Rhein-Pfalz Kreis Karl-Wendel-Schule wird neu vermessen

Die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim wird 4200 Euro dafür ausgeben, dass ein Beratungsbüro die Karl-Wendel-Schule in Lambsheim ausmisst und eine Ausschreibung für die Vergabe der Gebäudereinigung vornimmt. Das Fachwissen, das dazu nötig sei, habe die VG-Verwaltung nicht, sagte Bauamtsleiterin Sabine Josy auf Anfrage.
Hintergrund des Auftrags, den der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss vor einer Woche an das Augsburger Institut für Ausschreibungserstellung und Dienstleistungsoptimierung (IFD) vergeben hat, ist der ausgelaufene Vertrag mit der Firma, die in den vergangenen Jahren die Lambsheimer Schule geputzt hat. Die Dienstleistung, die zuletzt rund 78.000 Euro jährlich gekostet hat, muss neu und möglicherweise EU-weit ausgeschrieben werden. Dazu wird laut Verwaltung ein Raumbuch benötigt, in dem alle zu reinigenden Räume und Flächen aufgeführt sind. Auf das vorliegende Verzeichnis kann die Verbandsgemeinde nicht zurückgreifen, es wurde vor vielen Jahren durch ein anderes Fachbüro falsch erstellt. Aufgefallen war das irgendwann dadurch, dass die Putzkräfte es kaum schafften, die Böden und Fenster in dem vertraglich vereinbarten Zeitraum zu reinigen (wir berichteten). „Wir haben das über die Jahre weitgehend korrigiert“, sagt Sabine Josy, „aber als Grundlage für die neue Ausschreibung brauchen wir jetzt ein fehlerfreies Raumbuch.“ Zwar könnten auch Verwaltungsmitarbeiter die Flächen neu aufmessen, aber damit würde viel Arbeitskraft gebunden. Die Aufgabe werde jetzt dem IFD übertragen, das auch die Ausschreibung machen soll. Die fehlerfreie Vergabe eines Reinigungsdienstes in solch einem Umfang sei heute nicht ohne Fachwissen zu meistern, erklärt die Leiterin der Bauabteilung. Allein die Tatsache, dass die Ausbildung zum Gebäudereiniger drei Jahre dauere, zeige schon, dass die Materie komplizierter geworden sei. „Außerdem möchten wir sichergehen, dass der Vertrag sowohl zum Nutzen der Verbandsgemeinde als auch auskömmlich für die Firma ist.“ Aus dem Beschluss des VG-Ausschusses spricht auch die Angst vor schwarzen Schafen in der Branche. Denn als Botschaft an das Ausschreibungsbüro hat das Gremium festgehalten, welche Kriterien außer dem Preis noch eine Rolle spielen sollen. So soll den Auftrag nur bekommen, wessen Mitarbeiter der deutschen Sprache halbwegs mächtig sind und zudem kontrolliert und geschult werden. Außerdem darf der Vertragspartner den Auftrag nicht an einen Subunternehmer weitergeben. Wie hart umkämpft nicht nur der Markt für Putzdienste, sondern auch für Beratungsdienste in dieser Branche ist, zeigen die Angebote, welche die VG-Verwaltung bei vier Unternehmen eingeholt hat: Das IFD in Augsburg will die Ausschreibung zum Bruttopreis von 4200 Euro machen, knapp 12.000 Euro verlangt ein Büro in Bramsche bei Osnabrück, dessen Gründer laut Firmen-Homepage Fachwirt für Reinigungs- und Hygiene-Management ist. Wie aus den Unterlagen zur Ausschusssitzung hervorgeht, verlangt dieses Unternehmen außerdem einen 25-prozentigen Anteil an dem Geldbetrag, der durch die Neuausschreibung eingespart wird. (ww)