Rhein-Pfalz Kreis Knusprig nach zwölf Minuten
«Neuhofen.» Eigentlich soll um 11 Uhr am Sonntag der erste Fisch über die Theke gehen. Aber schon eine Viertelstunde vorher ist der Parkplatz nahezu voll und drinnen haben sich schon die Schlangen am Verkaufsstand gebildet. Hinter der Theke stehen die Helfer in den Startlöchern, die Vorbereitungen sind nahezu erledigt.
Vor einer Woche saß Hans Kohl noch beim Anfischen und genoss die Ruhe der Natur. Heute füllt er den ganzen Tag Kartoffelsalat aus Eimern in portionsgerechte Schälchen. „Das könnten so fünf Zentner heute werden“, schätzt Kohl, der zu den Senioren des Neuhofener Angelsportvereins zählt. Beim Fischerfest ist es vorbei mit der Ruhe. Das weiß auch Thorsten Iwersen, der mit drei Generationen dabei ist. Seine Tochter und sein Sohn stehen vorne am Verkauf, sein Vater Günther ist sozusagen Zubringer, er bringt die Fische von der Panierstation zu den Fritteusen. Thorsten Iwersen selbst ist mit einem Kollegen für sechs Fritteusen zuständig. Für jede Fritteuse gibt es einen Küchenwecker, damit jeder Fisch weiß, wann es genug ist in dem heißen Öl. Merlane und Zander bleiben zwölf Minuten darin, Zanderfilet und Forelle acht Minuten. Draußen ist es an diesem Tag schon sehr heiß, hier über den Fritteusen flimmert die Luft. Der heißeste Job im ganzen Umkreis an diesem Tag. „Das Öl in den Fritteusen hat 170 Grad“, sagt Thorsten Iwersen. Er ist schon seit vergangenen Dienstag beim Aufbau dabei, steht bis Montag hinter der Fritteuse und hilft auch am kommenden Dienstag noch beim Abbau. Irgendwie sieht er etwas abgeschafft aus. „Ja, eigentlich ist man nach dem Fischerfest urlaubsreif.“ Auf der anderen Seite der Theke steht Peter Schiffer in der Warteschlange – und das schon eine halbe Stunde. „Das nehme ich aber in Kauf, wir sind von Waldsee und kommen jedes Jahr zum Fischerfest nach Neuhofen“, sagt er. Er nehme Zanderfilet, weil er sich nicht mit den Gräten abplagen möchte, seine Partnerin hat sich für den Merlan entschieden. Aus Waldsee kommen auch Thomas Flick, Gerhard Frankhauser und Dieter Swoboda. Die drei Herren haben sich mal wieder zum Frühschoppen verabredet. Für diese Verabredung braucht es keinen eigenen Kalendereintrag, weil sie seit über 20 Jahre feststeht. „Wir treffen uns schon mindestens seit 20 Jahren hier, kommen alle vom Campingplatz ,Auf der Au‘.“ Zuerst trinken sie ein Bier, dann geht es zum Fisch. „Wir schauen uns später die Warteschlange an, dann stellen wir uns an und bringen unseren Frauen Fisch mit“, sagt Frankhauser. An die 10.000 Besucher erwartet Stefan Heuchel, Vorsitzender des Angelsportvereins Neuhofen, auch in diesem Jahr wieder. „Das ist so die Anzahl der letzten Jahre. Am Samstagabend waren viele andere Veranstaltungen im Umkreis, aber unsere Gäste kommen dann an den anderen Tagen. Das Wetter ist dieses Jahr fast schon wieder zu heiß. Unsere 300 Sitzgarnituren werden am Tag mehrmals besetzt, viele Leute holen sich ihren Fisch auch für zu Hause.“