Altrip
Kita Sausewind: „Jetzt geht es los“
Eine Baustelle ist für Jungen und Mädchen immer auch ein aufregender Spielplatz. Daher mahnte Ortsbürgermeister Mansky (parteilos) die Gästeschar gleich zu Beginn, ein bisschen auf die Kleinen aufzupassen. „Damit uns die Kinder nicht in die Baugrube plumpsen!“ Ihren Tatendrang durften die künftigen Nutzer der neuen Kita natürlich ausleben. Dazu warteten auf dem Erdhaufen neben der Grube kleine blaue, gelbe und rote Spaten auf sie, damit sie beim Spatenstich mitanpacken konnten. Und sie zeigten Mansky sowie den gut gelaunten Vertretern der Ratsfraktionen von CDU, FWG, Grünen und SPD, wie das mit dem Erde-Bewegen funktioniert.
„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte der Ortschef und erinnerte an die lange Vorbereitungsphase. Die habe sein Vorgänger Jürgen Jacob, der ebenfalls erschienen war, bereits vor acht Jahren mit dem seinerzeitigen Altriper Rat eingeleitet. Damals, 2016, habe die Kreisverwaltung für 2018/2019 einen Fehlbedarf von mehr als 40 Betreuungsplätzen errechnet. Daher hätten die Kommunalpolitiker beschlossen, eine neue Kita zu bauen. In der Folge hätten sie das Vorhaben in vielen Sitzungen vorangetrieben. Deren Inhalt habe aus Standortanalysen, Machbarkeitsstudien, Architektenwettbewerben, Gruppengrößen, Honorarangeboten, Bebauungsplanvergabe, Architektenleistungen und Artenschutzgutachten bestanden. „Es gab also immer viel Redebedarf bei diesem Projekt. Und das ist auch wichtig und richtig, denn ein Vorhaben von dieser Größenordnung mit Kosten von mehr als 4,5 Millionen Euro muss auch ordentlich vorbereitet sein“, erklärte er.
„Als ich 2019 ins Amt kam, „schien eigentlich alles vorbereitet“, sagte Mansky. Doch das Artenschutzgutachten habe am ursprünglich ausgewählten Kita-Standort auf der Kümmelwiese hinter dem Feuerwehrgerätehaus sehr viele Schwierigkeiten festgestellt. Also habe ein neues Gelände für den Neubau mit vier Gruppen gefunden und ein Großteil der Arbeit wiederholt werden müssen. Die Wahl sei mehrheitlich auf den heutigen Standort gefallen, auf dem einst ein Ärztehaus hätte entstehen sollen.
„Zu all den Hürden, die beim Bau einer kommunalen Kita überwunden werden müssen, kam dann leider auch noch Gegenfeuer aus den eigenen Reihen“, kritisierte er die zwischenzeitlich angezweifelte Rechtmäßigkeit des Vertrags mit dem Architekturbüro. „Zudem mussten Anträge zum Bau einer günstigeren Kita geprüft werden und selbst eine Anzeige beim Bund der Steuerzahler blieb der Verwaltung nicht erspart und verschliss völlig unnötig Ressourcen“, sagte er. Ungeachtet dessen seien, auf Anregung der FWG-Fraktion, der Bebauungs- und der Flächennutzungsplan gleich so angepasst worden, dass die Kita später bei Bedarf um zwei weitere Gruppen erweitert werden kann. Eng zusammengestanden habe der Rat schließlich 2021, als es darum ging, die provisorische Kita zu errichten und den Fehlbedarf zumindest zu mildern.
Worauf es nach all der Wartezeit am Samstagmorgen aber besonders ankam, hatten die Kita-Kinder schon im Vorfeld mit einem selbstgestalteten Plakat verdeutlicht, das den großen Bagger in der Baugrube zierte: „Jetzt geht es los“, stand da zu lesen.