Rhein-Pfalz Kreis Interview mit Martina Müller über Lachtraining

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Lach doch mal.

Lachen ist gesund, und die Gelotologie beweist: Es stimmt. Gelotologie?! Was wie eine Mischung aus Schnupfenmittel und Erdkunde klingt, ist die Wissenschaft vom Lachen. Martina Müller hat sich eingehend damit beschäftigt, bringt als Coach, Mediatorin und Referentin die Menschen zum Lachen und verhilft ihnen dadurch zu mehr Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Am Samstag, 9. Februar, gibt die Altriperin in Mutterstadt erstmals einen Volkshochschulkurs dazu. Wir haben sie gefragt, was beim Lachtraining so alles mit dem Körper passiert.

Frau Müller, Sie sind von Haus aus Ingenieurin, Fachrichtung Chemie, und haben als solche auch gearbeitet. Heute sind Sie Lachtrainerin. Wie kam es dazu?

Durch meine beiden Töchter. Bei uns waren immer viele Kinder zu Gast, es wurde immer viel gelacht, und nach und nach habe ich festgestellt, dass etliche Kinder Schwierigkeiten in unserem bierernsten Schulsystem haben. Da gab es Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, und ich wollte mithelfen, etwas dagegen zu tun, es besser zu machen, spielerischer. Also habe ich Sozialpädagogik studiert und bin zunächst in die Schulsozialarbeit gegangen. Gleichzeitig kamen damals Lachyoga-Kurse auf; die gesundheitlichen Auswirkungen des Lachens wurden eingehend erforscht, und so habe ich mich darauf eingelassen. Und ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert, was Lachen alles bewirken kann – bei Jung und Alt, in der Welt des Lernens, aber auch der Arbeitswelt, und natürlich im Alltag. Lachen ist die beste Medizin – sagt der Volksmund. Ist an dieser Weisheit etwas dran? Aber ja! Heute ist nachgewiesen, dass Lachen ein fantastisches Training ist – denn beim Lachen werden über hundert Muskeln aktiviert, die Atmung ist vertieft, dadurch wird der ganze Körper mit Sauerstoff regelrecht geflutet, sodass das Gehirn und alle inneren Organe gut durchblutet werden. All das fördert die Lern-, Merk- und Konzentrationsfähigkeit, daher sind Kurse im Lachen gerade auch für ältere Menschen so wertvoll. Nicht zu vergessen die Glückshormone, die beim Lachen ausgeschüttet werden. In diesem Moment haben Stresshormone keine Chance, sie werden einfach zurückgedrängt. Hier sehe ich den Einsatz des Lachtrainings auch ganz stark in der Arbeitswelt. Beim Konfliktmanagement schätze ich das sehr, denn: Wer lacht, streitet nicht! Was erwartet die Teilnehmer nun in ihrem Kurs? Wir beginnen mit einfachen Bewegungsübungen und rhythmischem Klatschen. Das bringt Energie in die Hände und die Atmung in Schwung. Keine Angst, da kann jeder mitmachen. Dass Lachtraining häufig auch Lachyoga genannt wird, ist etwas irreführend, denn aus dem Yoga kommen nur die Atemübungen. Damit entspannen wir uns zwischen den mitunter anstrengenden Lachphasen. Muskelkater hinterher kann es geben, aber keine Verrenkungen! Und dann machen wir natürlich Lachübungen. Spätestens wenn wir pantomimisch unser Gehirn waschen, gibt es kein Halten mehr. Das ist ja das Schöne daran: Im Kurs dürfen wir albern sein, was uns Erwachsenen oft so schwer fällt. Zudem gebe ich den Teilnehmenden Anregungen mit, wie sie Übungen gezielt im Beruf einsetzen können. Und am Ende hat jeder seine Lieblingsübung, die er in den Alltag integrieren kann. Ist Lachen dann gar kein natürlicher Reflex, sondern eine Technik, die man lernen kann? Lachen ist ein Reflex, ganz klar. Wenn wir etwas Lustiges sehen oder hören, prusten wir los. Doch was ist, wenn das Frontalhirn, unser Zensor, sich einschaltet und sagt: „Sei nicht so albern, darüber lacht man nicht“? Zum Glück lässt sich das Lachen tatsächlich wie andere Körperfunktionen trainieren. Und für das Gehirn ist es dasselbe, ob wir spontan lachen, oder ob wir zunächst einmal so tun. Es werden die gleichen Glückshormone ausgeschüttet. Ist das nicht eine tolle Nachricht? Gibt es Menschen, die das Lachen wirklich lernen müssen? Ja … In Phasen tiefer Trauer, bei Depressionen, nach seelischen oder körperlichen Verletzungen kommt es vor, dass das Lachen „verlernt“ wird. Menschen in diesen Situationen kann ein Lachtraining wirklich helfen. Sogar bei Krebspatienten hat sich eine begleitende Lachtherapie bewährt: Sie stärkt das Immunsystem und dämpft Schmerzen. Vielen Dank, Frau Müller. Falls sich also jetzt jemand fragt, wann er das letzte Mal aus vollem Herzen gelacht hat, und es nicht mehr weiß: Es gibt da ein Rezept ...


Noch Fragen?

—Der Kurs von Martina Müller mit dem Titel „Sie haben nichts zu lachen? Das lässt sich ändern!“ bei der Volkshochschule des Rhein-Pfalz-Kreises findet zum ersten Mal am Samstag, 9. Februar, von 10 bis 13 Uhr in Mutterstadt (Neue Pforte) statt. Mitgebracht werden sollten bequeme Kleidung, eine Decke oder Isomatte sowie ausreichend zu trinken. Die Teilnahme kostet bei sechs oder sieben Anmeldungen 16 Euro und ab acht Teilnehmenden zwölf Euro. Nähere Informationen und Anmeldung mit Angabe der Kursnummer D301205M01 unter www.vhs-rpk.de oder bei der Gemeindeverwaltung Mutterstadt unter 06234/946464. —Infos zu Martina Müllers Kursen, Mediationen, Coaching unter www.bewegt4coaching.de

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