Rhein-Pfalz Kreis Jugendgemeinderat: Kein Interesse an Wahl des Gremiums

«Bobenheim-Roxheim.» Peter Knab, der Jugendpfleger der Gemeinde Bobenheim-Roxheim, glaubt, dass es nicht mehr sinnvoll ist, im Dorf einen Jugendgemeinderat wählen zu lassen. Das Interesse habe stark nachgelassen, sagt er, und kaum ein Jugendlicher könne sich mit dieser Institution noch identifizieren. Auf Wunsch des Ausschusses für Jugend, Soziales und Kultur soll er Vorschläge für andere Formen der Beteiligung machen.
Eigentlich ist in Bobenheim-Roxheim per Satzung verankert, dass alle zweieinhalb Jahre von und für 13- bis 18-Jährige ein 15-köpfiger Jugendgemeinderat gewählt wird. Das schien Ende der 1990er-Jahre geboten, nachdem Jugendliche in einer Umfrage Interesse an der kommunalpolitischen Mitwirkung geäußert hatten. Die erste Wahl ging denn auch mit rund 30 Kandidaten und einer hohen Wahlbeteiligung über die Bühne. Über die Jahre sanken Interesse und Durchhaltevermögen. 2012 kam erstmals kein Jugendgemeinderat zustande, und auch im Mai 2014 gab es viel zu wenige Kandidaten, sodass lediglich ein Jugendbeirat aus ein paar in das Gremium berufenen jungen Menschen gebildet wurde. Der ist öffentlich aber so gut wie nicht in Erscheinung getreten. Turnusgemäß hätte Ende 2016 oder Anfang dieses Jahres ein neuer Versuch mit Wahlen gemacht werden müssen, doch dazu ist es nicht gekommen, weil Peter Knab im November Bedenken anmeldete, die vergangene Woche erst erneut auf dem Programm des Sozialausschusses standen. Vorschläge für die Zukunft waren aus den Fraktionen dazu offenbar nicht eingegangen. Rainer Schiffmann von der SPD-Fraktion sieht den Jugendpfleger in der Pflicht, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Jugendlichen an das Gemeinwesen und die Mitverantwortung dafür heranführen kann. Weil sich das in der Ausschusssitzung vorwurfsvoll anhörte, meldete sich Jürgen Martin (CDU) zu Wort, um die langjährige Arbeit von Peter Knab im Jugendzentrum zu loben. Die meisten der Gymnasiasten seien nun mal in die Städte orientiert, wo sie zur Schule gingen, meinte er und bezweifelte, dass man mit anderen Beteiligungsformen ihr Interesse wecken kann. Dennoch wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung nach Alternativen sucht.