Rhein-Pfalz-Kreis Langjähriger Landrat Paul Schädler verstorben

 Paul Schädler bekam für seinen Einsatz gegen die Stechmückenplage sogar ein Denkmal gesetzt .
Paul Schädler bekam für seinen Einsatz gegen die Stechmückenplage sogar ein Denkmal gesetzt .

Paul Schädler, langjähriger Landrat des späteren Rhein-Pfalz-Kreises, ist am Mittwoch im Alter von 95 Jahren verstorben. Ein großer Verdienst: die Stechmücken-Bekämpfung.

Im März dieses Jahres hatte der Rhein-Pfalz-Kreis seinen ersten und einzigen Ehrenbürger noch mit einem offiziellen Empfang anlässlich seines 95. Geburtstags im Dudenhofener Bürgerhaus gewürdigt. Nun ist Paul Schädler, der die Region vor allem in den 1970er und 1980er Jahren prägte, verstorben. Der gebürtige Moselaner und Christdemokrat begann seine politische Karriere in der Pfalz 1967 als Landrat des Landkreises Landau. Schon 1969 übernahm er dann die Leitung des Landkreises Ludwigshafen, wo er bis 1983 Landrat blieb. „Es war mein Bestreben, dem Kreis innere Substanz zu verleihen“, sagte Schädler vor wenigen Monaten im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Besondere Verdienste erwarb sich der Wahlpfälzer, der sich mit seiner Familie schließlich in Dudenhofen niederließ, bei der Bekämpfung der damals in Rheinnähe noch allgegenwärtigen Stechmücken. Schädlers Name ist fest mit der Gründung der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) verbunden. In Dudenhofen, wo er bis zuletzt mit seiner Frau Helga in einer Wohnung im Ortszentrum lebte, wurde „Schnooke-Paul“, wie er zugleich augenzwinkernd und anerkennend genannt wurde, dafür sogar ein Denkmal gesetzt: eine Schnake mit dem Antlitz Schädlers.

Drei Kreisbäder, fünf Großturnhallen, verschiedene Schulen, Volkshochschule und Musikschule, der Beregnungsverband – all das entstand außerdem in Schädlers Amtszeit. Die Karriere des CDU-Politikers beschränkte sich nicht auf den Landkreis Ludwigshafen, der später in Rhein-Pfalz-Kreis umbenannt wurde. So war Schädler zeitweise Vorsitzender des Raumordnungsverbandes Rhein-Neckar und des Landkreistages Rheinland-Pfalz. Zwischen 1983 und 1991 amtierte er als Regierungspräsident von Rheinhessen-Pfalz. Im Jahr seines Ausscheidens wurde er mit dem Verdienstkreuz erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Nach dem Rückzug aus der aktiven Politik ließ sich Schädler als Rechtsanwalt nieder.

In seinem Dudenhofener Domizil bekam Paul Schädler regelmäßig Besuch von seinen vier Kindern und sechs Enkeln. Bis zuletzt hat der ehemalige Landrat das politische Geschehen in der Welt, aber auch in der Region mit großem Interesse mitverfolgt. So drückte er bei der Landratswahl Anfang des Jahres seinem Parteifreund Volker Knörr die Daumen. Drei Zeitungen lese er täglich, eine davon sogar modern auf dem Tablet, berichtete er vor seinem 95. Geburtstag, als die RHEINPFALZ ihn zu Hause besuchte. Auch im Alter blieb Schädler aktiv, absolvierte täglich ein kleines Fitnessprogramm. Dazwischen gönnte er sich auch mal ein Glas Wein – gerne vom verpachteten eigenen Wingert in Deidesheim.

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