Rhein-Pfalz Kreis Kreistag II: Und immer wieder die Schulen

Die Grünen im Kreistag sind bei ihrer Meinung geblieben und stimmten der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans nicht zu. Ihnen zufolge findet der Wille der Eltern darin zu wenig Niederschlag. Einstimmig ging dagegen der Beschluss durch, dass die Realschule in Bobenheim-Roxheim Schwerpunktschule wird.
«Ludwigshafen/Waldsee.»Wie hoch ist das Ansehen der Realschulen noch? Und würden Eltern ihre Kinder nicht eher aufs Gymnasium oder eine Integrierte Gesamtschule (IGS) schicken? Die Grünen sind skeptisch, ob der Kreis mit seiner Fortschreibung des Schulentwicklungsplans auf dem richtigen Weg ist. So wechselten zuletzt nur 32 Prozent aller Viertklässler im Kreis auf eine Realschule plus, fast 53 Prozent gehen auf ein Gymnasium und 14,6 Prozent auf eine Integrierte Gesamtschule. Dass die Realschulen plus ein Imageproblem haben, wollen die meisten Kreispolitiker auch gar nicht von der Hand weisen. „Eigentlich sind sie die alte Hauptschule“, sagte FDP-Fraktionschef Jürgen Creutzmann in der letzten Kreisausschusssitzung vor dem Kreistag. Auch der Ausdruck „Resteschule“ fiel schon in den Diskussionen zu diesem Thema. Gegen das Image soll gearbeitet, die Schulform attraktiver werden. Möglicherweise dadurch, dass sich an das Realschulangebot eine Fachoberschule anschließt und das Angebot abrundet – wie es in Schifferstadt der Fall ist und für Maxdorf in Erwägung gezogen wird, falls die übergeordnete Schulbehörde da mitspielt. Ein entsprechender Antrag wird gestellt. Was die Kreisverwaltung im Gegensatz zu den Grünen nicht will: Eine zweite IGS im Kreis. Begründung: Wer sich in Mutterstadt auf den Gymnasiumszweig bewerbe, werde in der Regel genommen. Eine zweite IGS wäre also nur Konkurrenz zu den Realschulen plus. Jürgen Creutzmann wies darauf hin, dass man das Schulangebot im Kreis nicht allein betrachten dürfe, sondern auch berücksichtigen müsse, was es an Schulen in der Nachbarschaft gebe: in Haßloch, Speyer oder Ludwigshafen etwa. „Das ist gut abgestimmt“, sagte der Freidemokrat. Einigkeit herrschte gestern darüber, dass die Realschule plus in Bobenheim-Roxheim zur Schwerpunktschule wird, wenn der neue Gebäudeteil fertig ist. Schwerpunktschulen nennt man Schulen mit inklusivem Unterricht, in denen Kinder mit und ohne Behinderungen und Lernbeeinträchtigungen gemeinsam lernen. Das Land Rheinland-Pfalz drängt darauf, dass der Rhein-Pfalz-Kreis endlich auch im Sekundarbereich I so ein Angebot macht. Bisher gibt es Inklusion nur an vier Grundschulen: an der Grundschule Süd in Schifferstadt, der Schillerschule in Fußgönheim, der Grundschule in Otterstadt sowie der Rheinschule in Bobenheim-Roxheim. Der Neubau der Realschule soll in den Jahren 2018 bis 2021 realisiert werden. Für die Planungskosten sind in den 18er-Haushaltsplan 150.000 Euro eingestellt worden. Insgesamt sind für das Jahr 2018 im Schulbereich 31 Projekte und rund 13 Millionen Euro eingeplant.