Rhein-Pfalz Kreis Keine Aufnahme von Vögeln mehr möglich
Die Wildvogel-Aufzuchtstation in Bobenheim-Roxheim hat mit rund 90 Vögeln in den Volieren auf dem Nonnenhof ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Der Grund: Den Ehrenamtlichen des Vereins wurden in den vergangenen Wochen sehr viele Jungvögel gebracht, die noch nicht flügge sind, aber wegen der hoher Temperaturen das Nest verlassen haben. „Es herrscht ein Aufnahmestopp“, sagt Jörn Weiß, Vorsitzender des weit über Bobenheim-Roxheim hinaus bekannten Vereins.
Aus den Landkreisen Rhein-Pfalz und Bad Dürkheim, aus der Region Worms und sogar aus der Frankfurter Gegend rufen Menschen bei der Wildvogelstation an, weil sie aus dem Nest gefallene Küken gefunden haben und nicht wissen, was sie jetzt tun sollen. „Im Moment sind das meistens Spatzen“, berichtet Jörn Weiß. Aber auch kleine Meisen und Stare werden gebracht, also vor allem Höhlenbrüter. Und bald gehe es los bei den Mauerseglern. „Wenn es in dem Nest, zum Beispiel unter einem Hausdach, zu heiß wird, hüpfen die Jungvogel lieber raus, bevor sie verbrutzeln“, beschreibt Weiß die Situation, die seiner Ansicht nach bei weiterer Hitze noch vier bis sechs Wochen andauern kann. Spatzen hätten bis zu vier Bruten im Jahr. Aber gibt es Spatzen, Sperlinge, nicht wie Sand am Meer? Muss da wirklich jedes hilflose Küken nach Bobenheim-Roxheim gebracht werden? Jörn Weiß widerspricht: „Der Spatz steht auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten, deshalb ist es schon ganz sinnvoll zu versuchen, die Jungvögel zu retten.“ Nur könnten die zehn Freiwilligen des Vereins das halt im Moment nicht leisten. Der Vorsitzende erklärt, dass so ein hilfloser Nestling alle halbe Stunde gefüttert werden müsse, und zwar so lange, bis er selbst fressen und zum Entwöhnen in eine Voliere gebracht werden könne. „Sobald wir einen Vogel ausgewildert haben, ist in der Voliere wieder Platz für einen anderen Jungvogel“, sagt Weiß. Aber das könne schon eine Weile dauern, denn vom Schlüpfen bis zur Selbstständigkeit in freier Wildbahn benötigten die Vögel ungefähr vier Wochen. Jörn Weiß ist deshalb um jeden froh, der sich selbst um das von ihm gefundene Tier kümmert oder jemanden, der Zeit dafür hat, damit beauftragt. Wie und womit man am besten füttert, das erfährt man bei den Vereinsmitgliedern. „Wir leiten die Leute an und versuchen weiterzuvermitteln“, versichert der Vorsitzende und betont, dass der Aufnahmestopp die Menschen nicht davon abhalten soll, sich wegen so eines Vögelchens an den Verein zu wenden. Bei jungen Amseln gibt er allerdings zu bedenken, dass diese sehr oft das Nest verlassen, bevor sie fliegen können. „Dann werden sie aber in der Regel trotzdem von den Eltern gefüttert.“ Wer nicht Vogelmama oder –papa spielen kann, dem Verein und Wildvögeln aber trotzdem helfen will, kann Geld spenden. „Fürs Futter“, erklärt Jörn Weiß. Und was kann man unseren gefiederten Freunden bei der Hitze sonst noch Gutes tun? „Gefäße mit Wasser in den Garten stellen“, sagt der Vereinschef, der auch Pressereferent beim Nabu Frankenthal ist. „Im Winter denken viele Vogelfreunde ans Füttern, im Sommer wird das Wasser zum Trinken und für die Gefiederpflege oft vergessen.“ Noch Fragen? Im Internet ist der Verein Wildvogel-Auffangstation (WVAS) Nonnenhof wegen des Wiederaufbaus seiner Homepage nach einem Serverwechsel im Moment nur auf Facebook präsent. Die Telefonnummer lautet 0176 21867237, die E-Mail-Adresse wvas_nonnenhof@web.de.