Rhein-Pfalz Kreis Konkurrenz durch Aldi befürchtet

Der Frankenthaler Aldi in der Wormser Straße soll größer werden. Die Frage ist, ob das Supermärkten in Nachbarorten schadet.
Der Frankenthaler Aldi in der Wormser Straße soll größer werden. Die Frage ist, ob das Supermärkten in Nachbarorten schadet.

Die Firma Aldi will ihren Frankenthaler Einkaufsmarkt in der Wormser Straße neu bauen. Die Verkaufsfläche soll damit von 911 auf 1200 Quadratmeter erweitert werden. Während der Heßheimer Bauausschuss keine Bedenken äußerte, verlangen die Beindersheimer Politiker einen gutachterlichen Nachweis, dass es „zu keiner unzulässigen Schädigung“ des Beindersheimer Discounters kommt.

Weil der neue Aldi-Markt in Frankenthal in die Kategorie „großflächiger Einzelhandel“ fällt, muss ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Dazu dürfen die Nachbargemeinden im Umkreis von drei Kilometern um das Geschäft, die selbst Nahversorgung bieten, Stellung nehmen. Die Gutachter erwarten einzig für den „nahversorgungsrelevanten“ Heßheimer Rewe-Markt Umsatzeinbußen von jährlich 1,9 Prozent oder 100.000 Euro. Diese „Umverteilungsquote“ liege unter der Zehn-Prozent-Grenze, ab der von einem schädlichen Einfluss gesprochen werde. Der Beindersheimer Netto-Markt ist laut dem Marktforschungsinstitut Isoplan nicht betroffen, doch die Dorfpolitiker befürchten eine Sortimentsüberschneidung. Das hat die Verwaltung der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim in ihrer Vorlage zur Bauausschusssitzung Anfang Januar angeführt. Der Netto-Markt nehme eine Nahversorgungsfunktion auch für Heuchelheim und Großniedesheim wahr. Dem stimmten die Beindersheimer Bauausschussmitglieder zu. Zwar glaube niemand, dass der eigene Markt und damit langfristig der Standort und die Nahversorgung der Bevölkerung in Beindersheim und den Nachbarorten gefährdet sei, aber diese konkrete Frage müsse ein Gutachten beantworten, hieß es. Die Experten sollten ihr Augenmerk dann noch genauer auf Beindersheim und eine mögliche Konkurrenz durch den neuen Aldi richten. „Darauf sind wir gespannt“, sagte Ortsbürgermeister Thomas Wey (CDU). Dagegen können der Heßheimer Ortsbürgermeister Holger Korn (SPD) und SPD-Fraktionssprecherin Pia Barth „keine Vergleichbarkeit“ zwischen Aldi und Rewe erkennen. Umsatzeinbußen von 1,9 Prozent seien deutlich weniger als die zehn Prozent, ab denen gemeinhin eine deutlich schädigende Wirkung auf bestehende Läden angenommen wird. Es bleibe abzuwarten, ob der Rewe-Markt tatsächlich tangiert werde. Auf die Lebensmittelmärkte in Lambsheim, dessen Bürgervertreter ebenfalls befragt wurden, habe die Aldi-Erweiterung keine Auswirkungen, sagte der Lambsheimer Ortsbürgermeister Herbert Knoll (CDU) im Bauausschuss. Er schlug vor, keine Anmerkungen zu machen. Das Gremium nickte die Frankenthaler Pläne kommentarlos ab.

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