Rhein-Pfalz Kreis Kleiderkammer muss raus
Die Flüchtlingshilfe Lambsheim-Heßheim braucht für ihre Kleiderkammer eine neue Bleibe: Das Dach der ehemaligen Cafeteria auf dem Freibadgelände ist über Winter so undicht geworden, dass dringend gehandelt werden muss. Über eine Containerlösung hat die Verbandsgemeinde zunächst nachgedacht, jetzt aber erfahren, dass ein Mieter für die Gebäude der ehemaligen Kläranlage in Lambsheim gesucht wird.
Das Dach der alten Cafeteria ist schon seit Langem undicht. Und auch die Elektroinstallation und die Wasserversorgung sind sanierungsbedürftig. Seit einiger Zeit wurde das Gebäude vom Initiativkreis Flüchtlingshilfe als Kleiderkammer, Ausgabestelle der Tafel und Fahrradwerkstatt genutzt – „mit zunehmendem Erfolg“, wie die Verwaltung respektvoll anerkennt. Die ehrenamtlichen Angebote seien „dringend erhaltungswürdig“. Deshalb sucht die Verwaltung nach einer Lösung. Würde man das Dach sanieren, dann kämen Kosten von rund 15.000 Euro auf die Verbandsgemeinde zu – die anderen Mängel blieben jedoch bestehen. „Das wäre ein Fass ohne Boden“, befürchtet VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD). Mit der Anschaffung von Bürocontainern hatte die Verbandsgemeinde stattdessen geliebäugelt, auch wenn dafür die Kosten zunächst höher lägen. Zwei Doppelcontainer für jeweils rund 13.000 Euro bräuchte die Flüchtlingshilfe für die Kleiderkammer und einen Doppelcontainer mit WC und Waschbecken für Essenausgabe, Schulungs- und Besprechungsraum für rund 9000 Euro. Geliefert würden die Container frühestens im Herbst. Eigentlich hätte darüber in der vergangenen Woche der Hauptausschuss der Verbandsgemeinde beraten sollen. Doch dort wartete Reith mit einer Neuigkeit auf: Bei einer Sitzung des Abwasserzweckverbands, bei dem er stellvertretender Vorsitzender ist, habe er erfahren, dass für das ehemalige Betriebsgebäude der Lambsheimer Kläranlage in der Straße Auf der Au ein Mieter gesucht wird (wir berichteten im Dezember). Zuletzt war es dem Rhein-Pfalz-Kreis laut Reith als Möbellager angeboten worden. „Wenn der Kreis den Platz nicht braucht, könnte unsere Kleiderkammer doch dorthin ziehen“, so die Überlegung des VG-Bürgermeisters, der das Betriebsgebäude mit Ordnungsamtsleiter Thomas Bauer besichtigt und für gut befunden hat. „Das Dach und die Elektrik sind in Ordnung. Innen müsste man ein wenig sanieren“, berichtet Michael Reith auf Nachfrage. Nun muss er mit dem Abwasserzweckverband und dessen Vorsitzenden Marie-Luise Klein (SPD) klären, wie viel Miete zu zahlen ist. Weil das abzuwarten ist, sollte die Entscheidung auf die nächste Hauptausschusssitzung nach der Sommerpause vertagt werden. „Es scheint aber doch dringender Handlungsbedarf zu bestehen“, hakte Silke Fink (CDU) nach. Sie schlug vor, das Thema – ohne eine Vorberatung im Ausschuss – direkt in der nächsten Sitzung des Verbandsgemeinderats am 29. Juni zu behandeln. Diesem Vorschlag stimmten die anderen Fraktionen im Ausschuss zu. |jel