WALDSEE
Kooperator Ralf Feix hat schon viele Stationen in seinem Leben als Geistlicher durchlaufen
Aufgewachsen ist Ralf Feix in Blieskastel im Saarland, wo er Messdiener im Wallfahrtskloster der Kapuzinerpatres war. Nach dem Abitur begann er mit dem Studium zum Gartenbauingenieur in Hannover, stellte aber sehr schnell fest, dass es dabei überwiegend um Betriebswirtschaftslehre ging. Das war nicht sein Ding. Dann doch lieber ein Theologie-Studium. „Ich hab schnell gemerkt, dass mir das nicht reicht“, erinnert sich Feix. „Also bin ich in den Kapuzinerorden eingetreten. Das erschien mir einfacher, als sofort Priester zu werden. Im Orden hat man mehr Zeit, und die Patres habe ich gekannt.“ Priester ist er dann aber doch geworden. Nach dem Studium in Eichstätt und Rom wurde er 2006 in Altötting zum Diakon und 2007 in Eichstätt zum Priester geweiht.
Dann kam der Sprung ins kalte Wasser: City-Pastoral in der Frankfurter Innenstadt. „Ich habe nie wieder so viele psychisch kranke Menschen kennengelernt“, erzählt er. Jeden Tag habe er bis zu 30 Beichtseelsorgen gehabt. Nach drei Jahren dann Kontrastprogramm: Feix wurde für zwei Jahre in ein idyllisches Dorf in den Schwarzwald versetzt mit Kloster und Pfarrei, wo er Kooperator war. Größer können die Unterschiede gar nicht sein.
Eine schwierige Zeit
Doch auch diese Zeit war befristet. Inzwischen Mitte 30 und seit zwölf Jahren im Kapuzinerorden, traf Ralf Feix schließlich eine schwere Entscheidung: Er trat aus dem Orden aus, um Priester in der Diözese Speyer zu werden. „Das war schon eine schwierige Zeit. Ich hatte die ewige Profess abgelegt, das ist so etwas wie eine Heirat“, sagt er. Dennoch hat er sich zu diesem Schritt entschieden, denn als Ordensbruder hätte er keine Chance gehabt, längere Zeit an einem Ort zu bleiben, er wäre ständig weiter versetzt worden. „Das wäre über meine Kraft gegangen“, sagt Feix.
So wurde er Kaplan in St. Jakobus, Schifferstadt, bevor wieder etwas ganz Neues auf ihn zu kam: 2015 wurde Feix Leiter der Stabstelle „Berufe der Kirche im Bistum Speyer“ und des „Ministrantenreferats“ der Diözese. Raus aus der Gemeinde, rein in die Welt des Bischöflichen Ordinariats. Dort hat er viel mit Messdienergruppen gearbeitet, unter anderem Sternsingeraktionen und die große Rom-Wallfahrt 2018 organisiert.
Zum 1. August wurde erneut alles anders: Als Kooperator der Pfarrei Waldsee mit den Gemeinden Altrip, Limburgerhof, Neuhofen, Otterstadt und Waldsee ist Feix Nachfolger von Dominik Geiger. „Es ist ein bisschen so wie Heimkommen“, sagt er, denn in den vergangenen Jahren hat er dort immer wieder bei Gottesdiensten ausgeholfen.
Begleiter in allen Lebenslagen
Er wird unter anderem Ansprechpartner für die Messdiener sein, die ersten Treffen gab es schon. „Ich möchte sie unterstützen, wo es geht. Ich habe mich immer als Ermöglicher gesehen. Das ist so ein bisschen mein Charisma“, sagt er. Auch die ersten Stunden Religionsunterricht in der Schule hat er schon gehalten.
Neu für ihn nach fünf Jahren Arbeit im Bischöflichen Ordinariat mit vielen Arbeitsgruppen, ist es, in einem kleinen Team von Seelsorgern und mit vielen Ehrenamtlichen zu arbeiten. Er freut sich, wieder Menschen in allen Brennpunkten des Lebens begleiten zu können, von der Wiege bis zur Bahre – oder von der Taufe bis zur Beisetzung.