Rhein-Pfalz Kreis Jetzt geht’s los
«Mutterstadt.» Die Gemeinde möchte ihren Bauhof ins Gewerbegebiet verlegen. Wie der Neubau aussehen soll, hat der Planer am Dienstag dem Mutterstadter Bauausschuss erläutert. Mit dem präsentierten Konzept ist das Gremium einverstanden. Kosten wird das Vorhaben voraussichtlich 3,43 Millionen Euro.
Da über das Gelände – derzeit eine Freifläche neben der Aldi-Süd-Filiale – Hochspannungsleitungen verlaufen, dürfe der Bauhof-Neubau aus Sicherheitsgründen eine Höhe von zehn Metern nicht überschritten, erklärte Axel Bedner vom gleichnamigen Architekturbüro aus Kaiserslautern. Sein Entwurf sieht einen dreiteiligen Gebäudekomplex in der Mitte des rund 8000 Quadratmeter großen Areals vor. Die Zufahrt erfolgt über die Straße Am Floßbach. Besucher werden demnach als erstes den zweigeschossigen Verwaltungstrakt antreffen, der zugleich der einzige für sie zumindest teilweise zugängliche Gebäudeteil sein wird. Neben der Pforte und mehreren Büros sollen dort Seminarräume untergebracht werden. Daran schließt der zweite Gebäudeteil an, der Bedners Angaben zufolge die verschiedenen Werkstätten des Bauhofs beherbergen soll, zum Beispiel für Kfz-, Elektro-, Maler- und Schreinerarbeiten. Zudem sind Umkleideräume für die 25 Mitarbeiter eingeplant. Dahinter folgt mit der Fahrzeughalle der dritte Gebäudeteil. Ein wichtiger Unterschied zum jetzigen Bauhof: „Es ist eine Umfahrt möglich, Kreuzungsverkehr wird es nicht mehr geben“, sagte der Planer. Zudem seien auf dem Gelände Parkplätze, ein Salzsilo sowie eine Waschhalle für die Bauhoffahrzeuge eingeplant. Ulf-Rainer Samel (CDU) interessierte, ob die Stellplätze für Besucher und Mitarbeiter reichen werden – auch wenn der Bauhof künftig eventuell mehr Personal hat. Bedners Antwort: ja. Zumal die Hoffläche mit 3800 Quadratmetern groß genug sei. Die Zufahrt sei mit 6,25 Metern ebenfalls ausreichend dimensioniert, Begegnungsverkehr kein Problem, sagte er. „Die Schleppkurve für den Lkw, der das Salzsilo beliefert, ist in die Zufahrt gelegt. Wenden kann er dann auf dem Gelände selbst. Dafür haben wir den Nachweis“, betonte er. Die Frage nach einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach aus Reihen der SPD verneinte Bedner. Stattdessen sollten vor den Fenstern des Verwaltungstrakts Solarpanels als Sonnenschutz angebracht werden. Das Flachdach werde derweil für eine „extensive Begrünung“ benötigt. „Das ist ein Kompromiss, den wir – wenn auch zähneknirschend – mit der Kreisverwaltung eingehen“, sagte er. Die Kosten für das gesamte Projekt schätzte der Experte auf 3,43 Millionen Euro. „Davon entfallen 2,7 Millionen Euro auf den Hochbau und 730.000 Euro auf die Außenanlagen“, ergänzte Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Die Bauzeit für ein solches Vorhaben betrage in der Regel gut ein Jahr, sagte Bedner. Das hänge nicht zuletzt vom Wetter ab. Nach dem einstimmigen Votum des Ausschusses soll auf der Entwurfsgrundlage nun weitergeplant und ein Zeitplan für die Bauarbeiten erstellt werden. „Wir müssen uns dranhalten“, erinnerte der Bürgermeister daran, dass eine gewisse Eile geboten ist. Denn auf dem gegenwärtigen Bauhof-Gelände neben der Pestalozzi-Grundschule soll eine neue Kita entstehen. „Die können wir aber erst bauen, wenn der neue Bauhof fertig ist“, sagte Schneider. Die ersten Arbeiten für den neuen Bauhof hat der Ausschuss auch gleich vergeben. Das erforderliche Brandschutzkonzept erarbeitet für rund 9900 Euro das Architekturbüro Welle aus Mutterstadt. Mit Fachingenieursleistungen für Abwasser-, Wasser-, Gas- und Wärmeversorgungsanlagen sowie Lüftungstechnik für rund 60.000 Euro und Elektroarbeiten für 37.400 Euro beauftragte der Ausschuss das Planungsbüro Stoll aus Otterberg. Mit Wärme- und Schallschutz betraute er die Werner Genest und Partner Ingenieurgesellschaft aus Ludwigshafen für 10.500 Euro, mit der Tragwerksplanung IG Bauplan aus Kaiserslautern für 67.500 Euro. Den Zuschlag für die Sicherheits- und Gesundheitskoordination bekam für 9800 Euro Ingenieur Klaus Lenz.