Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Logistikzentrum: Ortschefin gibt Antworten

Auf diesem Gelände im erweiterten Gewerbegebiet Dannstadt-Ost wird das Logistikzentrum der IFCO Systems GmbH entstehen.
Auf diesem Gelände im erweiterten Gewerbegebiet Dannstadt-Ost wird das Logistikzentrum der IFCO Systems GmbH entstehen.

Die Ansiedlung der IFCO Systems GmbH im Gewerbegebiet Dannstadt-Ost bietet reichlich Redestoff. Anwohner beliebter Ausweichrouten fürchten den Verkehr, wenn das Logistikzentrum erst mal steht. Dass der Deal hinter verschlossenen Türen ausgehandelt wurde, stößt bei Bürgern und Teilen der Politik auf Kritik. Nun äußert sich dazu die Ortsbürgermeisterin.

Die Mitteilung kam wie aus dem Nichts: Die IFCO Systems GmbH erwirbt rund ein Drittel der neuen Flächen im frisch erweiterten Gewerbegebiet Dannstadt-Ost, von dem bislang allerdings nur der erste Bauabschnitt erschlossen ist. Bis September 2022 möchte das Unternehmen hier Produktions-, Lager- und Technikflächen in Betrieb nehmen. Bauen soll das alles die Firma Panattoni. Diese Nachricht hat Anwohner der Angelstraße in helle Aufregung versetzt, ist von dort zu hören. Sie befürchten, dass ein Teil des zu erwartenden Verkehrs zu und von dem Logistikzentrum an ihren Häusern vorbei rollen wird – vor allem, wenn die Auto- und Lkw-Fahrer von Süden her kommen oder in diese Richtung wollen. Ist der zweite Bauabschnitt mit den restlichen neuen Gewerbeflächen eines Tages fertig, soll der Verkehr über die Erschließungsstraße bis zum Münchhof fließen. Doch bis dahin dürfte, so die Befürchtung, die Angelstraße als Abkürzung herhalten.

Verkehrskonzept entwerfen

„Sicher ist mit mehr Verkehr im Gewerbegebiet zu rechnen“, gibt Ortschefin Manuela Winkelmann (CDU) zu. Der könne jedoch über die direkt mit der A61 verbundene Riedstraße fahren. „Der Schwerlastverkehr muss nicht durch die Hauptstraße führen, um dieses Gebiet zu erreichen“, betont sie. Gleichwohl räumt die Christdemokratin ein, dass der Abkürzungsverkehr trotzdem zunehmen könnte. „Allerdings nicht nur in der Angelstraße, sondern auch im Viehbachweg, der Industriestraße und der Friedhofstraße“, macht sie klar, dass sie sich dieser eventuellen Folgen bewusst ist. Um einer solchen Entwicklung entgegenzuwirken, wolle sie mit dem Verbandsbürgermeister Stefan Veth (CDU) ein entsprechendes Verkehrskonzept entwerfen. Denn für den Erfolg sei die Zusammenarbeit der Verbandsgemeinde als unterer Straßenbehörde und der Ortsgemeinde wesentlich. Das Konzept werde dann selbstverständlich dem Ortsgemeinderat vorgestellt.

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Ausgerechnet ein Logistikzentrum soll sich also in Dannstadt-Ost ansiedeln. Widerspricht das nicht der seit Jahren angestrebten Verkehrsentlastung, vor allem der Hauptstraße? Hier verweist Winkelmann auf den Lückenschluss, der durch das Weiterführen der Erschließungsstraße bis zum Münchhof entstehe und das Umfahren des Ortskerns ermögliche. Zusätzlich werde das Dorf entlastet, wenn die beschlossenen landwirtschaftlichen Umfahrungsstrecken im Süden bis zum Pfalzmarkt gebaut werden.

Bewerbungen wurden teilweise zurückgezogen

Mit IFCO kommt ein international tätiges Unternehmen ins Gewerbegebiet. Dabei hatte die Kommune stets betont, sie wolle hier vor allem örtliche oder regionale Betriebe ansiedeln. Die Frage an die Bürgermeisterin lautet nun: Hatten die kein Interesse mehr, oder was ist aus diesem Ziel geworden? „Im März 2019 bei den ersten Besprechungen waren es überwiegend Gewerbetreibende aus unserer Ortsgemeinde. Viele wurden durch die pandemische Lage und aufkommende schlechte, wirtschaftliche Prognosen verschreckt und haben ihre Bewerbung zurückgezogen“, berichtet Winkelmann.

Einige der Interessenten hätten aber auch bereits Grundstücke im bestehenden Gewerbegebiet gekauft, die durch Geschäftsaufgaben frei wurden. „Vier Firmen freuen sich, jetzt endlich Eigentümer der Grundstücke im Gewerbegebiet Ost zu werden“, sagt die Bürgermeisterin und ergänzt: „Bereits im Januar werden alle Grundstücke vergeben sein.“ Im ersten Bauabschnitt mittelständische Unternehmen anzusiedeln, sei wegen des Zuschnitts der Grundstücke schwierig gewesen.

Bleibt noch eine wichtige Frage: Hat die Gemeinde sichergestellt, dass IFCO jährlich Gewerbesteuer an sie entrichtet und nicht nur die örtliche Infrastruktur (ab-)nutzt, um Gewinne zu erwirtschaften, von denen das Dorf am Ende nicht profitiert? (siehe auch „Hat die Ansiedlung nur Nachteile?“) Ihre Antwort: Das Unternehmen werde nächste Woche für den Betrieb vor Ort eine eigene GmbH mit Sitz in Dannstadt-Schauernheim gründen. „Somit fallen die Steuern anteilig auf unsere Ortsgemeinde.“

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