, wenn die ausgedachte Geschichte von der Realität überholt wird. Sie erzählt von einer Story, bei welcher der Besitzer eines Kirschbaums einem Obst-Dieb zum vorzeitigen Ableben verhilft. Dabei hat er es so angestellt, dass der Dieb von der Leiter stürzt und in Eisenstäbe fällt. „Ich hatte die Geschichte fertig, da las ich in der RHEINPFALZ, dass sich jemand bei der Obsternte auf ähnliche Weise verletzt hat. Da wollte ich die Geschichte lieber nicht veröffentlichen“, erklärt die Autorin. Sicherer ist es, einen Sicherheitsabstand zur Realität zu wahren. So geschehen bei einer Geschichte von Kirsten Sawatzki. Sie erzählt von einer Frau, die vom Rat der Hexen ihrer magischen Kräfte beraubt wurde. Teil ihrer Strafe ist es, einen mörderischen Appetit auf Fleisch zu haben, während die Ober-Hexen alles um sie herum in Süßkram verwandelt haben. Da knabbern zwei Kinder an ihrem Häuschen...

Während Moor-Blank vor allem Kurzgeschichten schreibt, widmet sich Kirsten Sawatzki auch dem Kriminalroman. Da löst Kommissarin Laura Braun mit der Rechtsmedizinerin Elena Salonis knifflige Fälle. „Nix für Softies“ schreibt eine Rezensentin in einem Bücherforum. Bei der Leseprobe, bei der eine der Figuren auf dem Stahltisch in der Pathologie aufwacht, war die Szene ein bisschen zu ausführlich beschrieben.

Die Pointe muss nicht immer jemanden ins Grab bringen, wie Moor-Blank beweist. Da stirbt ein Junggeselle, der besessen von seinem nächsten Rendezvous seine Nachbarin mit Tanzmusik nervt, zu der er die richtigen Schritte übt. Zwar ist der am Ende tot, aber die Nachbarin ist unschuldig. Aber sie weiß, warum am Tatort ein Polizist unvermittelt einschläft.

Heidi Moor-Blank lebt in Landau und arbeitet in einem Softwarehaus. Kirsten Sawatzki stammt aus Bad Dürkheim, wurde Tierarzthelferin, inzwischen arbeitet sie bei einem Automobil-Zulieferer. Die Autorinnen sind Mitglieder der Mörderischen Schwestern, einer bundesweiten Vereinigung krimischreibender Frauen.

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