Rhein-Pfalz-Kreis Kreisjahrbuch vorgestellt: Clemens Körner und Frank-Walter Steinmeier, grün eingerahmt

Die Autoren bei der Vorstellung des neuen Kreisjahrbuchs zusammen mit Landrat Clemens Körner (Mitte hinten) und Organisator Paul
Die Autoren bei der Vorstellung des neuen Kreisjahrbuchs zusammen mit Landrat Clemens Körner (Mitte hinten) und Organisator Paul Platz (vor Körner).

Das neue Kreisjahrbuch ist da: Von historischen Entdeckungen über Kunst und Kultur bis hin zu humorvollen Einblicken in den Nahverkehr.

Das neue Kreisjahrbuch wurde am Mittwoch im Historischen Rathaus in Mutterstadt vorgestellt. Auf dem grün gehaltenen Cover prangt ein Bild von Noch-Landrat Clemens Körner (CDU) neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) – grün eingerahmt. Das sei schon eine besondere Ehre für ihn, erklärt Körner bei der Buchvorstellung den anwesenden Autoren und Protagonisten der Beiträge. Beides: dass Körner von Steinmeier in Berlin empfangen wurde, weil das Projekt, mit dem der Rhein-Pfalz-Kreis kulturtreibende Vereine in der Corona-Krise unterstützte, überzeugte, und dass ein Bild von dem Treffen nun das Cover ziert. Der 42. Band des Kreisjahrbuchs ist der letzte in Körners Amtszeit. Deswegen enthält es ein Interview, in dem der scheidende Landrat auf seine 16 Jahre im Amt zurückblickt.

23 Beiträge mit Geschichten aus dem Kreis

23 Beiträge spiegeln das Geschehen im Kreis aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln wider, gegliedert in fünf Bereiche: Geschichte, Literatur, Kunst, Leben und Informationen aus den Partnergemeinden. Nicht fehlen darf die Kreischronik am Ende des Buchs. Genauso vielfältig wie die Geschichten sind die Schreibstile der Autoren. In Summe hat Paul Platz, Leiter des Kulturbüros des Rhein-Pfalz-Kreises, bei der Auswahl der Themen ein gutes Händchen bewiesen.

Die Adjektive humorvoll und positiv würde man wohl nicht sofort mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Verbindung bringen. Doch Bernd Baginski, Nahverkehrsplaner des Rhein-Pfalz-Kreises, macht in seinem Beitrag genau das: Mit rheinländischem Humor beschreibt er die Errungenschaften des ÖPNV in den vergangenen 50 Jahren. Ungewöhnlich ist auch die Bebilderung der Geschichte mit Szenen aus einer Modelleisenbahn.

Erfolgreiche Musicalgroup

Das Bildhauersymposium, das in Mutterstadt stattfand und das nebenbei den Hauptorganisator und künftigen Kreisbeigeordneten Frank Pfannebecker (CDU) zum Geologie-Experten gemacht hat, wird in einem Beitrag von Klaus Lenz gewürdigt. Andere Texte aus dem Bereich Kunst gehen über die in Mutterstadt aufgewachsene Porträtmalerin Ursula Wieland, vorgestellt von Volker Schäfer, und über die Werke von Ulla Faber. Diesen Beitrag sowie den über die Otto-Ditscher-Preis-Verleihung 2025 hat der Kunstkurator Oliver Bentz geschrieben. Über die erfolgreiche Musicalgroup aus Böhl-Iggelheim, die den Broadway in die Pfalz bringt, schreibt Dominic Konrad.

Gut recherchiert sind die Beiträge über den Heiligensteiner Dorfplan aus dem Jahr 1777 von Bernd Lohrbächer, über das Berghausener Revolutionskreuz von 1814 von Klaus Lohrbächer oder die Historischen Rathäuser im Kreis von Wolfgang Höpp. Die langjährige RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Andrea Clemens schreibt über die Auswanderung von Dannstadt und Schauernheim vor 300 Jahren nach Ungarn und den Besuch der Dannstadter Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) zum Jubiläum. Über die Requirierung der Kirchenglocken im Ersten Weltkrieg in Otterstadt hat der Abiturient Marc Jacobs eine Forschungsarbeit geschrieben.

Grundschüler jüngste Autoren

Die jüngsten Autoren des Buchs sind Drittklässler aus Schifferstadt, die das Märchen um das Geheimnis des Goldenen Huts illustriert haben. Ein Treffpunkt, nicht nur für Kinder, sondern für alle die gerne lesen, ist die Gemeindebücherei Maxdorf, die ihre Arbeit in einem Beitrag von Simone Käfer vorstellt und dazu noch Buchtipps für die Leser hat. Weitere Texte gehen über ein Kiebitz-Schutzprojekt in der Harthauser Ganerb und über Wildbienen im Heidewald sowie ein Porträt der Firma Gaia in Lambsheim, ein Vorreiter im Bereich Erneuerbare Energien.

„Im Laufe der Jahre ist das Kreisjahrbuch zu einem großen Nachschlagewerk geworden“, findet Körner. Auf dem rückwärtigen Cover prangt das Konterfei eines anderen Landrats mit schwerbewaffnetem Bodyguard. Doch das ist eine wieder andere Geschichte. Sie spielt im tiefsten Kongo. In ihr erzählt Ute Günter von einer etwas anderen Flusskreuzfahrt von Walter Schmitt, Weltenbummler und Bürgermeister von Hochdorf-Assenheim.

Lesezeichen

Das Kreisjahrbuch ist zum Preis von 9,50 Euro in jeder Buchhandlung erhältlich. ISBN: 978-3-931717-26-1.

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