Rhein-Pfalz Kreis Kaum Grund zur Sorge

Die Anzahl an Einbrüchen ist in Mutterstadt leicht zurückgegangen. Trotzdem passieren sie häufiger als anderswo – der Ort hat ei
Die Anzahl an Einbrüchen ist in Mutterstadt leicht zurückgegangen. Trotzdem passieren sie häufiger als anderswo – der Ort hat eine gute Verkehrsanbindung.

«Mutterstadt.» Mit Blick auf die Statistik ist Mutterstadt wahrlich kein Kriminalitäts-Brennpunkt. Vielleicht ist es so zu erklären, dass das Interesse an der Sitzung des Rats für Kriminalitätsprävention am Dienstagabend im Rathauses sehr bescheiden ausfiel. In der Statistik der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt, zu deren Bereich Mutterstadt gehört, sind 2017 lediglich bei den Ladendienstählen leicht erhöhte Werte im Vergleich zur Gesamtstatistik zu registrieren.

Dass die registrierten Ladendiebstähle in Mutterstadt mit 41 Fällen (2016: 53) einen Spitzenwert im Bezirk der PI einnehmen, sei nicht außergewöhnlich, meinte der stellvertretende PI-Leiter Kai Giertzsch. Mutterstadt habe viele Einkaufsmärkte mit Detektiven. Giertzsch stellte die Kriminalitätsstatistik der PI mit speziellem Blick auf Mutterstadt vor. Fast in allen Bereichen konnte Giertzsch für das vergangene Jahr rückläufige Zahlen vermelden. Die Kriminalitätsrate (berechnet auf 100.000 Einwohner) falle im Vergleich zu größeren Städten deutlich geringer aus. 4212 (2016: 4326) Straftaten seien insgesamt in der PI registriert worden. Die Aufklärungsquote liege bei 55 Prozent, rund zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Zirka 91 Prozent der Delikte seien von Einzeltätern verübt worden. Knapp die Hälfte davon seien mehrfach aufgefallen. Dass Jugendliche in der Statistik im Vergleich zur Gesamtbevölkerung höhere Werte aufweisen, sei normal, da sie sich ausprobierten. Mit jugendlichen Intensivtätern gebe es aber derzeit keine Probleme in Mutterstadt, sagte Beigeordneter Volker Strub (FWG). 717 Straftaten wurden in Mutterstadt registriert, zwölf weniger als im Vorjahr. 124 (2016: 176) davon waren kleinere Diebstähle, zu denen auch Ladendiebstähle zählen. Größere Diebstähle, zu denen unter anderem Wohnungseinbrüche gezählt werden, die in Mutterstadt laut Giertzsch wegen der guten Verkehrsanbindung immer häufiger auftreten würden, sind mit 111 (126) registrierten Taten leicht rückläufig. 24 (28) davon waren Wohnungseinbrüche. Giertzsch verwies darauf, dass eine Grundschutzberatung im eigenen Haus von der Polizei angeboten werde. Angestiegen sind mit 150 Taten (133) die Rohheitsdelikte (Raub, Körperverletzung, Nötigung). Registrierte Sachbeschädigungen (2017: 66/2016: 58), die in der Statistik unter sonstigen Straftaten geführt werden, haben ebenso leicht zugenommen. Kein besonderes Problem stellen laut Giertzsch Straftaten von Zuwanderern dar. 106 wurden im Bereich der PI angezeigt. In den Notunterkünften lebten meist verschiedene Nationalitäten auf engstem Raum. Dass es da zu Konflikten komme, sei normal, meinte Giertzsch. Genau wie in der Gesamtbevölkerung gebe es bei den Zuwanderern Personen, die aufgrund ihrer Persönlichkeit oder eines Suchtverhaltens häufiger auffällig seien. Eine kleinere Diskussion gab es über nächtliche Ruhestörungen insbesondere auf dem Kerweplatz und die Verunsicherung in der Bevölkerung, wer denn zuständig sei – Polizei oder Ordnungsamt. Giertzsch und Strub ermunterten dazu, solche Vorfälle zu melden, auch bei der Polizei.

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