Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Katastrophenschutz: Neue Fahrzeuge und eine spezielle Ehrung

Der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Axel Fischer stellt die neuen Fahrzeuge vor.
Der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Axel Fischer stellt die neuen Fahrzeuge vor.

Der Brand- und Katastrophenschutz des Rhein-Pfalz-Kreises hat am Freitag nicht nur zwei neue Fahrzeuge bekommen. Eine besondere Ehrung gab’s für den scheidenden Landrat.

Wie wichtig es ist, für gegenwärtige und zukünftige Aufgaben gerüstet zu sein, betonte Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Rainer Schädlich bei seiner Ansprache im Stützpunkt Schifferstadt. Die Anforderungen steigen. Das haben Einsätze wie bei der Ahrtal-Flutkatastrophe gezeigt. Zudem werden auch vom Gesetzgeber neue Vorgaben gemacht. Ein wichtiger Schritt zur Erfüllung der Aufgaben sei die interkommunale Zusammenarbeit. Auch werde die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr entwickelt. „Der Frieden muss erhalten werden – aber wir müssen vorbereitet sein, wenn sich die Zeiten ändern“, sagte Schädlich.

Zu den möglichen Szenarien gehöre ein großflächiger Ausfall der Infrastruktur. „Wir brauchen jeden, der bereit ist, sich zu engagieren. Deshalb sind die Freiwilligen so wichtig“, sagte Schädlich. Landrat Clemens Körner (CDU) wies bei den späteren Ehrungen darauf hin, dass von den 1,4 Millionen Aktiven im Katastrophenschutz nur 36.000 Hauptamtliche seien. Das Gros der Einsatzkräfte setze sich freiwillig ein, bilde sich weiter und riskiere im Ernstfall Leben und Gesundheit, um andere zu retten.

Der stellvertretende BKI, Axel Fischer, stellte die neuen Fahrzeuge vor. Zur Versorgung der Einsatzkräfte gibt es einen Versorgungsanhänger. Ausgestattet ist der sieben Meter lange und zweieinhalb Meter breite und hohe Anhänger mit Elektro-, Gas- und Wasseranschlüssen für die Kühlung, Zubereitung und Warmhaltung von Speisen und deren Ausgabe. Es gibt Stellplätze für eine Kühltheke, einen Konvektomat, einen Bräter, die Dunstabzugshaube, ein Bain-Marie (heizbares Wasserbecken) und eine Spül- und Ausgusskombination ist betriebsbereit. Wasser- und Gasversorgung für den Betrieb werden im Einsatz auf Rollwagen mitgeführt. Mit einem eigenen Notstromaggregat ist die Stromversorgung gesichert. Kosten: rund 125.000 Euro.

Ebenfalls in Dienst gestellt wurde ein Rettungswagen (RTW) des Katastrophenschutzes. Auch der sei eine Sonderanfertigung, erklärte Fischer. Dabei seien insbesondere die Erfahrungen der Einsatzkräfte bei Großereignissen eingegangen. Der RTW, der rund 270.000 Euro kostet, soll möglichst viele Verletzte versorgen und transportieren können. Der Drei-Liter-Dieselmotor leistet 176 PS. Mit Allrad-Antrieb und hoher Wat-Tiefe ist das Fahrzeug auch in einem Überschwemmungsgebiet einsatzfähig. Im Inneren sind zwei Verletzte liegend und zwei Betreuer oder sitzende Verletzte transportierbar. Dazu kommen Tragestuhl und weiteres Spezialgerät, wie Spineboard für Wirbelsäulenverletzte. Mit großer Lichtanlage ausgestattet, kann die Besatzung des RTW auch bei Nacht arbeiten.

Landrat Körner erklärte zu Beginn des Abends, dies sei die letzte Veranstaltung, die er im Amt mit der Blaulichtfamilie haben werde. 16 Jahre habe er sich als Landrat mit Katastrophenschutz befasst. Tatsächlich war sein erster Kontakt aber schon vor 48 Jahren. Da habe er Lehrgänge besucht. Ein Katastropheneinsatz, den er miterlebte, war der Absturz des F-16-Militärflugzeugs bei Maxdorf. Auch als Leiter der Wasserschutzbehörde habe er schon Einsätze erlebt. Die Neuorganisation des Gefahrstoffzugs des Landkreises sei ein schwieriges Thema gewesen, die Dezentralisierung sei aber geschafft. Auch das geplante Logistikzentrum des Katastrophenschutzes in Schifferstadt sei auf den Weg gebracht.

Körner bedankte sich bei den Einsatzkräften: „Ich habe in 48 Jahren gelernt, dass auf die Blaulichtfamilie immer Verlass ist.“ Das Vertrauen beruhte auf Gegenseitigkeit – das erklärte BKI Schädlich und überraschte den Landrat: Für fast 50 Jahre im Einsatz für den Katastrophenschutz erhielt Körner aus seiner Hand und unterstützt vom künftigen Landrat Volker Knörr (CDU) die Ehrenmedaille in Gold am Band des Katastrophenschutzes des Rhein-Pfalz-Kreises. Dies sei auch ein Dank für das besondere Engagement Körners, der den Einsatzkräften immer zuverlässige Unterstützung und Rückhalt gegeben habe. Besonders würdigte Schädlich, dass Körner in schwierigen Lagen immer selbst vor Ort gewesen sei. Auch bei der Ahrtal-Katastrophe habe Körner den Kräften des Kreises freie Hand gegeben und sei selbst als Ansprechpartner vor Ort gewesen. Körner war von der Ehrung sichtlich bewegt und bedankte sich mit herzlichen Worten.

Ausgezeichnet: Volker Knörr (links) und Rainer Schädlich (rechts) applaudieren Clemens Körner.
Ausgezeichnet: Volker Knörr (links) und Rainer Schädlich (rechts) applaudieren Clemens Körner.
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