Waldsee Laufen für Frank und viele andere - gegen Krebs

Wollen an den Ehemann und Vater erinnern: Nicole Regenauer mit Tim (Mitte) und Jan.
Wollen an den Ehemann und Vater erinnern: Nicole Regenauer mit Tim (Mitte) und Jan.

30 Kilometer will Nicole Regenauer bis Sonntag joggen: für ihren an Krebs verstorbenen Mann Frank und alle Familien, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie. Dass so viele Menschen sich ihr bei dem Spendenlauf anschließen würden, damit hätte sie nie gerechnet.

Frank Regenauer ist am 5. März, gerade einmal zwei Jahre nachdem ihn und seine Familie eine Krebsdiagnose wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf, im Alter von 42 Jahren verstorben. „Es war ein Gen-Reparaturdefekt. Frank war jung, sportlich, hat nicht geraucht – keiner hat damit gerechnet“, erzählt Nicole Regenauer. Von Anfang an war klar: Der Familienvater hatte keine Chance, dennoch hat er bis zuletzt gekämpft.

Jetzt kämpfen Nicole Regenauer und ihre beiden Söhne Tim (8) und Jan (5). Schon vor einem Jahr ist sie auf den „NCT-Lauf gegen Krebs“ des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg aufmerksam geworden. Für jeden Kilometer, den die Teilnehmer laufen, spendet SAP 50 Cent an das NCT für innovative Krebsforschungsprojekte. „Letztes Jahr waren wir zu spät für die Anmeldung“, erzählt die junge Frau. Dieses Jahr ist das kein Problem, denn aufgrund der Corona-Pandemie findet der Lauf „virtuell“ statt. Das bedeutet, die Läufer melden sich auf einer Internetseite an und geben an, wie viele Kilometer sie von Freitag bis Sonntag laufen möchten. Am Ende bestätigen sie, wie viel sie tatsächlich gelaufen sind. So wird der NCT-Lauf dieses Jahr international, denn jeder läuft dort, wo er wohnt, alleine oder in kleinen Gruppen unter Beachtung der Corona-Regeln.

Also hat Nicole Regenauer sich und ihre Kinder angemeldet. „Dabei wurde nach dem Team-Namen gefragt und ich habe ,Team Frank’ angegeben“, erzählt die Frau aus Waldsee. Die Information über den Lauf hat sie in ihren Whatsapp-Status gestellt und dann auf Facebook und Instagram gepostet und an Arbeitskollegen geschickt. Nie hätte sie damit gerechnet, dass sich ihr so viele Menschen anschließen würden und ebenfalls am Lauf teilnehmen. Innerhalb von zwei Wochen meldeten sich für das „Team Frank“ – stand Donnerstagmorgen – 309 Läufer an, bis Sonntagabend besteht für Kurzentschlossene noch die Möglichkeit, teilzunehmen.

Laufen, so weit man möchte

Laut NCT ist „Team Frank“ mit Abstand die größte teilnehmende Gruppe. „Die Feuerwehr macht mit, die Handballer machen einen Trainingslauf daraus, Freunde meiner Eltern laufen mit, Mütter, die ihren Kinderwagen-Spaziergang ausdehnen möchten. Die jüngste Teilnehmerin ist zwei Jahre alt, der älteste Läufer ist 80“, zählt Regenauer auf. Es gehe dabei nicht um sportliche Höchstleistungen, jeder könne so weit und so schnell laufen, wie er möchte, egal ob Walking, Spaziergang oder Joggen.

„Mein Sohn Tim hat gesagt, er läuft 45 Kilometer für seinen Papa. Und das, obwohl er nicht so der Läufer ist“, erzählt die Waldseerin gerührt. Und wenn er sich das schon so vornimmt, dann möchte sie wenigstens 30 Kilometer schaffen. Sie wird wohl allein auf dem Damm unterwegs sein, für die Kinder hat sie eine Gemeinschaftsaktion geplant: „Eine Runde durch das Neubaugebiet ist 500 Meter lang, da können die Kinder dann laufen, zwischendurch in den Pool springen oder eine Wasserschlacht machen.“

„Es gibt nicht mehr viel, was ich für meinen Mann machen kann“, sagt Regenauer nachdenklich. „Aber ich hoffe, dass die Medizin sich weiter entwickelt und anderen Familien dieser Schicksalsschlag erspart bleibt.

 

Anmeldung

www.nct-heidelberg.de, Teamname: Frank

 

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