Rhein-Pfalz-Kreis / Frankenthal
Kreisbürger aus dem Norden können zum Impfen nach Frankenthal
Es war der Großniedesheimer Bürgermeister Michael Walther (SPD), der am Montagabend seinen Amtskollegen und der RHEINPFALZ die Nachricht verkündete. „Ich habe heute für jemanden einen Impftermin beantragt, und derjenige wurde automatisch dem Impfzentrum Frankenthal statt Schifferstadt zugewiesen“, berichtete Walther. Er freut sich, dass es nach langem Hin und Her und mit hartnäckigem Bitten von betroffenen Bürgermeistern, wie er sagt, nun doch geklappt habe.
Zur Erinnerung: Seit Ende Februar stand nach einem Vorstoß von Landtagsmitglied Martin Haller (SPD) die Frage im Raum, ob der Rhein-Pfalz-Kreis und die Stadt Frankenthal beim Gesundheitsministerium die Neuzuordnung der Postleitzahlen von Bobenheim-Roxheim, Lambsheim, Beindersheim, Heßheim, Heuchelheim sowie Groß- und Kleinniedesheim beantragen würden. Damit verbunden: die Zuweisung der impfwilligen Einwohner und der entsprechenden Impfstoffmengen zum sehr viel näheren Frankenthaler Zentrum.
Wechsel mehrere Wochen lang vorbereitet
Weshalb der Systemwechsel so lange gedauert hat, bleibt nebulös. Vonseiten des Landkreises war argumentiert worden, dass nach der Umstellung die genannten Orte ja immer noch von dem mit Schifferstadter Vakzinen bestückten Impfbus angefahren würden. Das könne für den Kreis von Nachteil sein. Dann wurde zuletzt gemunkelt, das Land habe Programmierprobleme bei der Umstellung der Postleitzahlen.
Wie dem auch sei: Aus dem Gesundheitsministerium hieß es am Dienstag auf Anfrage, die technischen Voraussetzungen seien jetzt abgeschlossen, und die Postleitzahlengebiete 67240, 67245, 67258 und 67259 würden bei der Neuregistrierung von Impfterminen nicht mehr dem Impfzentrum des Rhein-Pfalz-Kreises zugeordnet.
Die Kreisverwaltung dagegen sah sich gestern nicht in der Lage, nähere Informationen beizusteuern. Es bedürfe noch der Abstimmung mit Frankenthal, teilte Kreissprecherin Kornelia Barnewald mit. Stadtmitarbeiterin Lisa Randisi ergänzte später, man habe noch gar keine Informationen vom Land hinsichtlich des Stichtags der Umstellung erhalten.
Somit bleibt offen, welche Auswirkungen die Umstellung für den Rhein-Pfalz-Kreis hinsichtlich der Impfstoffzuteilung für Schifferstadt haben wird. Gegenüber der RHEINPFALZ hatte der Impfkoordinator des Landkreises betont, dass der Wegfall der Einwohner des Kreisnordens bei gleichbleibender Impfstoffversorgung mehr Kapazitäten in der Schifferstadter Einrichtung schaffen werde.
Erste Termine Ende April
Demgegenüber hieß es gestern vom Land, die gleichmäßige Verteilung des Impfstoffs an die Impfzentren erfolge nach dem Bevölkerungsschlüssel, von diesem Grundsatz könne „zugunsten eines Impfzentrums in der Regel nicht abgewichen werden“. Ob der vorliegende Fall ein solcher Regelfall ist, ließ die Ministeriumssprecherin offen. In Frankenthal jedenfalls rechnet man damit, dass sich Ende April die Impfstofflieferungen gemäß dem Zuwachs an Impfberechtigten erhöhen werden.
Wichtig für Martin Haller und die SPD-Bürgermeister Michael Müller (Bobenheim-Roxheim) sowie Michael Reith (VG Lambsheim-Heßheim) ist derzeit nur, dass es endlich geklappt hat. In der Verbandsgemeinde atmen auch die Bürgerbusfahrer auf, denn sie müssen bald keine Senioren mehr nach Schifferstadt transportieren. Bislang wurden laut Reith 130 Personen dorthin zum Impfen gebracht. „Und wir haben immer noch recht viele Bürger aus der Impfkategorie 1 auf der Liste“, berichtet der Bürgermeister.
Er hat sich bei Landrat Clemens Körner (CDU) versichert, dass der Impfbus des Landkreises weiter zu bestimmten Terminen in die VG kommt: nach Lambsheim und Großniedesheim, wo auch Bobenheim-Roxheimer Bürger aus den beiden priorisierten Impfgruppen hinkommen können. Die nächsten Termine sind laut Reith der 26. und 27. April. Jedoch: Wer sich im Bus impfen lassen will, muss dies rechtzeitig bei der Verwaltung unter 06233 3791-215 anmelden. Denn wer schon einen Termin fürs Impfzentrum bekommen hat, kann nicht auf den Impfbus umgebucht werden.