Waldsee
Kraftakt für alle Beteiligten: Schulsanierung beendet
Wer schon länger nicht mehr auf dem Schulgelände war, merkt sofort: Der Pausenhof ist viel größer. Ursprünglich hatte die Schule einmal zwei Pausenhöfe, getrennt vom Toilettentrakt. Dieser Zwischenbau wurde abgerissen. An dessen Stelle ist ein Spielplatz entstanden, auf dem am Samstag einige Kinder herumwirbeln, während Eltern und Schüler dem Programm des Schulfests auf der Bühne zuschauen. Unterhalb der Sporthalle sind neue helle Sanitärräume als Pausentoiletten eingerichtet worden. Während des Unterrichtes stehen den Schülern nun Stundentoiletten im Schulgebäude zur Verfügung. Der Anbau, der dafür nötig wurde, fällt kaum auf.
Diese neue Toilettensituation ist bei Weitem nicht die einzige Änderung, für die Schüler ist sie aber wohl die wichtigste Neuerung. „Unser Kind erzählt zu Hause nicht viel, von der Sanierung haben wir Eltern nicht viel mitbekommen. Aber unser Kind freut sich, dass der Weg zu den Toiletten während des Unterrichts jetzt nicht mehr so weit ist.“ Diese Sätze fallen immer wieder, wenn man Eltern fragt, wie sie das Ergebnis der Sanierung finden.
Bemalte Wände kommen gut an
Einige Mütter stehen in einer Gruppe zusammen und betrachten die während der Projektwoche neu gestalteten bunten Wände am Schulhof. Es sieht viel freundlicher aus, es wurde aber auch Zeit, finden sie. Sie selbst haben die Schule Anfang der 1990er-Jahre besucht. Aus dieser Zeit stammten auch die nun übermalten Bilder und Schriftzüge an den Wänden.
Die Lehrerinnen freuen sich vor allem über den verbesserten Schallschutz durch neue Decken und Bodenbeläge in den Klassensälen. „Das schafft eine viel ruhigere Atmosphäre“, sagt Schulleiterin Nadine Wübbe. Außerdem laufen seit der Erneuerung der Elektrik Internet und W-Lan endlich stabil. Auch Wübbes Vorgänger Manfred Knittel ist zum Schulfest gekommen. „Gut, dass die Toilettensituation verbessert wurde“, sagt auch er. Außerdem gefällt ihm, dass der Schulhof viel bunter geworden ist. Nur die Fluchttreppen, die auf der Seite der Schulstraße angebaut wurden, findet er optisch etwas seltsam, aber die müssten eben sein.
Fokus lag auf Sicherheit
Auch wenn Eltern, Schüler und Lehrerinnen vielleicht unterschiedliche Schwerpunkte setzen, was das Ergebnis der Sanierung betrifft, das Gesamtpaket scheint alle zufrieden zu machen. Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) ordnet in ihrer Rede ein, was gemacht wurde. Wichtig ist ihr dabei: Es war eine sicherheitsrelevante Sanierung, kein Wunschkonzert. Die ersten Gedanken über eine Sanierung mussten sich die politischen Gremien in Waldsee bereits im Jahr 2016 machen, als ein neues Brandschutzkonzept erstellt werden sollte. Bei einem Abstimmungsgespräch mit der Schulbehörde habe Klein dann erfahren, dass es nach dieser Brandschutz-Sanierung auf absehbare Zeit keine weiteren Fördergelder für das Schulgebäude mehr geben werde. Daher sei es sinnvoll, ein Gesamt-Sanierungspaket zu schnüren mit all den Arbeiten, für die es Fördergelder gibt, und das sei alles, was sicherheitsrelevant ist. Tatsächlich fallen da auch die Schultoiletten mit hinein, denn durch den Abriss des bisherigen Toilettentraktes, ist der komplette Schulhof nun für Feuerwehrfahrzeuge zugänglich.
Große Arbeiten in den Sommerferien
Die Arbeiten wurden in drei Bauabschnitte unterteilt, und die größten Arbeiten in den Sommerferien durchgeführt. 2022 wurden die Elektroarbeiten im Keller und Erdgeschoss gemacht und der Anbau für die Stunden- und Personaltoiletten gebaut. 2023 ging es im ersten Obergeschoß weiter, die Kulturhallen-Toiletten wurden umgebaut, die Pausentoiletten gebaut, die Fluchttreppe errichtet. 2024 schließlich war das Bibliotheksgebäude an der Reihe, der Zwischenbau mit den alten Pausentoiletten wurde abgerissen und die Außenanlage neu gestaltet. Insgesamt hat das bis jetzt 3,25 Millionen Euro gekostet, der Eigenanteil der Ortsgemeinde Waldsee liegt bei 1,4 Millionen Euro.
Es gebe auch in Zukunft noch einiges zu tun, sagt die Ortsbürgermeisterin. Die Rückseite der Kulturhalle bekommt ein buntes Graffiti, im Gebäude stehen noch ein paar Malerarbeiten aus. Noch keinen Termin gibt es für eine Neugestaltung der Fassade zum Schulhof hin. Die ist tatsächlich wünschenswert aber nicht sicherheitsrelevant. „Außerdem müssen wir die Turnhalle einmal angehen“, so Klein. Aber nicht sofort, denn die bisherige Sanierung war ein Kraftakt für alle Beteiligten.